Früher, in den Sturm- und ran-Zeiten des privaten Fußballfernsehens, da waren „Fieldreporter“ noch richtige Kerle. Bei Wind und Wetter lauerten sie in ihren Jeansjacken mit dem Mikrophon in der Hand am Spielfeldrand und zerrten nach Abpfiff die Helden des Spiels noch eigenhändig vor die Kamera.
Heute bekommen die in Anzuguniformen gesteckten Fragesteller-Darsteller ihre kickenden Opfer vor werbegetäfelte Stellwände geschoben. Und die Spieler dürfen dort nicht eher weg, bis alles gesagt ist und die Zuschauer auch das Kleingedruckte hinter den Großsprechern unterschwellig gespeichert haben.
So weit, so ritualisiert. Doch dann kam Wolf Werner. Der Manager von Fortuna Düsseldorf entführte am Dienstag in Dortmund Team-Kapitän Andreas Lambertz vor laufender Kamera aus dem Bild und beschied: „Heute geben wir Sky kein Interview, die haben uns vorher nur niedergemacht.“
Was natürlich Unfug war, denn bei Sky wird nie eine Mannschaft niedergemacht, schließlich überträgt der Himmelssender Spiele aus der besten Bundesliga der Welt. Lustig war es trotzdem, den allwissenden Chef-Interviewer Ecki Häuser endlich mal sprachlos zu sehen. Aber früher, bei ran, wäre er dem „Lumpi“ und dem Wolf noch nachgerannt und hätte sie gestellt.