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Hoffenheimer Dopingtest Gladbach legt Protest gegen die Spielwertung ein

22.02.2009 ·  Nicht nur den Hoffenheimer Spielern Ibertsberger und Janker drohen nach ihrem verspäteten Dopingtest Konsequenzen. Nun legte Gegner Mönchengladbach Protest gegen die Spielwertung ein. Hoffenheims Trainer Rangnick wiegelt jedoch ab.

Von Jörg Hahn
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Fußball-Herbstmeister 1899 Hoffenheim muss mit Konsequenzen für seine Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker rechnen, weil die beiden Profis am 7. Februar nach dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach (1:1) verspätet zur Doping-Kontrolle erschienen sind. Am Freitag teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dem Verein mit, dass Ermittlungen aufgenommen werden. Aber auch dem Klub könnte Ungemach drohen, weil Gegner Mönchengladbach am Sonntag Einspruch gegen die Spielwertung einlegte. „Zur Wahrung etwaiger Ansprüche, die sich aus dem Verstoß gegen die Doping- Richtlinien ergeben könnten, hat Borussia heute fristgerecht schriftlich Einspruch erhoben“, teilte der Klub am Abend mit.

Ibertsberger und Janker waren beim 1:1 in Mönchengladbach zur Doping-Kontrolle ausgelost worden, aber nicht wie vorgeschrieben unmittelbar nach dem Abpfiff zur Urinabgabe erschienen. Erst nach einer Mannschaftssitzung in der Kabine hatten sie sich mit zehnminütiger Verspätung der Kontrolle gestellt. Diese Zeitspanne würde, wie Erfahrungen aus anderen Sportarten zeigen, für eine Manipulation des Urins ausreichen. Aus diesem Grund ist der Kontrollablauf genau reguliert und strafbewehrt. Hoffenheim muss im schlimmsten Fall davon ausgehen, für lange Zeit auf die Spieler zu verzichten (siehe auch: Bundesliga-Kommentar: Nicht bloß Pipifax ).

Heftige Kritik nach zwei Präzedenzfällen in Italiens Serie A

Denn seit Ende Januar liegen Präzedenzfälle vor. Die italienischen Fußballprofis Daniele Mannini und Davide Possanzini (heute SSC Neapel) wurden vom Internationalen Sportgerichtshof (Cas) jeweils zu einer einjährigen Sperre verurteilt, weil sie am 1. Dezember 2007 nach dem Zweitligaspiel ihres früheren Klubs Brescia Calcio gegen Chievo Verona mit rund dreißig Minuten Verspätung zur Doping-Probe angetreten waren.

Wie im Fall der beiden Hoffenheimer waren die Testergebnisse negativ. Das Cas-Urteil wird in Italien - wo die Spieler nur für zwei Wochen gesperrt werden sollten - heftig kritisiert. Ein Revisionsantrag ist angekündigt worden. Aus Protest gegen die Sperre hatten auf Bestreben der Spielergewerkschaft die Meisterschaftspartien in Italien am ersten Februar-Wochenende mit fünfzehnminütiger Verspätung begonnen.

Koch: „Wir müssen aber auch dem Einzelfall gerecht werden“

„Ein Jahr Sperre ist auf den ersten Blick und auch aus unserer Sicht eine harte und unverhältnismäßige Entscheidung“, sagte der Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission des DFB, Rainer Koch, am Samstag im Fernsehen. „Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass Manipulationen vorliegen.“ Am Sonntag äußerte er sich vorsichtiger. Die Glaubwürdigkeit des Fußballs hänge entscheidend davon ab, dass Richtlinien eingehalten würden (siehe auch: Bundesliga-Übersteiger: Verspätete Probe, neue Chance).

Koch, der auch DFB-Vizepräsident ist, sagte: „Wir haben uns den Regeln zu unterwerfen, müssen aber auch dem Einzelfall gerecht werden.“ Ob die Cas-Entscheidung in den italienischen Fällen auf die Hoffenheimer Affäre Einfluss habe, müsse vom DFB-Kontrollausschuss geprüft werden. Die Nationale Anti-Doping-Agentur verwies darauf, dass die Verfahrenshoheit allein beim DFB liege. Man vertraue auf die Einhaltung der Regeln.

Rangnick: Organisationspanne, aber keine Manipulation

„Nach meinem Rechtsverständnis haben die Spieler nichts zu befürchten“, sagte der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick. Er vertrat die Haltung: Organisationspanne, aber keine Manipulation. „Doping-Vorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird.“ Den österreichischen Nationalspieler Ibertsberger setzte er am Samstag beim 3:3 in Stuttgart neunzig Minuten lang ein (siehe auch: 3:3 in Stuttgart: Hoffenheim zurück an der Spitze - und verschenkt Sieg).

Schuldige für den Regelverstoß benannte der Trainer zumindest nicht direkt. „Jeder Verein hat einen Doping-Beauftragten. Normalerweise sind das die Mannschaftsärzte“, sagte er. Seit Sonntagabend liegt ein Einspruch gegen das 1:1 vor. Er hat allerdings nur dann Erfolgsaussichten, wenn ein gedopter Spieler mitgewirkt oder sich ein Spieler schuldhaft geweigert hat, sich einer Kontrolle zu unterziehen.

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