http://www.faz.net/-gtm-7pd6k

Bundesliga-Relegation : Warum musste der HSV erst zuhause spielen?

  • Aktualisiert am

Für Rafael van der Vaart und den HSV geht es gegen Fürth um alles Bild: REUTERS

Die Relegation steht für Spannung und Dramatik. Am Donnerstag endete die erste Partie zwischen dem HSV und Fürth im Kampf um den letzten Platz in der Bundesliga 0:0. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen zur Relegation.

          Anspannung, Dramatik, auf den Platz stürmende Fans: Die Relegation um den letzten Startplatz für die kommende Saison der Fußball-Bundesliga hat schon oft die Gemüter erregt. Das ist auch beim Duell zwischen dem Bundesliga-Dino Hamburger SV und Vorjahres-Absteiger Greuther Fürth nicht anders. Das Hinspiel am Donnerstagabend endete 0:0, das Rückspiel findet am Sonntag (17.00 Uhr) in Fürth statt. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Woher stammt der Begriff Relegation?

          Relegation stammt vom lateinischen Begriff „Relegatio“ ab. Die „Relegatio“ war im Römischen Reich die mildeste Form der Verbannung. Im deutschen Sport werden Qualifikationsspiele als Relegation bezeichnet. Die Relegation bezieht sich dabei aber im eigentlichen Wortsinn nur auf die Mannschaft, die den Abstieg zu verhindern sucht, in diesem Fall als den HSV.

          Warum spielte der Hamburger SV zuerst zu Hause?

          Sowohl für die Bundesliga-Relegation als auch für das Duell zwischen dem 16. der zweiten Bundesliga und dem Dritten der dritten Liga (am Freitag und Montag stehen sich Arminia Bielefeld und Darmstadt 98 gegenüber) gilt, dass der Verein, der die längere Pause seit dem letzten Spiel der regulären Saison hatte, zunächst Heimrecht hat und das Rückspiel auswärts austragen muss. Hamburg und Darmstadt spielten in der Bundesliga und der dritten Liga jeweils am Samstag und hatten daher einen Tag mehr Pause als Fürth und Bielefeld, die in der zweiten Bundesliga am Sonntag antreten mussten.

          Im Fokus: Das Team von HSV-Trainer Mirko Slomka bekommt eine zweite Chance

          Seit wann gibt es die Relegation?

          Die Relegation entstand 1982 mit der Einführung der eingleisigen zweiten Bundesliga. Bis 1991 wurden Entscheidungsspiele zwischen dem 16. der Bundesliga und dem Dritten der zweiten Bundesliga ausgetragen. Erst 16 Jahre später beschloss die Deutsche Fußball Liga am 9. Oktober 2007 die Wiedereinführung dieser spannenden Wettkampfform. Die Relegation um den letzten Platz für die zweiten Bundesliga wurde erst 2009 eingeführt.

          Wer spielte am häufigsten in der Relegation?

          Rekord-Teilnehmer ist der 1. FC Saarbrücken mit drei Relegationen. 1985 stiegen die Saarländer als Zweitligaverein (gegen Bundesligaklub Bielefeld) auf. 1989 (gegen Eintracht Frankfurt) und 1990 (gegen den VfL Bochum) verpasste Saarbrücken den Sprung ins Oberhaus.

          Greuther Fürth will es den Hamburgern in beiden Spielen schwer machen

          Seit wann gibt es Elfmeterschießen?

          Zwischen 1982 und 1991 wurde bei Gleichstand nach Hin- und Rückspiel ein drittes Spiel fällig. Dreimal (1986, 1988, 1991) gab es dieses Spiel auf neutralem Platz. Da im Jahr 1988 zwischen Erstligaverein Waldhof Mannheim und Zweitligaklub Darmstadt 98 keine Entscheidung (0:0) gefallen war, traten die Schützen erstmals in der Relegation zum Elfmeterschießen an. Mannheim blieb mit einem 5:4 erstklassig. Seit 2009 wird bei Gleichstand eine Entscheidung durch Elfmeterschießen im Relegations-Rückspiel gesucht. Dies war aber bislang noch nicht nötig.

          Ist der Erstligaverein immer Favorit?

          Die Erstligavereine haben sich bei den bisherigen 15 Relegationen zehnmal behauptet, nur fünfmal setzte sich der Zweitligaklub durch. Seit Wiedereinführung der Relegation gab es drei Erfolge für Bundesligavereine und zwei für Zweitligaklubs.

          Die Relegation zwischen Düsseldorf und Hertha 2012 endete im Chaos

          Wie lautete das deutlichste Relegations-Ergebnis?

          1986 sah Underdog Fortuna Köln nach einem 2:0 gegen Borussia Dortmund und einer 1:0-Führung im Rückspiel schon wie der sichere Erstligaverein aus. Doch die Borussen schlugen zurück und schafften nach Treffern von Michael Zorc (54.) und Marcel Raducanu (68.) die Führung, ehe Jürgen Wegmann in der Schlussminute noch das 3:1 erzielte. Da der heutige Europacup-Modus mit mehr geschossenen Auswärtstoren noch nicht galt, rettete sich Dortmund ins Entscheidungsspiel, in dem sich die Borussen in Düsseldorf mit 8:0 durchsetzten.

          Wurde schon einmal eine sportliche Entscheidung angefochten?

          Nach dem Relegations-Aus von Hertha BSC in Düsseldorf (1:2, 2:2) legten die Berliner 2012 Protest ein, weil schon Tausende Fortuna-Fans im Glauben an den vermeintlichen Abpfiff den Rasen gestürmt und unter anderem den Elfmeterpunkt aus dem Rasen geschnitten hatten. Die Berliner scheiterten mit ihrem Protest in zwei Instanzen und mussten den bitteren Gang in die zweite Liga antreten.

          Weitere Themen

          Stockholm kämpft um Olympia-Bewerbung

          Winterspiele 2026 : Stockholm kämpft um Olympia-Bewerbung

          22 Botschafter sollen es richten: Der schwedische Sport kämpft mit der geballten Prominenz seiner Spitzenathleten um die Olympiabewerbung Stockholms. Es geht darum, die Kommunalpolitik von einer Kandidatur zu überzeugen.

          Topmeldungen

          Das Handy im Studium: Notwendiges Lerngerät oder lästige Ablenkung?

          Streitgespräch : Handys raus?

          Haben Smartphones, Laptops und Tablets etwas in Vorlesungen und Meetings zu suchen? Die Professoren Miloš Vec und Jürgen Handke sind darüber diametral anderer Meinung. Wir haben sie an einen Tisch geholt – und es gab Streit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.