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Fußball-Kommentar Magaths gutes Recht

Felix Magath will eine Strafe des DFB nicht akzeptieren und geht in Berufung. Die Empörung im Verband über den renitenten Wolfsburger Trainer beweist: die Funktionäre treffen derzeit jedes noch so verborgene Fettnäpfchen mit Volldampf.

© ddp Vergrößern Seine Renitenz lässt den DFB vor Wut schnauben: Felix Magath

Was will sich dieser Felix Magath denn noch alles erlauben? Hat er doch neulich in der Halbzeitpause den Schiedsrichter beschimpft, weswegen er nach der Pause nicht mehr auf der Trainerbank sitzen durfte, sondern auf die Tribüne musste. Nun sollte der Wolfsburger Trainer aber auch 10.000 Euro Strafe zahlen.

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Nicht, dass ihm das weh tun würde, denn in seinem Dreifachjob als Trainer, Geschäftsführer und Sportdirektor dürfte er genug verdienen, um seinen Kindern trotzdem noch Weihnachtsgeschenke kaufen zu können. Aber nein, dieser renitente Quälgeist fügt sich einfach nicht und tut das Undenkbare: Er legt Berufung ein!

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Zielsicher mit Volldampf in jedes Fettnäpfchen

Wer jetzt denkt, das sei doch in einem Rechtsstaat eine normale Angelegenheit und mache ebendiesen aus, hat natürlich recht – aber was hat das mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu tun? Verfolgt man die Meldungen der vergangenen Wochen, dann gilt es beim DFB schon als Hochverrat, eine andere als die offizielle Meinung zu welchem Thema auch immer zu haben.

Einen Imageschaden hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger gerade erst wegen der Ballack-Kritik am Bundestrainer Löw ausgemacht, aber um seinen Ruf muss sich der Verband bald nicht mehr sorgen, so zielsicher wie er mit Volldampf in jedes noch so verborgene Fettnäpfchen trampelt.

Darf man sich noch „mit den DFB-Rechtsorganen anlegen“?

Das gilt auch und gerade für den „Fall Magath“. Statt gelassen auf die Berufung zu reagieren, weil es nämlich Magaths gutes Recht ist, hat der DFB wutschnaubend auf diese offenbar unglaubliche Unverschämtheit reagiert und ein interessantes Rechtsverständnis offenbart. DFB-Vizepräsident Rainer Koch sagte nämlich, dass er keinerlei Verständnis für Magath habe, weil der eine sportgerichtliche Ahndung nicht akzeptieren möchte.

Gemach, gemach, das wird er ja wohl – aber eben vielleicht doch erst, wenn der Rechtsweg ausgeschöpft ist. Dummerweise ist Koch beim DFB auch noch für Rechtsfragen und das Schiedsrichterwesen zuständig und drohte auch noch: „Magath ist dabei, sich mit den DFB-Rechtsorganen anzulegen.“ Ja und? Ist das auch schon verboten?

Die Stimmen des DFB klingen nach anderen Staaten und Strafen

Vorsichtig gesagt – der DFB hört ja mit –, könnten nun leichte Zweifel aufkommen, ob Magath die Chance auf eine faire Anhörung bekommen wird. Erst recht, wenn Koch gleichzeitig den Dortmunder Trainer Klopp lobt, der seine Strafe akzeptiert und auch noch Besserung gelobt habe. Irgendwie klingt das nach ganz anderen Staaten, nach ganz anderen Strafen. Mal sehen, wie die DFB-Verlautbarung formuliert ist, wenn sich der umerzogene Magath demnächst artig für die 100 Stockschläge bedankt.

Quelle: F.A.Z.

 
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