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Grafite und Dzeko Unschlagbare Wolfsburger Erfolgsformel 26 plus 25

18.05.2009 ·  Was wäre Wolfsburg ohne Grafite und Dzeko? 51 der 75 Treffer erzielten die phantastischen Zwei. Der Meistertitel ist zum greifen nahe. Die persönliche Rivalität um die Torjägerkanone interessiert nur am Rande. Doch bleiben sie beim VfL?

Von Roland Zorn, Wolfsburg
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Nach dem Spiel ist wie während des Spiels. Auch dann stehen Grafite und Edin Dzeko Seite an Seite, weil die beiden besten Stürmer der Fußball-Bundesliga oft genug doppelt bis dreifach treffen. Am Samstag, beim 5:0-Triumph des Tabellenführers der Fußball-Bundesliga im Niedersachsenderby bei Hannover 96, schoss Dzeko drei und Grafite zwei Tore (siehe auch: 5:0 in Hannover: Wolfsburg wie ein kommender Meister). Der 30 Jahre alte Brasilianer, bullig, durchsetzungsfähig, schlitzohrig, führt die Torschützenliste der Liga mit 26 Toren vor seinem 23 Jahre alten bosnischen Kollegen an, der nach 33 Spieltagen auf 25 Tore kommt.

Die Erfolgsformel 26 plus 25 ist atemraubend und furchteinflößend zugleich. Grafite allein, der sich am Samstag erstmals mit einem passablen Deutsch zu Wort meldete, hat so viele Tore geschossen wie der Karlsruher SC. Beide zusammen haben häufiger getroffen als der Tabellenvierte Hertha BSC Berlin (48 Tore) während der gesamten Saison (siehe auch: Die aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga).

Leben Grafite und Dzeko ihren steten Drang nach Toren, Toren, Toren am kommenden Samstag zum Liga-Finale noch einmal so richtig aus, dann könnten sie auch das in der Bundesliga-Geschichte bisher noch führende Stürmerduo überflügeln. Gerd Müller und Uli Hoeneß kamen für den FC Bayern München zweimal nacheinander auf die Quote von 53 Treffern (Saison 1971/72 und 1972/73). Grafite und Dzeko duellieren sich auch untereinander im Zweikampf um die Torjägerkanone der Bundesliga. Das gab es zuletzt vor dreizehn Jahren, als die Stuttgarter Fredi Bobic (17 Treffer) und Giovane Elber (16) um den ersten Platz in der Schützenliste kämpften.

„Wahnsinn, das war vielleicht mein bestes Spiel für den VfL“

Die persönliche Rivalität im Wettstreit um die Torjägerkanone interessierte Grafite und Dzeko am Samstag nur am Rande. Hauptsache, Meister, sagten sie stattdessen unisono. Während Grafite geneigt scheint, seine sportliche Zukunft in Wolfsburg zu sehen, umschwirren Dzeko die Agenten und Interessenten von europäischen Topklubs.

Der antritts- und handlungsschnelle, am Ball starke und dazu noch wuchtige Spieler ist in seiner Altersklasse einer der Allerbesten in Europa und trifft mit dem rechten (neun Tore) und dem linken Fuß (sieben Tore) oder per Kopf (neun Treffer). Auf dem Platz gierig, im Auftreten danach bescheiden, das sind die zwei Gesichter des Bosniers, der allein in der Rückrunde zwanzigmal erfolgreich war.

Das 5:0 in Hannover setzte Dzeko auch mit einem persönlichen Superlativ gleich. „Wahnsinn“, jubilierte er, „das war vielleicht mein bestes Spiel für den VfL. Es ist ein Traum für mich, dass ich nach zwei Jahren in Deutschland die Chance habe, Meister zu werden.“ Mag sein Partner Grafite das Tor des Jahres zum 5:1 der Wolfsburger über die Bayern mit der Hacke erzielt haben (siehe auch: 1:5 in Wolfsburg - Die Bayern gehen unter), so gehört das 1:0 von Dzeko gegen 96 auch zur Kategorie der ansehnlichsten Saisontreffer. Wie er eine weit geschlagene Flanke von Hasebe mit der Brust annahm, den Ball einmal zu Boden tropfen ließ und ihn dann volley mit rechts ins hannoversche Dreieck wuchtete, das war lehrbuchreif.

„Wir wollen und werden die Dzekos und Grafites halten“

Dzeko ist sich seines hohen Marktwerts bewusst und hat deshalb über ein Interview mit einer bosnischen Zeitung ventiliert, dass er Wolfsburg nach der Saison wie sein Trainer und Förderer Felix Magath am liebsten verlassen möchte. Nach dem Triumph des VfL in Hannover äußerte sich der Angreifer defensiver und sagte nur: „Ich will erst einmal Meister werden und konzentriere mich nur auf Wolfsburg. Was dann passiert, werden wir sehen.“

Für die Bundesliga wäre es schade, wenn sich das magische Dreieck der Neuzeit, zu dem auch Zvjezdan Misimovic, der beste Einfädler der Ligahistorie (21 Torvorlagen), gehört, künftig auflöste. Auch Misimovic soll schon mal mit einem Wechsel geliebäugelt haben. Dem steht der feste Vorsatz des Geldgebers entgegen. Stephan Grühsem, der Generalbevollmächtigte des Volkswagen-Konzerns für den Sektor Kommunikation und stellvertretende Aufsichtsratschef beim VfL, sagt klipp und klar: „Wir wollen und werden die Dzekos und Grafites halten.“

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