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Fußball Van der Vaart soll hohe Geldstrafe zahlen

20.08.2007 ·  Wegen des Fotos mit dem Valencia-Trikot will der HSV Rafael van der Vaart mit 30.000 Euro zur Kasse bitten. Falls der Star nicht zahlt, soll ihm das Geld vom Gehalt abgezogen werden. Ein Wechsel nach Spanien wird immer unwahrscheinlicher.

Von Frank Heike, Hamburg
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Ein paar Rätsel hat Rafael van der Vaart noch am Sonntag abend gelöst. Er wolle nicht wegen des Geldes zum FC Valencia, behauptete er: „Hätte ich beim HSV verlängert, würde ich hier mehr verdienen.“ Warum er dann aber weiterhin mit allen Tricks seine Versetzung nach Spanien betreibt, wollte van der Vaart nicht verraten.

Es sind womöglich auch persönliche Gründe, die Nähe zu den Großeltern, eine allgemeine Vorliebe für das Heimatland seiner Mutter, vielleicht die Wärme, wer weiß, oder nur die Sorge, der FC Valencia könne in einem Jahr nicht mehr so viel zahlen oder ist dann längst mit anderen Profis handelseinig.

Aus Trotz wird Resignation

Die Ablichtung im Trikot der Spanier für die Zeitung „As“ bereut er inzwischen (Siehe auch: Hamburger SV: Van der Vaart posiert mit Valencia-Trikot). Er habe sich von spanischen Journalisten überreden lassen. Dem Fotobeweis für van der Vaarts spanisches Verlangen wird eine hohe Geldstrafe folgen - 30.000 Euro soll er zahlen. Der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer haben sich darauf geeinigt. „Von mir kriegen sie nichts“, sagte van der Vaart am Sonntag trotzig. Doch man wird sich einigen, wie auch die Affäre van der Vaart langsam zur Ruhe kommen dürfte. Denn der Hamburger SV wird ihn in diesem August nicht mehr verkaufen. „Definitiv nicht“, sagte Hoffmann.

Das entscheidende Ergebnis in den Stunden nach dem Hamburger 1:0 gegen Bayer Leverkusen war offenbar die Einsicht, die Rafael van der Vaart überkam. Es klang allerdings eher wie Resignation, dass nun aus dem mit allen Mitteln angezettelten Vereinswechsel vorerst nichts wird. „Der FC Valencia ist mein Traumverein. Aber wenn ich hier bleiben muss, werde ich 100 Prozent geben“, sagte er.

Doppelte Sieger

Das hatte der kleine Holländer auch am Sonntag getan, als er der beste Spieler seiner Mannschaft war und den Siegtreffer erzielte. Nervenstark und professionell nahm er den Ball und trat ihn vom Elfmeterpunkt aus ins Leverkusener Tor (64. Minute). Befreiter Jubel hallte durch die Arena in Hamburg, dieser Stadt, die seit genau einer Woche kein anderes Thema mehr kennt als van der Vaarts spanisches Verlangen. Niemand pfiff nach dem zweiten Sieg des HSV im zweiten Spiel mehr auf den Holländer.

Die Hamburger Verantwortlichen fühlten sich am Sonntag wie doppelte Sieger. Vor allem Hoffmann wirkte stolz darauf, nicht nachgegeben zu haben. Beiersdorfer betrachtet die Causa van der Vaart differenziert, nämlich argumentativ getrennt auf und außerhalb des Feldes. Zum Elfmeter sagte er: „Nur große Spieler können solchen Druck vertragen. Es hat mich nicht gewundert, dass Rafael sich getraut hat.“ Er habe „Willen und Stolz“, das sei in dieser Situation zum Tragen gekommen. Interessanterweise trat Beiersdorfer dem Eindruck entgegen, van der Vaart sei durch seinen Vater Ramon und Berater Sören Lerby „ferngesteuert“.

Aggression und Verachtung

Beiersdorfer sagte: „Rafael ist 24 Jahre alt und kein Kind mehr. Auch wenn andere hereinreden, muss er Herr des Verfahrens bleiben.“ Dass man mit 24 Jahren und als Vater eines Sohnes aber immer noch ein Kindskopf sein kann, der alles spielerisch betrachtet, ist dabei auch an van der Vaart abzulesen: Gedankenlos lässt er sich im Valencia-Trikot fotografieren, genauso wenig Gedanken macht er sich beim Ausführen eines Strafstoßes. Allerdings sieht er sich bei seinem kalkulierten Vertragsbruch im Recht, weil ihm Hoffmann vor zwei Jahren versprochen haben soll, bei einem Angebot aus Spanien wechseln zu dürfen.

Dieses Versprechen breche Hoffmann nun, sagt van der Vaart, während Hoffmann von der Absprache nichts wissen will. Beim HSV ist man bereit, die „Tür für Rafael offen zu lassen“, sagte Beiersdorfer, ihm also zu zeigen, dass ein drittes und letztes Jahr im HSV-Trikot eine vernünftige Lösung sein kann, bevor der Absprung nach Spanien oder wohin auch immer erfolgt. Wobei natürlich niemand weiß, was in einem Jahr ist.

Zum wiederholten Male in die Luft gegangen war vorher Huub Stevens. Der holländische Trainer des HSV reagiert nur noch mit Aggression und Verachtung für den Fragesteller, wenn es um van der Vaart geht. Trotzdem wird er danach gefragt. Stevens lobte die Fans und die Verantwortlichen des HSV für ihre Haltung - die Anhänger also dafür, dass sie nur zu Beginn des Spiels ein bisschen gepfiffen haben (86 Dezibel laut, maß die „Bild“, nicht sehr laut), Hoffmann und Beiersdorfer für ihr Krisenmanagement. Innerhalb der Mannschaft habe es ein klares Votum für den Spieler van der Vaart gegeben.

Der Mensch van der Vaart hat sich zumindest aus Sicht von Torwart Frank Rost schlecht benommen. „Heute musst du moralische Ansprüche im Fußball weit nach unten fahren, fast gegen null. Natürlich hat sich Rafael mit seinem Verhalten vieles kaputtgemacht, aber das interessiert jetzt keinen mehr.“ Damit hatte Rost die Quintessenz aus dem Fall des Rebellen Rafael van der Vaart in zwei Sätzen perfekt zusammengefasst.

„Es gibt eine goldene Fibel der Spielerberater, wie mache ich einen Verein mürbe. Die ist jetzt abgearbeitet.“
Bernd Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV, zum Wechseltheater von Rafael van der Vaart

„Alles Gute Papa Joris, verheb dich nicht.“
Glückwunschplakat an Joris Mathijsen beim Spiel des Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen mit der Warnung, sich nicht wie Rafael van der Vaart einen Hexenschuss zuzuziehen.

„Wir haben ja den Vorteil, dass wir das Gehalt überweisen.“
Hamburgs Sportchef Dietmar Beiersdorfer zur Aussage von Rafael van der Vaart, er werde wegen des Fotos mit dem Valencia-Trikot keine Geldstrafe zahlen

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