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1:0 gegen Schalke : Hannover zieht den Joker aus dem Ärmel

  • Aktualisiert am

Der Joker wird gefeiert: Jonathas (Mitte) mit Felipe und Salif Sane (r.) Bild: STRANGM/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Zweites Spiel, zweites 1:0. Hannover 96 steht dank eines vor vier Tagen verpflichteten Stürmers auf Platz vier. Für Manager Horst Heldt und Trainer André Breitenreiter dürfte der Erfolg gegen Schalke auch Genugtuung bringen.

          Trainer Domenico Tedesco hat mit Schalke 04 beim starken Aufsteiger Hannover 96 den ersten Rückschlag in der Fußball-Bundesliga einstecken müssen. Die Königsblauen verloren am Sonntagabend 0:1 (0:0) bei den Niedersachsen, die trotz eines angekündigten Stimmungsboykotts kaum auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten mussten und auch ihr zweites Spiel gewannen. Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften HDI-Arena traf für Hannover der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Jonathas in der 67. Minute zum Sieg. Schalke ist nach dem zweiten Spieltag damit Achter der Tabelle, Hannover Vierter.

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          96 war eine Woche nach dem 1:0-Auftaktsieg in Mainz insgesamt das aktivere Team und hatte vor allem in der ersten Halbzeit deutlich mehr Torchancen. Die Gäste spielten in der Defensive solide, waren bei ihren Angriffen jedoch viel zu harmlos. Hannover begann mutig und kontrollierte aus einer kompakten Aufstellung heraus das Spiel. Schalke setzte hingegen auf schnelle Angriffe, die aber kaum gefährlich vor das Tor von Hannovers Schlussmann Philipp Tschauner vorgetragen wurden. Die Spieler von 96-Coach André Breitenreiter kamen gegen dessen Ex-Team auf der anderen Seite zu einigen Abschlüssen, meist waren es allerdings ungefährliche Distanzschüsse. Schalkes Torwart und Kapitän Ralf Fährmann entschärfte mit einer Parade die größte 96-Chance der ersten Halbzeit, einen wuchtigen Kopfball von Salif Sané (16.).

          Die Proteste gehen weiter: Die Fans von Hannover 96 lassen sich von Erfolgen nicht beirren Bilderstrecke
          Die Proteste gehen weiter: Die Fans von Hannover 96 lassen sich von Erfolgen nicht beirren :

          Das Tedesco-Team wirkte eine Woche nach dem starken 2:0 über RB Leipzig ideenlos und war auch in den Zweikämpfen nicht so präsent wie 96. Die Abwehr lief wieder ohne Ex-Kapitän Benedikt Höwedes auf, der auf der Bank saß und vor einem Wechsel zu Juventus Turin steht. Die Schalker Dreierkette mit Naldo in der Mitte war allerdings sicher und ließ kaum brenzlige Situationen im Strafraum zu. Schalke kam etwas agiler aus der Pause und übte mehr Druck auf Hannovers Hintermannschaft aus. Schiedsrichter Patrick Ittrich stand in der 49. Minute im Mittelpunkt: Sané hatte im Strafraum bei einer Grätsche den Ball mit der Hand berührt. Ittrich entschied sofort auf Eckstoß und blieb auch dabei, nachdem er mit dem Videoassistenten kommuniziert hatte.

          Der Joker sticht

          Die Führung der Gastgeber besorgte dann Joker Jonathas nach schwerem Fehler von Thilo Kehrer und Vorlage von Marvin Bakalorz. Breitenreiter hatte ihn erst wenige Minuten zuvor eingewechselt.

          Der angekündigte Stimmungsboykott der Heimfans war teilweise zu spüren, wurde allerdings von vielen Anhängern nicht befolgt. Auf Bannern waren Sprüche wie „50+1 erhalten“, „Kind muss weg“ oder „Tausche Stimmung gegen Kind“ zu lesen. Jedoch wurden schon vor Spielbeginn von zahlreichen Fans die Spielernamen lautstark gerufen. Auch gab es lauten Szenenablauf, Pfiffe bei Schalkes Standards und Rufe wegen Schiedsrichter-Entscheidungen. 96-Fans hatten vor Saisonbeginn einen Boykott beschlossen. Er sollte eine Reaktion auf die Pläne von Clubchef Martin Kind sein, die Anteilsmehrheit an der Profigesellschaft zu übernehmen. Bereits beim Pokalspiel in Bonn und beim Ligaauftakt in Mainz schwiegen die mitgereisten Fans der Niedersachsen.

          Quelle: dpa.

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