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Fußball-Glosse Danke, Franz!

 ·  Der Kaiser grollt in seiner Neujahrsansprache über die Grenzen seines Reichs hinaus ins Badische. Beckenbauer verschont in seiner Größenwahn-Tirade gegen Hoffenheim - welch Zufall - nur Golfkumpel Hopp.

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Es war wirklich an der Zeit, die allenfalls sekundärtugendtaugliche Bescheidenheit als neue Primärtugend auszurufen. Und es gibt – neben der Kanzlerin – eigentlich nur eine Autorität, die dies darf. Also sprach der bescheidene Präsident des stets bescheidenen FC Bayern München, der vor notorisch bescheidenen Fans in einem bescheidenen Stadion spielt und einen sehr bescheidenen Manager hat, der stets sehr bescheidene Ziele formuliert, Worte, für die wir uns ganz ausdrücklich bedanken müssen.

Kaum also waren die letzten Silvesterraketen verraucht, ließ Franz Beckenbauer über sein liebstes Publikationsorgan ausrichten: „Bei Hoffenheim verfolge ich mit Sorgen den beginnenden Größenwahn.“ Wow! Cool! Da traut sich endlich einer was, und das in Zeiten, wo mindestens halb Fußball-Deutschland aus fadenscheinigen Gründen („schöner Fußball“, „offensiv“, „erfrischend“, „frech“) diesen neureichen Emporkömmlingen aus dem Kraichgau die Daumen drückt. (siehe: Beckenbauer: Hoffenheim hat „beginnenden Größenwahn“)

Des Kaisers Grollen verschont Hopp

Beckenbauers Neujahrsansprache – eine Mahnung an jene höhenluftbenebelten Majestätsbeleidiger, die mit billigen, provozierenden Witzen am Lack der wahren Elite, der wahren und ewigen und einzigen Nummer eins kratzen. Und es ist begrüßenswert, dass des Kaisers Grollen nicht Golfkumpel Dietmar Hopp, sondern dessen Statthaltern galt – jenem besserwisserischen Trainer, jenem aufschneiderischen Manager, die nicht wissen, was sich gehört, denen das viele Geld zu Kopf gestiegen sein muss.

Der Hoffenheimer Milliardär, ja, er ist so bescheiden, wie wir es uns wünschen. Bescheiden, wie es sonst nur die Bayern sind. Beckenbauer hat uns die Augen geöffnet. Danke! (siehe auch: Hoffenheimer Konter: Rangnick plädiert auf „nicht größenwahnsinnig“)

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Jahrgang 1962, zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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