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Fußball-Wettskandal Zwanziger will hart durchgreifen

21.11.2009 ·  Ein neuer Wettskandal erschüttert den Fußball, in den Medien kursieren Namen von unmittelbar Beteiligten. DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigt sich nicht besonders überrascht - und fordert schnelle Strafen.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will die am neuen Wettskandal beteiligten Spieler und Funktionäre möglichst schnell bestrafen. Sobald beweiskräftige Unterlagen vorliegen, „wird unser Sportgericht und der Kontrollausschuss die sportgerichtlichen Maßnahmen treffen und das entsprechend ahnden“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Samstag. Das sportgerichtliche Urteil könne „vielleicht sogar weit vor einer Anklageerhebung und einer richterlichen Entscheidung“ fallen.

Der DFB werde auch der Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen helfen. „Sobald wir wissen, gegen wen ermittelt wird, werden wir der Staatsanwaltschaft natürlich alles zur Verfügung stellen, was sie braucht“, sagte Zwanziger. „Es liegt ganz in unserem Sinne, dass die Staatsanwaltschaft das so aggressiv angeht.“

„Nur die Spitze des Eisbergs“

Nach Angaben der Ermittler stehen europaweit rund 200 Partien unter Manipulationsverdacht. In Deutschland seien vier Partien der zweiten Bundesliga, drei Spiele der dritten Liga und achtzehn Begegnungen der Regionalliga betroffen. Namen von Spielern und Schiedsrichtern, die unmittelbar am Wettskandal beteiligt seien sollen, kursieren in den Medien. Unter anderem genannt wurde der Osnabrücker Thomas Reichenberger, der am Samstag beim Drittligaspiel gegen Borussia Dortmund II eine mögliche Beteiligung an Spielmanipulationen öffentlich dementierte.

Video: Entsetzen über Betrug im Fußball

Nach Angaben des „Spiegels“ soll ein Unparteiischer bei einem Spiel der Regionalliga Süd im Mai Schmiergeld von den mutmaßlichen Wettbetrügern kassiert haben. Zudem soll auch der Regionalligaverein SSV Ulm tiefer in den neuen Wettskandal verwickelt sein, als bislang bekannt. Insgesamt wurden bislang 17 Haftbefehle vollstreckt, davon zwei in der Schweiz und 15 in Deutschland. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter ihre Aktivitäten vom Ruhrgebiet aus gesteuert haben. Der Schaden wird derzeit auf etwa zehn Millionen Euro beziffert. „Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Polizeidirektor Friedhelm Althans.

Zwanziger: Warum sind wir nicht gewarnt worden?

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International Deutschland hat unterdessen effektivere Präventionsmaßnahmen im Fußball angemahnt. „Wir brauchen natürlich die Repression, sprich Strafgesetze, Kontrollen, Frühwarnsysteme, damit es den Tätern so schwer wie möglich gemacht wird“, sagte die Vorsitzende der Organisation, Sylvia Schenk, im Deutschlandradio Kultur. Zugleich mahnte sie einen Mentalitätswandel im Fußball an: „Man muss sich auch über die Moral und das Unrechtsbewusstsein bei Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären unterhalten. Korruption gilt immer noch als Kavaliersdelikt.“

Der DFB will nun prüfen, ob das nach dem Betrugsskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer 2005 installierte Frühwarnsystem auf dem Wettmarkt Mängel hat. „Ich will jetzt noch nicht sagen: „Es hat versagt.“ Ich glaube das wäre zu viel. Aber wir müssen gucken, warum wir nicht gewarnt worden sind“, sagte Zwanziger.

Für ihn ist der Wettskandal aber auch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. „Das ist Kriminalität.“ Diese Betrügereien gebe es nicht nur im Sport, sondern „auf allen Ebenen“ der Gesellschaft. „Wo Geld ist, da ist auch Korruption. Der entscheidende Punkt ist, wie gehen die Sportler damit um“, sagte Zwanziger.

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