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Hertha BSC Pokal-Blamage: Berlin schimpft auf Simunic

31.10.2007 ·  Kein Aufbäumen und keine Disziplin - im DFB-Pokal wird Hertha BSC einfach nicht glücklich. Nur Manager Hoeneß bat nach der peinlichen Niederlage in Wuppertal um Verständnis für das abermals enttäuschende Team.

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Kein Aufbäumen und keine Disziplin - das Versagen im DFB-Pokal gehört für den Fußball-Bundesligaklub Hertha BSC mittlerweile zum Alltag. Hertha-Manager Dieter Hoeneß bat nach dem peinlichen 0:2 am Dienstagabend beim Wuppertaler SV Borussia um Nachsicht.

„Bitte legen Sie den Finger nicht noch tiefer in die Wunde“, flehte Hoeneß nach dem abermals frühen Pokal-Aus in der zweiten Runde. Zum vierten Mal in den vergangenen sechs Jahren waren die Profis aus der Hauptstadt an einem Regionalligateam gescheitert.

Die aufopferungsvoll kämpfenden Wuppertaler lieferten der Hertha einen tollen Fight und machten durch Tore von Sven Lintjens (81. Minute) und Tim Jerat (86.) den größten Pokalerfolg des Klubs seit 44 Jahren perfekt (Siehe auch: Im Überblick: Rostock deklassiert Offenbach - Hertha blamiert sich).

„Eigene Dummheit“

Vor 12.399 Zuschauern im Stadion am Zoo wurde Herthas Wunsch vom Finale im eigenen Stadion wieder einmal zerstört. „Jetzt müssen wir wieder auf das nächste Jahr warten, um diesen Traum am Leben zu halten“, sagte Hoeneß, der im Erklären von Pokal-Blamagen Routine hat. Für Trainer Lucien Favre war das emotionslose Ergeben in das sportliche Schicksal dagegen neu. „In der Schweiz war ich an so etwas nicht gewöhnt“, sagte der Coach, der seit Saisonbeginn für die Hertha-Profis verantwortlich ist.

Das Fehlen von Torjäger Marco Pantelic (Oberschenkelverhärtung) und Antreiber Gilberto (Wadenzerrung) allein wollte Hoeneß nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir haben durch eigene Dummheit wieder alles zunichte gemacht“, schimpfte der Manager. Gemeint war die Rote Karte für Josip Simunic (75.) nach einer Tätlichkeit an Wuppertals Manuel Bölster. „Ich habe ihn gefoult und er schubst mich. Ich habe mich nicht theatralisch fallen gelassen, aber der Linienrichter stand genau daneben“, beschrieb Bölster die törichte Aktion des Kroaten, der sich damit den Zorn des Managers und der Kollegen zuzog. Simunic wurde am Mittwochnachmittag vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes für vier Pokalspiele gesperrt.

Friedrich: „Es war einfach dumm“

„Es ist für mich völlig unverständlich. Er bringt sich jetzt wieder unnötigerweise in die Diskussion“, klagte Hoeneß kopfschüttelnd über Simunic, der nach einer schlimmen Vorsaison auf dem besten Weg war, sich als „Sechser“ vor der Abwehr zu etablieren. Nach insgesamt bereits fünf Platzverweisen in seiner zehnjährigen Bundesliga-Karriere war dies die erste Rote Karte im Pokal.

Auch Kapitän Arne Friedrich war außer sich. „Es war einfach dumm. Eine Rote Karte in dieser Situation ist natürlich nicht gerade hilfreich“, hielt der Nationalspieler fest. Die Wuppertaler bekamen plötzlich Aufwind und gingen nun auch im Abschluss erfolgreich zu Werke. „Die Rote Karte hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagte Kapitän Mike Rietpietsch.

Die Prämie bleibt dem Tabellenzweiten der Regionalliga Nord jedoch verwehrt - freiwillig. Um Vorwürfen der „Geldgier“ zu entgegnen, spenden die WSV-Kicker die Summe, die laut Manuel Bölster „im Tausender-Bereich“ liegen soll, je zur Hälfte an die eigenen Fans und für karitative Zwecke. Die Mannschaft reagierte damit auf öffentliche Vorhaltungen, nachdem Verhandlungen mit dem Präsidium über eine Erfolgsprämie zunächst gescheitert waren.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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