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Fußball-Kommentar Einzelgänger Rummenigge

26.02.2008 ·  Gedroht hat Karl-Heinz Rummenigge immer wieder mit der Aufkündigung der Solidargemeinschaft Bundesliga. Nun besuchte er heimlich das Bundeskartellamt. Doch besser wäre es, die Bayern blieben dem bewährten Ausgleichssystem treu.

Von Roland Zorn
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Gedroht hat Karl-Heinz Rummenigge immer wieder mal mit der Aufkündigung der Solidargemeinschaft Bundesliga. Wer die erste deutsche Fußballklasse seit Jahr und Tag anführt und dafür aus der Zentralvermarktung der nationalen Fernsehrechte „nur“ 23 Millionen Euro bekommt, schaut schon mal eifersüchtig auf die Spitzenklubs aus Spanien und Italien, die ihre Rechte einzeln vermarkten dürfen und dafür ein Vielfaches des Bayern-Honorars kassieren.

Andererseits ist derselbe Rummenigge auch ein gewählter Vertreter der Bundesliga im Vorstand des Ligaverbandes und in dieser Funktion auch zur Wahrung des Gesamtinteresses der Vereine und Kapitalgesellschaften des deutschen Profifußballs verpflichtet. Eine Zwickmühle, aus der herauszukommen nie ganz einfach ist.

Am Ende dürften die Münchner mehr Geld bekommen

Letztlich aber haben sich auch die Bayern – trotz ihres riesigen Vermarktungspotentials – immer wieder mit den anderen, teils viel kleineren Klubs arrangiert. Dass es auch bei der Vergabe der Bundesliga-Fernsehrechte für die Jahre 2009 bis 2012 so kommen wird, ist eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich.

Am Ende dürften die Münchner, geübt im ultimativen Fordern, aber auch in der Kunst des Kompromisses, wieder einmal mehr Geld als bisher für ihre in der Regel erfolgreichen Auftritte bekommen. Dem Besuch des Münchner Konzernchefs Rummenigge beim Bundeskartellamt haftet allerdings so gar nichts Solidarisches mit den Interessen der anderen Bundesliga-Teilnehmer an.

Von Rummenigge geht ein irritierendes Signal aus

Da auch die Bayern wissen, dass die Bonner Behörde die Segnungen oder Verwerfungen der Zentralvermarktung im Auge und unter Kontrolle behält, geht von dem Besuch eines der ersten Ligarepräsentanten ein irritierendes Signal aus. Das Kartellamt ist aber auch darüber im Bilde, dass außer den Bayern so gut wie alle anderen Bundesligaklubs an der bisher geübten und für den Konsumenten durchaus nicht schädlichen Zentralvermarktung festhalten wollen.

Da in Italien demnächst die Einzelvermarktung der Fernsehrechte an der Serie A zugunsten eines Gesamtmodells à la Bundesliga oder Premier League gekippt werden soll, weist der paneuropäische Trend mehr in Richtung der in Deutschland üblichen Praxis.

Andere Verhältnisse sind nicht nachahmenswert

Für die Bayern viel mehr Geld, hieße auch, dass das Gros der Vereine von den Brosamen leben müsste, die beim Geldverteilungsmachtkampf übrig blieben. Was das für die Wettbewerbssituation innerhalb der Bundesliga bedeutete, kann sich jeder ausmalen. Was heute noch reizvoll und einigermaßen ausbalanciert erscheint, geriete aus den Fugen. Das Sozialsystem Bundesliga wäre nachhaltig gestört.

Besser wäre es, die Bayern blieben dem bewährten Ausgleichssystem treu und verschafften sich dazu exklusiv ein paar weitere Pfründe – etwa über die Auslandsvermarktung der Liga. Wer den Blick über die Superreichen in der Serie A und der Primera División hinaus richtet, sieht schnell, dass italienische und spanische Ligaverhältnisse in der Summe alles andere als nachahmenswert sind.

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