HSV steigt aus Fußball-Bundesliga ab – Kommentar
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Bundesliga-Kommentar : Die Chance des HSV

  • -Aktualisiert am

Der HSV ist abgestiegen, Trainer Christian Titz (rechts) soll den Wiederaufstieg schaffen. Bild: dpa

Nach dem Abstieg sind die Erwartungen an den HSV groß. Es muss schon der souveräne Wiederaufstieg sein in der nächsten Saison. Die Hoffnungen ruhen nun vor allem auf einem Mann.

          Der schottische Innenverteidiger David Bates und der Nachwuchsstürmer Manuel Wintzheimer vom FC Bayern sind schon verpflichtet. Das Leben geht weiter, auch wenn ein Verein (oder eine Fußball AG) abgestiegen ist. Und dazu gehört, dass Spieler zur nächsten Saison kommen und gehen. Es ist HSV-Trainer Christian Titz zuzutrauen, aus dem, was er hat und noch dazubekommt, eine Mannschaft zu formen, die um den Aufstieg mitspielt. Unabhängig von den Namen werden die Erwartungen hoch sein, und alles andere als eine souveräne Spielzeit, an deren Ende der Aufstieg steht, werden weder Vereinsführung noch Fans akzeptieren. So ist die Grundlage für Titz vor seiner ersten Saison als Cheftrainer in der Bundesliga.

          Das ist ein Druck, der einen Profi nicht weiter belasten sollte. Mit den gleichen Erwartungen wird auch Markus Anfang beim 1. FC Köln zurechtkommen müssen. Titz wirkt in seiner aufgeräumt-authentischen Art auch nicht unbedingt so, als werfe ihn das um. Er hat sich getraut, auf Stammspieler wie Diekmeier, Walace und Mavraj zu verzichten, und hat den Machtkampf mit Kyriakos Papadopoulos gewonnen. Er ist nicht unbedarft in der Mannschafts- und Menschenführung. Und doch wird es wichtig sein, ihm in einem komplizierten Großverein wie dem Hamburger SV einen Sportvorstand an die Seite zu stellen, der ihn coacht und stützt und durch die erste Krise führt – die gewiss kommen wird. Diese Stelle ist noch unbesetzt.

          Mit Titz, Vorstand Frank Wettstein und Bernhard Peters, dem Direktor Sport, hat der HSV drei fähige Führungspersonen, denen Aufsichtsrat Bernd Hoffmann vertrauen sollte. Einigten sich Hoffmann und Wettstein auf einen Sport-Vorstand, mit dem beide leben können, wäre viel gewonnen und tatsächlich ein verheißungsvoller Neustart möglich. Den Fußball verantwortet Titz. Acht Spiele gab es mit ihm, vier Siege, ein Remis, drei Niederlagen. Er verordnete Flachpassfußball, weil er viele Profis im Team fand, die Fußball spielen können und wollen. Seine Nachwuchsspieler Matti Steinmann und Tatsuya Ito waren die Paradebeispiele für den neuen HSV-Fußball.

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          In dieser Woche wird es in vielen Gesprächen um den Kader in der zweiten Liga gehen. Kapitän Sakai bleibt. Aber was ist mit Stützen der vergangenen Wochen – mit Hunt, Kostic, Holtby, Douglas Santos, Papadopoulos? Bei einigen laufen Verträge aus, bei anderen muss man abwarten, ob sie reduzierte Bezüge im Unterhaus akzeptieren. Und vor allem wird der hochverschuldete HSV gar nicht jeden Einkommens-Millionär halten können – und wollen.

          Aus der U 21 und der A-Jugend kommen weitere Talente hoch. Für sie hat Titz ein Händchen. Das hat er auf vielen Stationen nachgewiesen. Dass er die Nachwuchsförderung systematisch angeht, aber nicht blind einem Jugendwahn verfallen ist, zeigt das Beispiel Fiete Arp. Den jungen „Wunderstürmer“ hat Titz geformt, aber als er zuletzt im Abitur-Stress in seine erste Formkrise als Profi fiel, hatte er keine Chance mehr. Der Trainer sucht nicht nach Jung oder Alt, Bekannt oder Unbekannt, sondern nach Spielertypen für seinen Fußball. Bekommt er davon genug, kann es eine erfolgreiche Zweitligasaison werden.

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