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Fußball und Integration „Geh deinen Weg“

 ·  Der Bundesliga-Spieltag am Wochenende steht im Zeichen der Integration. Deshalb besucht der Nationalmannschafts-Fan Angela Merkel ein Ligaspiel. Und die Klubs verzichten für eine Partie auf Trikotwerbung.

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© dapd Bunte Gesellschaft: Merkel zwischen Rot und Schwarz-Gelb

Es ist 20 Jahre her, dass sich die Fußball-Bundesliga erstmals für einen Spieltag demonstrativ für Integration in Deutschland engagierte. Das Land hatte gerade die Anschläge in Rostock-Lichtenhagen und Solingen erlebt, als die Fußballprofis mit dem Schriftzug „Mein Freund ist Ausländer“ ins Stadion einliefen, um ihre Solidarität zu bekunden. An diesem Wochenende werben die 18 deutschen Profiklubs zum zweiten Mal in ihrer Geschichte für mehr Toleranz und Integration in Deutschland, unter dem Motto: „Geh deinen Weg.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin der Aktion. „Man sieht an dem veränderten Motto, dass sich das Land verändert hat“, sagte die Bundeskanzlerin am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung der Initiative zusammen mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß sowie Reinhard Rauball, dem Präsidenten der Deutschen Fußball Liga. Es sei von überragender Bedeutung, „dass Integration in Deutschland gelingt“, sagte Frau Merkel. „Für Integration kann ich mir keinen stärkeren Partner vorstellen als den Sport. Fußball ist ein echter Integrationsmotor.“ Es gebe wohl wenige Sportarten, die so geeignet seien, junge Menschen jeder Herkunft zusammenzubringen, wie der Fußball. Die Aktion solle zeigen: „Du kannst es schaffen: Geh deinen Weg.“

Mehr Integration in der Bundesliga

Am dritten Bundesliga-Spieltag werden alle Mannschaften auf den Schriftzug ihres Sponsors für das Logo „Geh deinen Weg“ verzichten. Die Sponsoren verlangten dafür keine Entschädigung, was Hoeneß und Rauball als keine Selbstverständlichkeit in einem hart umkämpften Werbemarkt betrachten. In Deutschland leben knapp 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, im Alter von unter fünf Jahren ist es schon jeder Dritte. „In unserer Jugendabteilung haben fünfzig Prozent der Kinder und Jugendlichen Migrationshintergrund“, sagte Uli Hoeneß, der als Vorstandsmitglied der Deutschlandstiftung maßgeblich zu der Aktion beigetragen hat.

Merkel in Dortmund

Bundeskanzlerin Merkel wird als Schirmherrin der Deutschlandstiftung am Samstag das Spiel zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen besuchen. Sie wird dabei mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft aus den Jugendmannschaften der beiden Klubs zusammentreffen. Maria Böhmer, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration und Integration, nannte es eine wichtige Aufgabe, einen gesellschaftlichen „Klimawandel“ in dieser Frage zu erzeugen, ein „echtes Wir-Gefühl“. Dafür sei der Fußball eine ausgezeichnete Bühne.

DFL-Präsident Rauball wies daraufhin, dass in der Bundesliga derzeit Profis aus 66 Nationen unter Vertrag stünden: „Im Fußball wird Integration gelebt wie in kaum einem anderen Bereich.“

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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