30.10.2006 · Der deutsche Fußball sorgt sich um seinen guten Ruf. Aufgeschreckt durch die jüngsten Ausschreitungen in vielen Stadien sucht der Deutschen Fußball-Bund an diesem Dienstag auf einem „Gewalt-Gipfel“ nach Lösungen.
Der deutsche Fußball sorgt sich um seinen guten Ruf. Aufgeschreckt durch die jüngsten Ausschreitungen in deutschen Stadien haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) für diesen Dienstag zu einem „Grundsatzgespräch“ über die gravierenden Vorfälle des vergangenen Wochenendes in die Frankfurter DFB-Zentrale geladen. DFB-Präsident Theo Zwanziger und Liga-Präsident Werner Hackmann haben den „Gewalt-Gipfel“ zur Chefsache erklärt.
Auf Initiative Zwanzigers wurden am Wochenende ausführliche Berichte über die Vorfälle in Berlin, Augsburg und Pforzheim angefordert. „Wir werden darüber diskutieren, wie wir der Sache von unserer Seite aus Einhalt gebieten können“, meinte der DFB-Präsident, der in einem Gespräch mit Hackmann mögliche Konsequenzen erörtern und über eventuelle kurzfristige Maßnahmen beraten will.
Ermittlungen gegen Dynamo
Am Montag abend leitete der DFB-Kontrollausschuß ein Ermittlungsverfahren gegen den Nord-Regionalligaklub Dynamo Dresden ein. Nach den schweren Ausschreitungen von Dresdner Anhängern am Freitag während des Regionalliga-Spiels Hertha BSC Berlin II gegen Dynamo (1:1) wurde Dresden zu einer zeitnahen schriftlichen Stellungnahme aufgefordert (Siehe auch: Polizisten und Fans bei Krawallen verletzt). Wie der DFB mitteilte, soll „im Anschluß daran über den weiteren Fortgang des Verfahrens“ entschieden werden.
Zuvor hatte der DFB darauf hingewiesen, daß er unabhängig von den jüngsten Vorfällen bereits Anfang Oktober beschlossen habe, alle deutschen Fangruppen zu einem Kongreß Ende Januar/Anfang Februar 2007 einzuladen. Dies hatte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Alfred Sengle am 13. Oktober in Berlin bei der Vorstellung einer Studie des Fan-Forschers Gunter A. Pilz über Rassismus in deutschen Stadien angekündigt. Ein DFL-Sprecher gab bekannt, daß die DFL derzeit 23 Projekte mit einem finanziellen Volumen von einer Million Euro unterstütze.
Keine Trendwende
Für die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in Düsseldorf sind Krawalle wie die in Augsburg und Berlin keine außergewöhnliche Erscheinung und auch keine Trendwende. „Was sich am letzten Wochenende ereignet hat, ist bedauerlich, aber nicht neu. Die uns vorliegenden Zahlen von Vorfällen dieser Art zeigen, daß die Situation seit fünf, sechs Jahren so ist“, sagte ZIS-Leiter Michael Endler. Vielmehr habe die Öffentlichkeit dies nicht so wahrgenommen. „Da gibt es einen Nachholbedarf“, meinte der Polizeidirektor.
Möglicherweise habe man geglaubt, der Hooliganismus sei auf dem Rückzug, weil in den Bundesliga- und Zweitliga-Stadien es nur noch sehr selten zu Vorfällen komme. „Viele selbst ernannte Kenner meinten deshalb, es gebe Gründe, den Hooliganismus tot zu sagen. Doch dies ist nicht der Fall“, sagte Endler. „Die Stadienneubauten bieten von der Architektur keinen Platz für Krawalle.“ Außerdem hätten die Ordnerdienste aus der Vergangenheit gelernt und würden viel effektiver eingesetzt.
Gewalt in unteren Ligen
Wie man in Zukunft besser auf die Gewalt bei Fußballspielen der unteren Ligen reagieren kann, wird Thema der Konferenz des Nationalen Ausschusses Sport und Sicherheit am 8. November in Düsseldorf sein. „Wir werden darüber beraten, wie wir mit Ausschreitungen zum Beispiel auch in einer möglichen dritten Liga umgehen“, sagte Endler. Mitglieder des nationalen Gremiums sind nicht nur Vertreter der Sicherheitsbehörden, sondern auch Experten von Verbänden und Fanvereinigungen.
Beim Zweitligaspiel FC Augsburg gegen 1860 München war es am Freitag abend ebenso zu schweren Ausschreitungen gekommen wie bei der Regionalliga-Partie Hertha gegen Dresden. Bei den Krawallen im Pankower Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion wurden 23 Polizisten zum Teil schwer verletzt, 22 Personen wurden festgenommen. In Augsburg nahm die Polizei 21 Randalierer vorläufig fest. Zu einem Zwischenfall kam es auch in der Oberliga Baden-Württemberg, als rund 30 Anhänger des SVW Mannheim in der Partie beim 1. FC Pforzheim das Feld stürmten. Im Fußball-Kreis Siegen-Wittgenstein wurden alle Kreisliga-Spiele abgesagt, weil sich Schiedsrichter geweigert hatten, Spiele bestimmter Mannschaften zu leiten.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |