10.04.2009 · Statt größer, schöner, besser sieht beim FC Bayern alles derzeit kleiner, mieser, schlechter aus. Beim 0:4-Debakel in Barcelona wurde der Stolz dieses großen deutschen Vereins mit Füßen getreten. Die Bilanz allein Trainer Klinsmann anzulasten wäre aber allzu billig.
Von Roland ZornAlles sollte größer, schöner, besser werden bei dieser deutschen Fußball-Institution. Wenige Wochen vor dem Ende der Saison 2008/09 aber schaut beim Rekordmeister Bayern München alles kleiner, mieser, schlechter aus, als es die Marketingparolen zur Zeitenwende verheißen hatten. Denn der Vorstand plante ja nicht einen gewöhnlichen Personalwechsel, als der erfolgreiche Ottmar Hitzfeld ging und der vielversprechende Neutrainer Jürgen Klinsmann kam (siehe auch: Klinsmann beim FC Bayern: Mehr Trainer als Projektleiter). Ein programmatischer Reformer, der seine Mission mit dem Vorsatz begann, seine Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu trimmen.
Inzwischen ist aus den Münchner Sommertagträumen des Vorjahres ein Alltag geworden, der mehr von Albträumen geprägt wird denn von frischer, frühlingshafter Hoffnung. Aus dem nationalen Pokalwettbewerb ist der Titelverteidiger längst herausgekickt worden (siehe auch: FC Bayern: Klinsmanns Hilflos-Suada), in der Bundesliga darbt der Serienmeister auf dem schmucklosen vierten Platz (siehe auch: Die aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga), und in der Champions League haben die Münchner am Mittwoch Abschied von allen Illusionen nehmen müssen. Schlimmer noch: Beim 0:4 in Barcelona wurde der Stolz dieses großen deutschen Vereins mit Füßen getreten (siehe auch: 0:4 in Barcelona: Bayern demontiert - nach allen Regeln der Kunst).
Diese Bilanz allein Klinsmann anzulasten wäre allzu billig. Eine Mannschaft, die sich geweigert hat, die Stars des FC Barcelona wenigstens zu bekämpfen, muss in die Mithaftung genommen werden. Es verlernt ja auch kein Violinist das Geigen, wenn der Dirigent von einem Schwächeanfall geplagt wird. Das Münchner Fußball-Ensemble mutet im Augenblick aber auch zusammenhanglos an, weil es von einem Trainer angeleitet wird, dessen Lehrsätze denen eines schlechten Unternehmensberaters ähneln. Manchmal wirken die zuletzt in Wolfsburg und Barcelona gedemütigten Bayern so, als hätte sich ihrer vor rund neun Monaten ein Investmentbanker bemächtigt.
Aus den tollsten Gewinnversprechen sind längst schwere Verlustmeldungen in diesen Wochen der sportlichen Krise geworden. Inzwischen steht das Projekt Klinsmann – von einem Modell zu sprechen verbietet sich – auf der Kippe. Der Mann, der als Bundestrainer mit dem Elan des Reformers bei der Weltmeisterschaft 2006 das ganze Land begeisterte, scheint kein Trainer für den professionellen Alltag im Spitzenfußball zu sein. Die Scheidung zwischen den Bayern und einem angeblichen Visionär ohne klare Vorstellungen ist nur noch eine Frage der Zeit (siehe auch: ).
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |