02.01.2008 · „Ich habe dem Verein schon vor drei Wochen mitgeteilt, dass ich im Sommer aufhören werde“, sagte Ottmar Hitzfeld. Der 58-Jährige ist als Schweizer Nationaltrainer im Gespräch. Über seinen Nachfolger bei Bayern München wird heftig spekuliert.
Trainer Ottmar Hitzfeld hat seinen Abschied vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München zum Saisonende offiziell bekannt gegeben. „Ich habe meine Entscheidung dem Verein schon vor drei Wochen mitgeteilt, dass ich im Sommer aufhören werde. Ich werde im nächsten halben Jahr noch mal versuchen, erfolgreich zu sein und möglichst viele Titel zu holen. Dann werde ich mich wieder etwas zurückziehen“, sagte Hitzfeld dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Mittwoch. Für seine weitere Zukunft habe er zwei Optionen: die Schweizer Nationalmannschaft oder einen Expertenjob im Fernsehen.
Manager Uli Hoeneß hatte zuvor via Bild-Zeitung die Auflösung des Zweckbündnisses angekündigt, das noch vor knapp einem Jahr als Traumehe gefeiert worden war. Die für Mitte Januar anberaumten Gespräche haben sich damit erledigt. „Gehen Sie davon aus, dass er nicht bleiben wird. Aber bis Juni schon“, hatte Hoeneß gesagt. Damit endet die zweiten Zusammenarbeit der Münchner mit dem 58 Jahre alten Coach zum Vertragsende am 30. Juni 2008 nach nur 16 Monaten. Hitzfeld hatte am 1. Februar 2007 die Nachfolge von Felix Magath angetreten.
Rummenigges Attacke ein „heftiger Schlag“
In seiner ersten Amtszeit (1998 bis 2004) hatte Hitzfeld mit dem FC Bayern die Champions League (2001) gewonnen, holte vier deutsche Meistertitel und einmal den DFB-Pokal. Im Vorjahr verpasste er die Qualifikation für die Champions League. Nach einer Rekordinvestition von 70 Millionen Euro für neues Personal überwintern die Bayern zwar als Bundesliga-Spitzenreiter, doch zuletzt waren die Leistungen des Star-Ensembles nicht mehr überzeugend.
Das Ende der Ära Hitzfeld hatte sich schon im November abgezeichnet. Mit der heftigen Attacke von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Uefa-Cup-Spiel gegen die Bolton Wanderers (2:2) war der Trainer angezählt. Er sprach damals von einem „heftigen Schlag, den man erstmal wegstecken muss“. Der 58-Jährige schien nach der Kritik nur noch wenig Lust zu haben, seinen am 30. Juni 2008 auslaufenden Vertrag zu verlängern.
Hitzfeld soll Kuhn beerben
Hitzfeld hatte vor der Winterpause erklärt, er habe sich schon entschieden, wolle sich aber erst Ende Januar zu seiner beruflichen Zukunft äußern. Die Gespräche des Trainers mit dem Schweizer Nationalmannschafts-Delegierten Ernst Lämmli zwischen den Feiertagen trieben aber Hoeneß wohl in die Offensive. Hitzfeld soll in der Schweiz Nachfolger von Jakob „Köbi“ Kuhn werden, der nach der Europameisterschaft im Juni aufhört. Schon im Oktober hatte Hitzfeld Interesse am Amt des Schweizer Nationaltrainers bekundet. „Es gibt für mich nur zwei Optionen - Bayern München oder die Schweizer Nati“, hatte er damals gesagt.
Dass er Interesse am Amt des Schweizer Nationaltrainers hat, hatte Hitzfeld bereits vorzeitig anklingen lassen: „Die Arbeit als Schweizer Nationaltrainer hat mich schon immer interessiert. Die Bundesliga ist nicht alles. Ich weiß, dass das Gehalt als Schweizer Coach nicht mit dem eines Bundesligatrainers zu vergleichen ist. Aber das ist für mich auch nicht der ausschlaggebende Punkt.“
Klinsmann, Matthäus oder Schuster?
Mit der bevorstehenden Trennung von Hitzfeld hat bei den Bayern die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Auf dem Markt ist der im Herbst beim FC Chelsea entlassene Portugiese José Mourinho. Im Sommer zu haben sind wahrscheinlich der niederländische Nationalcoach van Basten und sein Landsmann Rijkaard, der den FC Barcelona angeblich verlassen will. Auf der Kandidatenliste steht auch Rafael Benitez vom englischen Premier-League-Spitzenclub FC Liverpool.
Als heißer Anwärter gilt offenbar auch der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann. In einer Umfrage des Magazins „Sport Bild“ in Zusammenarbeit mit dem Audi-Institut für Sportkommunikation sprachen sich 27,6 Prozent der Befragten für den 43-Jährigen aus, der von 1995 bis 1997 als Profi beim FC Bayern unter Vertrag war. Auf den Plätzen folgen Lothar Matthäus (13,6 Prozent) und Real Madrids Trainer Bernd Schuster (7,8) vor Hitzfeld-Vorgänger Felix Magath (Wolfsburg/7,5).
nachfolge
martin randau-rudolf (nitramf1000)
- 02.01.2008, 16:53 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |