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HSV Zé Robertos Preis ist heiß

29.08.2009 ·  Lange hielt sich die Mär, dass der HSV sich die Dienste Zé Robertos ablösefrei gesichert hat. „Der Spiegel“ meldet nun, dass der Brasilianer durchaus Geld gekostet hat: Vier Millionen sollen auf undurchsichtigen Wegen nach Montevideo gewandert sein.

Von Michael Wittershagen
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Er bestimmt den Herzschlag im Spiel des Hamburger SV: Zé Roberto. Erst drei Spiele hat der Brasilianer in der Bundesliga für die Norddeutschen absolviert, und doch ist er schon zum Liebling der Fans avanciert. So einen wie ihn hat es schließlich lange nicht mehr gegeben in der Hansestadt. Stark in den Zweikämpfen, mit Ideen für das Spiel nach vorne und einer Dynamik, die die gegnerischen Abwehrreihen immer wieder zerschneidet und die Mitspieler staunen lässt. „Unglaublich, dass Bayern ihn laufenlässt“, sagte zuletzt Verteidiger Joris Mathijsen.

Dabei wechselte der 35 Jahre alte Brasilianer überhaupt nicht aus München in den Norden der Republik – und er war auch nicht ablösefrei. Dabei wurde genau das immer wieder veröffentlicht. In Wahrheit aber wurde Zé Roberto im Juli vom Club Nacional Montevideo in Uruguay verpflichtet. Für vier Millionen Euro. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Bernd Hoffmann, der Vorstandsvorsitzende des HSV, bestätigte den Vorgang, wollte sich aber nicht zur Höhe der Ablöse äußern.

Undurchsichtige Dreiecksgeschäfte

Schon seit dem Sommer 2006 hielt Montevideo die Transferrechte an Zé Roberto. Dabei hat der Brasilianer nie für diesen Verein gespielt. Ein Jahr trat er zunächst für den FC Santos gegen den Ball, dann wechselte er für zwei Jahre bis zum 30. Juni 2009 zurück zum FC Bayern München, wo er schon einmal von 2002 bis 2006 unter Vertrag stand. Das zweite Engagement war eines auf Leihbasis. Das räumt nun Bayern-Manager Uli Hoeneß ein. Eine Million Euro sollen die Münchner seinerzeit an den Club Nacional Montevideo gezahlt haben.

Undurchsichtige Dreiecksgeschäfte. Wie so oft bei Transfers, an denen Juan Figer beteiligt ist. Der Mann aus Uruguay ist Berater von Zé Roberto. Einer der mächtigsten weltweit. Rund um den Globus beschäftigt er rund einhundert Scouts und unterhält Büros in Madrid, São Paolo und Tokio. Bei Transfers seiner Spieler hat er die Konstruktion mit Vereinen aus seinem Heimatland häufiger gewählt. Dies war schon das Ergebnis eines Abschlussberichts über den weltweiten Handel mit brasilianischen Fußballprofis, den ein Untersuchungsausschuss des brasilianischen Senats im Jahr 2001 präsentierte. Drei Jahre später erstattete Bayer Leverkusen nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ sogar Selbstanzeige. Zuvor hatte der Verein Paolo Rink, Robson Ponte, Zé Roberto, Juan und França verpflichtet – vermittelt durch Figer. 11,85 Millionen Dollar hatten die Leverkusener insgesamt nach Lateinamerika überwiesen, ohne wirklich zu wissen, was genau die Gegenleistung war. Zu verwirrend und undurchsichtig waren die Verträge mit Figer. Interviews verweigert dieser Mann noch immer, in seiner Heimat wird er nur „das Phantom“ genannt.

An diesem Sonntag wird Zé Roberto gegen den 1. FC Köln auflaufen. Dessen Manager Michael Meier hat auch schon Erfahrungen mit Figer gemacht und sagte noch im vergangenen Jahr gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“: „Figer ist ein ehrlicher Geschäftsmann, mit dem man problemlos Transfers abwickeln kann.“ Nur zu welchem Preis?

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Jahrgang 1981, Sportredakteur.

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