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Fußball-Kommentar Kampf der HSV-Mimosen

 ·  Felix Magath ging vor einem Jahr mit der ganzen Wolfsburger Mannschaft als „teambildende Maßnahme“ ins Kino - und wurde Meister. Beim Hamburger SV sorgt ein Kinobesuch dagegen für den nächsten Eklat.

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Die Hamburger Kino-Petitesse hat eine Vorgeschichte. Im Januar warb Trainer Bruno Labbadia bei der Mitgliederversammlung in einer spontanen Rede für sich und seine Ziele beim Hamburger SV. In einem Nebensatz ging es um die Torwartposition; Labbadia sagte, dass man sich nach einem Nachfolger für Frank Rost umschauen müsse, denn der höre ja im Sommer 2011 auf. Das Problem: mit Rost war das nicht abgestimmt. Der streitbare Torwart hatte gerade erst einen neuen Einjahresvertrag unterschrieben, von Karriere-Ende war keine Rede.

Im Gegenteil: Der 36 Jahre alte Rost könnte sich gut vorstellen, über das Jahr 2011 hinaus beim HSV zu spielen. Labbadia nicht. Ohne Not hatte sich der ehrgeizige Trainer einen der wichtigsten Spieler zum Feind gemacht – wohlwollende oder stützende Worte zum Coach gab es vom beleidigten Rost seitdem nicht mehr.

Das muss man wissen, um zu verstehen, warum Rost und Labbadia am Sonntag nach dem Training in der Mannschaftssitzung aneinandergerieten, sich anschrieen und Rost später aus dem Mannschaftsrat zurücktrat. Im Streit um einen unangemeldeten Kinobesuch entlud sich der Frust, der sich bei Rost seit Januar aufgestaut hat.

Kinobesuch ohne Anmeldung

Die Sache an sich ist ja viel zu klein für eine solche Überreaktion beider Seiten: Rost war zusammen mit fünf Kollegen am Tag vor dem Spiel gegen Mainz ins Kino gegangen („Kampf der Titanen“), ohne dies beim Trainer anzumelden. Das Kino am Dammtor ist fünf Minuten vom Hotel entfernt, in dem die Hamburger Profis vor Spielen übernachten. Labbadia wertete das als Disziplinlosigkeit und stellte Rost vor versammelter Mannschaft zur Rede.

Rost fand das albern, keilte zurück. Die Art des Rücktritts war dann allerdings nicht halb so geradlinig, wie Rost sonst daherkommt: Auf seiner Internetseite, anstatt vor der Mannschaft, erklärte er sich: „Eine Konsequenz aus einer durch den Trainerstab so bewerteten Disziplinlosigkeit meinerseits.“

Felix Magath ging in der letzten Saison vor wichtigen Spielen mit der ganzen Wolfsburger Mannschaft als „teambildende Maßnahme“ ins Kino – und wurde deutscher Meister. Beim HSV macht längst jeder, was er will. Ein souveräner Trainer allerdings hätte das Thema weniger hoch gehängt. Aber Labbadia ist keiner, der ein Auge zudrückt: Er will alles regeln, überall mitreden, sich um alles kümmern – im Bemühen um totale Kontrolle hat er die Kontrolle über diese Mannschaft längst verloren.

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