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Hamburger SV Der HSV versucht es mit Veh und Reinhardt

25.05.2010 ·  Dass Veh neuer Trainer in Hamburg werden würde, hatte sich nicht angedeutet. Stuttgarts einstiger Meistertrainer war zuletzt als Magath-Nachfolger in Wolfsburg gescheitert. Auch die Personalie Reinhardt als Sportdirektor kommt überraschend.

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Armin Veh ist der achte Trainer des Hamburger SV in der Amtszeit des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann. Die am Sonntagabend bekanntgegebene und am Montag mit der Vorstellung des gebürtigen Augsburgers vollzogene Verpflichtung beim Tabellensiebten der abgelaufenen Fußball-Bundesligasaison ging einher mit der Bekanntgabe des neuen HSV-Sportdirektors. Auch diese zunächst mit einem Zweijahresvertrag verbundene Personalie kam überraschend, da die nach erfolgreichen Jahren nicht im Europapokal vertretenen Norddeutschen ihren langjährigen, zuletzt nach zwei Mittelfußbrüchen lange verletzten Profi Bastian Reinhardt mit der Nachfolge des vor elf Monaten gegangenen Dietmar Beiersdorfer beauftragten.

Auch die dritte Personalentscheidung des Montags war so nicht erwartet worden: Paolo Guerrero, der Hamburger Angreifer, der nach dem Bundesligaheimspiel gegen Hannover 96 mit einem Flaschenwurf gegen einen Zuschauer einen Skandal verursacht hatte, bleibt dem Verein erhalten. Der Peruaner, in dieser Spielzeit monatelang wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen, verlängerte seinen Vertrag mit den Hamburgern bis zum 30. Juni 2014.

Veh: „Jeder Trainerjob ist heutzutage ein Schleudersitz“

Dass Veh der neue Chefcoach des HSV sein würde, hatte sich nicht angedeutet. Und das in einem Verein, der nicht für seine Diskretion bekannt ist. Der 49 Jahre alte Schwabe erfüllt zwar nicht die Sehnsucht nach einem großen Namen der Szene, gilt aber als solider und seriöser Fachmann. Er war zuletzt als Nachfolger von Meistertrainer Felix Magath beim Bundesligaklub VfL Wolfsburg gescheitert und im Herbst 2008 entlassen worden. Vehs Meisterstück in einer Trainervita zwischen Regionalliga, zweiter und erster Liga war der deutsche Titelgewinn mit dem VfB Stuttgart 2007. Im Herbst 2008 aber trennten sich die Schwaben von diesem Fußballlehrer. In Hamburg sagte der Nachfolger des beim HSV kurz vor Saisonende gefeuerten Bruno Labbadia und seines Interimserben Ricardo Moniz, dass er eine „sehr reizvolle Aufgabe“ übernehme. „Es ist eine ähnliche Konstellation wie in Stuttgart.“

Dort arbeitete der Verfechter eines offensiven Kurzpassfußballs seinerzeit mit Horst Heldt sehr gut zusammen, der damals erst am Anfang seiner Managerlaufbahn stand. In Hamburg werden Reinhardt, jahrelang ein verlässlicher Abwehrspieler des HSV, und der schon seit längerem verpflichtete Schweizer Urs Siegenthaler als künftiger Chefscout die Männer an Vehs Seite sein. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass Armin Veh genau der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt ist“, hob Vorstandschef Hoffmann am Montag hervor.

Reinhardt: „Ich werde diesen Job selbstbewusst ausüben“

Reinhardt wiederum, der sich zuletzt als Praktikant in der Medienabteilung der Hamburger weiterbildete, gilt fürs Erste als Notnagel auf der Sportdirektor-Position, nachdem der vom Aufsichtsrat und Vorstand favorisierte frühere Hamburger Spieler Nico Hoogma von sich aus abgesagt hatte. „Es gab einen Topkandidaten“, sagte Reinhardt am Montag, „aber ich werde diesen Job selbstbewusst ausüben.“ Monatelang hatte der Hamburger SV nach einem Nachfolger für Beiersdorfer gesucht, der unterdessen beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg anheuerte.

Ob der Sportdirektor-Praktikant Reinhardt an seiner neuen Aufgabe schnell wächst, ist eine spannende Frage. Auch Veh wird die vielen Skeptiker im Verein noch überzeugen müssen. „Jeder Trainerjob ist heutzutage ein Schleudersitz“, bekannte er, der einen Zweijahresvertrag unterschrieb und bei einer vorzeitigen Kündigung dem Vernehmen nach keine weiteren Kosten verursachen würde.

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