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Fußball-Vermarktung Leo Kirch will die Bundesliga-Fernsehrechte

07.10.2007 ·  Noch bevor das Bieterverfahren um die Bundesliga-Fernsehrechte für die von 2009 an gültigen Verträge begonnen hat, herrscht hinter den Kulissen längst große Unruhe: Leo Kirch scheint sein Comeback auf der Fußball-Bühne vorzubereiten. Von Marcus Theurer.

Von Marcus Theurer
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Der vor fünf Jahren mit einer Milliardenpleite abgetretene Medienunternehmer Leo Kirch will offenbar wieder groß in das Geschäft mit den Fernsehübertragungen der Fußball-Bundesliga einsteigen. Nach Informationen der F.A.Z. aus Branchenkreisen werben der 81 Jahre alte Kirch und sein langjähriger Weggefährte Dieter Hahn bei Bundesliga-Managern intensiv um die Vermarktungsrechte.

Wie am Sonntag weiter zu hören war, will Kirch sich nicht nur auf die Rolle eines Zwischenhändlers im Auftrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) konzentrieren, sondern hat offenbar weitergehende Pläne. Darin könnte auch das Münchener Medienunternehmen EM.Sport (früher EM.TV) eingebunden sein, an dem sich Kirch im September beteiligt hat. Zu EM.Sport gehören unter anderem der Spartenkanal Deutsches Sportfernsehen (DSF) und der im Geschäft mit Sportübertragungen aktive Produzent Plaza Media.

Management der DFL berät Montagabend

Über eine mögliche Rückkehr von Kirch in das Geschäft mit der Bundesliga ist schon in den vergangenen Wochen spekuliert worden. Von der DFL war am Wochenende keine Stellungnahme zu erhalten. Die Kirch-Pläne werden aber voraussichtlich Thema auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL am Dienstag in Frankfurt sein.

Bereits am Montagabend berät das Management der DFL über die Vermarktung der Fernsehrechte. Dabei geht es um die Übertragungen von der Saison 2009/2010 an. Bis dahin sind die Rechte fest vergeben. Die Erfolgschancen von Kirch im Rennen um die begehrten Bundesliga-Rechte gelten allerdings als unsicher. Der Medienunternehmer war bis zum Zusammenbruch der damaligen Kirch-Gruppe im Frühjahr 2002 schon einmal Hauptfinanzier der 36 deutschen Fußball-Proficlubs. Die Kirch-Insolvenz war damals auch für die Vereine ein wirtschaftliches Desaster, weshalb die Vorbehalte gegen Kirch in der Bundesliga bis heute groß sind. Wenn er keine weitreichenden Bankgarantien vorweisen kann, dürfte er deshalb kaum Aussichten auf den Zuschlag für die Bundesliga-Rechte haben. Ob und wie Kirch eine solche Bankbürgschaft vorweisen kann, ist bislang unbekannt.

Es geht um Milliardensummen

Im Ringen um die Fußball-Übertragungen geht es um Milliardensummen. Bislang kassieren die Vereine dafür rund 440 Millionen Euro im Jahr. Die DFL will von 2009 an noch deutlich höhere Lizenzgelder einsammeln. Der Verkauf der Rechte ist allerdings juristisch komplex. Die EU-Wettbewerbskommission hat die DFL zu einer diskriminierungsfreien Ausschreibung verpflichtet und stellt detaillierte Anforderungen. Die genauen Rahmenbedingungen sind bislang zwischen Brüssel und der DFL offenbar noch nicht endgültig vereinbart. Allerdings wird damit gerechnet, dass die DFL in den kommenden Wochen mit dem Verkauf der Fernsehrechte beginnen kann.

Mit Kirch schaltet sich ein weiterer Teilnehmer im Ringen um das Bundesliga-Fernsehen ein. Bislang wird dieses vor allem vom Bezahlsender Premiere und der öffentlich-rechtlichen ARD dominiert. Premiere zeigt die Spiele live und liefert die Übertragungen auch an das neue Internetfernsehen (IP-TV) der Deutschen Telekom. Die ARD zeigt die zeitversetzten Zusammenfassungen am Samstagabend.

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