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Hamburger Offensive Zehn Millionen für den Stürmer Marcus Berg

19.07.2009 ·  Lange dauerte es, nun ist der Kauf perfekt: Der Hamburger SV hat in Marcus Berg das Objekt seiner Begierde endlich erhalten. Der schwedische Stürmer ist der teuerste Einkauf in der Geschichte des Vereins. Doch der HSV sucht noch weiter.

Von Frank Heike, Hamburg
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Das schöne Ostfriesland hat Bernd Hoffmann in den vergangenen Tagen so richtig gut kennengelernt. Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV machte in Leer Halt, um einen Mann namens Hans Nijland zu treffen. Nijland ist der Sportdirektor des holländischen Klubs FC Groningen aus der Ehrendivision. Und weil Nijland sich als äußerst zäher Verhandlungspartner erwies, musste Hoffmann öfter ins Ostfriesische, als ihm lieb war. Aber so ist es, wenn man derzeit Sportchef und Vereinsboss in einem ist.

Am Ende haben sich die Sommertouren an die holländische Grenze doch gelohnt: Der HSV hat in Marcus Berg das Objekt seiner Begierde erhalten. Dass Hoffmann demnächst zehn Millionen Euro an die Groninger überweisen muss, wird er mit süßsaurer Miene hinnehmen - zwölf Millionen Euro hatte Nijland für den 22 Jahre alten Schweden gefordert, Hoffmann wollte acht Millionen Euro zahlen, die ganze Sache zog sich wie Kaugummi. Am Ende einigte man sich auf diesen doch hohen Kaufpreis für den Stürmer, der zuletzt bei der U-21-Europameisterschaft in Schweden Torschützenkönig wurde (sieben Tore in vier Spielen) und für Groningen in 56 Spielen der ersten Liga 32 Mal traf. Berg war 2007 vom IFK Göteborg nach Groningen gewechselt.

Berg ist nun der teuerste Einkauf in der Geschichte des HSV, er erhält einen Vertrag bis 2014 und soll die Lücke schließen, die Ivica Olic hinterlässt. Es war auch Bergs beeindruckende Leistung in den Spielen für Schweden bei der EM, die den Preis für ihn hochgetrieben haben. Der neue Hamburger Trainer Bruno Labbadia hatte Berg in Südschweden Ende Juni selbst beschaut und schwärmt nun: „Er hat ein starkes Durchsetzungsvermögen, er weiß, wo das Tor steht.“ Der Spieler selbst hatte schwedischen Zeitungen schon vor zwei Wochen gesagt, dass der HSV sein Wunschverein sei. Vor allem Stadion, Stadt und Trainingsanlagen beim HSV hatten ihn beeindruckt. Danach hatte der übliche Transferpoker um den Nationalspieler begonnen.

Rückkehrer Reinhardt bricht sich den Mittelfuß

Für den derzeit bei den Fans sehr umstrittenen Hoffmann ist der Berg-Deal ein wichtiger Pluspunkt, wie überhaupt alle Einkäufe einen abgestimmten und sinnvollen Eindruck machen. Zé Roberto, Robert Tesche, Eljero Elia und nun Berg - es fehlt aber noch ein Innenverteidiger, weil sich der Brasilianer Alex Silva das Kreuzband gerissen hat. Die Rückholaktion des schon aussortierten und dann als Silva-Ersatz eingeplanten Bastian Reinhardt hat nämlich unglücklich begonnen: Bei einem Testtraining in den Vereinigten Staaten hat sich Reinhardt wieder den Mittelfußknochen gebrochen und wird wieder wochenlang ausfallen.

Also muss Hoffmann die letzten der ehedem 18 Millionen Euro für neue Profis sinnvoll einsetzen, um noch einen Mann für die Abwehr zu bekommen. Die Zeit drängt: Der Chef hat versprochen, den Kader bis zum ersten Spiel in der Europa League am 30. Juli komplettiert zu haben. Das auch in bewusster Abgrenzung zum ehemaligen Manager Dietmar Beiersdorfer, der damit gern bis zum letzten Tag der Transferperiode wartete.

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