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Fußball-Kommentar : Der letzte Trumpf

Vielleicht bewahrt die Trennung auch Mike Büskens vor Imageschaden Bild: dpa

Dem Fürther Präsidenten Hack ist es nicht gelungen, seine Werte hochzuhalten. Er hat sich nun doch von Mike Büskens getrennt. Auch für den Trainer könnte die Entscheidung positive Nebenwirkungen haben.

          Es ist noch gar nicht so lange her, da bekam man von Helmut Hack mehr als nur ein klares Bekenntnis zu Mike Büskens. Kein einfaches „Ja, er bleibt auf jeden Fall“. Sondern eine Art Hohelied auf die besonderen Fürther Verhältnisse. „Wer uns kennt“, sagte Hack im vergangenen November, als die Spielvereinigung Greuther Fürth schon einigen Abstand zum rettenden Ufer hatte, „der spürt, dass es unsere Stärke ist, dass wir Ruhe bewahren, dass es keine Hektik und keinen Aktionismus gibt.“

          Und auch danach klang es noch manches Mal, als sei allein die Frage nach der Zukunft des Trainers die Verirrung eines Unwissenden. Nur drei Monate später ist der Trainer und Aufstiegsheld Büskens in Fürth Geschichte.

          Aktionismus? Die Gesetze der Branche? Das Ende des Fürther Modells? Hack muss sich bewusst gewesen sein, dass seine Kehrtwende die in solchen Fällen üblichen Interpretationsmuster bedienen würde. Überstürzt aber kann man die Entscheidung nicht nennen. Schon vor dem dann überraschend gewonnenen Spiel beim FC Schalke stand Büskens vor dem Aus. Nicht, weil er der Hauptschuldige an den alles in allem bundesligauntauglichen Leistungen seiner Mannschaft war. Sondern, so ist anzunehmen, weil Hack sich vor Augen geführt hat, was ein bedingungsloses „Weiter so“ bedeutet hätte.

          Vieles deutete darauf hin, dass die Saison einen quälenden Verlauf genommen hätte. Mit weiteren Niederlagen, mancher Demütigung und am Ende einem krachenden Abstieg, der nie und nimmer die gesunde Basis für einen Neuanfang in derselben personellen Konstellation gewesen wäre.

          Vielleicht auch für Büskens gut

          Es gibt keinen Grund, an Hacks Vorsatz, mit Büskens auch in die zweite Liga zu gehen, zu zweifeln. Man kann ihm auch glauben, dass ihm die Entscheidung so schwer gefallen ist wie kaum eine andere. Zugleich sollte man anerkennen, dass es Situationen und Entwicklungen gibt, die es nötig machen, von der selbstgesteckten Linie abzuweichen. Hack mag in seinem Verein die familiären Werte hochhalten; am Ende ist er auch im Fußball das, was er im richtigen Leben ist: Unternehmer.

          Für den bis zum Ende loyalen Büskens könnte sich die Trennung - auch wenn er es sich gewiss ganz anders gewünscht hatte - sogar als günstig erweisen. Noch kam sie zur rechten Zeit, um selbst einigermaßen unbeschädigt aus der Spirale des Misserfolgs herauszukommen. Dass das auch der Spielvereinigung gelingt, ist eher unwahrscheinlich. Zwar hat der Klub in der Winterpause noch einmal getan, was finanziell möglich war, um nachzubessern. Auch der Posten des Sportdirektors wurde endlich neu besetzt. Mit dem Trainerwechsel zog Hack nun den letzten Trumpf. In einem Spiel allerdings, das schon verloren scheint.

          Quelle: F.A.Z.

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