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Hannover 96 : Andreas Bergmann bleibt Trainer

  • -Aktualisiert am

Der Sportchef und sein Trainer: Jörg Schmadtke (l.) will weiter mit Andreas Bergmann arbeiten Bild: dpa

Aus dem Interimscoach wird eine Dauerlösung: Andreas Bergmann bleibt Trainer von Hannover 96. Für Sportchef Schmadtke hat die Wahl den Vorteil, dass er den eher blassen Bergmann dominieren könnte und seine Machtposition ausbauen würde.

          Besonders groß ist der Respekt vor dem neuen Chef nicht gerade. Nach dem 0:1 gegen 1899 Hoffenheim wurde Andreas Bergmann gefragt, ob er auch beim nächsten Heimspiel im Presseraum der AWD-Arena sitzen werde. Bevor Hannovers Interimstrainer antworten konnte, sagte der neben ihm sitzende Pressesprecher Andreas Kuhnt: „Hast du einen Presseausweis? Dann ja.“ Bergmann lachte, der Saal lachte, Kuhnt freute sich – und all das zeigte, dass Bergmann sein Etikett des gutgelaunten Kumpeltypen bei Hannover 96 längst aufgeklebt bekommen hat. Kann so einer Cheftrainer eines Bundesligaklubs werden? „Lust hätte ich drauf“, sagte der 50 Jahre alte Bergmann, „aber ich habe das nicht zu entscheiden.“

          24 Stunden später war die Entscheidung gefallen. Der Bundesligaverein beförderte Bergmann endgültig zum Chef. Die beiden Parteien einigten sich auf einen Vertrag bis Saisonende. „Letztlich sind wir uns sehr schnell einig gewesen. Andreas Bergmann hat schon in zwei Spielen gezeigt, dass er unsere Mannschaft konstruktiv weiterentwickeln kann“, erklärte Sportdirektor Jörg Schmadtke.

          Die bei weitem günstigste Lösung

          „Die Spieler spielen nicht gegen ihn“, sagte Präsident Martin Kind gewohnt zurückhaltend. Eigentlich ist Kind jemand, der Namen schätzt – Meyer, Augenthaler, Toppmöller, sogar Otto Rehhagel konnte er sich als Trainer vorstellen. Doch Bergmann leistete Überzeugungsarbeit und zudem hat Hannover 96 kein Geld. So war er auch aus Gehaltsgründen eine Alternative. Mit kolportierten 20.000 Euro im Monat Grundgehalt ist er bei weitem die günstigste Lösung.

          Für Sportchef Schmadtke hat die Wahl den Vorteil, dass er den eher blassen Bergmann dominieren könnte und seine Machtposition ausbauen würde – das wäre bei einem Coach der Kategorie Hans Meyer natürlich ganz anders. Aber Schmadtke weiß auch, dass Bergmanns einzige Meriten vor allem Pokalerfolge mit dem damals drittklassigen FC St. Pauli sind. Ob er sich bei Hannover 96 zu einem Trainer mit Ideen und Ausstrahlung entwickelt, ist schwer vorauszusagen.

          Für den Moment steht er in der Gunst der Fans schon deshalb weit oben, weil er die Verkrampfungen der ausgehenden Hecking-Ära gelöst hat: Wie seine Mannschaft eine Halbzeit lang gegen 1899 Hoffenheim spielte, war klasse. Und auch das unter Hecking eintönige und wenig fordernde Training habe sich verbessert, hört man von den Profis: „Warum sollte er nicht Trainer bleiben“, fragte Innenverteidiger Christian Schulz, „es sieht auch im Training sehr gut aus, was er macht.“ 0:1 verloren – und doch gewonnen.

          Quelle: F.A.Z.

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