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Fußball Eintracht will Jones halten - der lehnt ab

05.10.2006 ·  Jermaine Jones hat diese Saison noch keine Minute auf dem Platz gestanden. Und doch steht der jüngste Kapitän in der Geschichte der Eintracht in den Schlagzeilen. Weil er einen unterschriftsreifen Vertrag zurückweist.

Von Josef Schmitt
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Jermaine Jones hat in dieser Saison noch nicht eine einzige Minute für die Frankfurter Eintracht auf dem Platz gestanden. Und doch steht der jüngste Kapitän in der Geschichte der Eintracht in den Schlagzeilen, hat er in diesen Tagen doch gerade ein neues Vertragsangebot mit einer Laufzeit vom 31. Juli 2007 bis zum 30. Juni 2010 abgelehnt. Es sei ein „sehr gutes Angebot“ gewesen, betonte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Trainer Friedhelm Funkel ging in der Einschätzung noch weiter. „Sensationell“ sei die Offerte des Vereins gewesen, „ich hätte sofort unterschrieben“. Jones hat es nicht getan.

Er und wohl vor allem sein Berater Roger Wittmann schätzen die finanziellen Anreize der Vertragsverlängerung offenbar ganz anders ein. Daß die Eintracht jetzt ein Angebot vorgelegt hätte, habe wohl mit der Verletzung des Spielers zu tun. „Aus meiner Sicht ist es der falsche Zeitpunkt“, hat Jones gesagt. Erst im Winter sei er zu Gesprächen bereit, ließ er ausrichten, „wenn ich wieder spiele“. Ganz offenbar glaubt der bald 25 Jahre alte Mittelfeldspieler, daß mit seiner Spielfähigkeit auch sein Marktwert wieder steigen wird.

Gegen Newcastle will er wieder dabei sein...

Doch das mit den zeitlichen Vorgaben ist bei Jones so eine Sache. Zuletzt hat er für die Eintracht am 5. März in der Bundesliga gegen den Ball getreten. Danach hat er drei Operationen an seinem lädierten Schienbein über sich ergehen lassen müssen. Beim ersten Eingriff wurden wegen eines Haarrisses eine Platte und Schrauben eingesetzt, beim zweiten wurden die Schrauben wieder entfernt, weil sie als Grund für die ständig wiederkehrenden Schmerzen gegolten hatten. Zweimal hatte Jones wieder mit dem Training begonnen, mit dem einzigen Ergebnis, daß die Schmerzen geblieben sind. Zuletzt wurde die Metallplatte als Ursache aller Probleme ausgemacht und vor zwei Wochen in Berlin herausoperiert.

Damit sollen nun endlich alle Probleme beseitigt sein. Jones schmiedet schon wieder Pläne für die Rückkehr und hat damit seinen Trainer überrascht. Noch in diesem Jahr möchte der ehemalige U 21-Juniorennationalspieler wieder spielen, als Ziel hat er sich sogar das zweite Heimspiel im Uefa-Pokal gegen Newcastle United am 30. November gesetzt.

...was der Trainer für unwahrscheinlich hält

Ein Datum, das der Trainer nahezu ausschließt. Jones solle sich selbst „keinen Zeitdruck“ auferlegen, rät Funkel, es sei „viel zu früh“, über ein Comeback nachzudenken. Zunächst einmal müsse der Spieler schmerzfrei laufen können, um dann die Trainingsintensität langsam steigern zu können. „Bevor wir bei Jermaine Jones über das Comeback reden, soll er erst einmal für längere Zeit schmerzfrei trainieren“, sagt Funkel, „das alleine wünsche ich dem Spieler und uns.“ Über das abgelehnte Vertragsangebot will der Trainer mit seinem Kapitän nicht sprechen. Dies sei alleine Sache des Spielers, sagt Funkel, „das akzeptieren wir natürlich.“

Eine andere über eine Fachzeitschrift in Gang gesetzte Vertragsdiskussion wurde schon wieder beendet. Mit einem Anruf bei Trainer und Co-Trainer Armin Reutershahn hat Aleksandar Vasoski klargestellt, daß er keineswegs mit einem Wechsel in die englische Premier-League zu Newcastle United „liebäugele“, wie berichtet worden war. Dies sei „frei erfunden“, übermittelte Vasoski dem Trainer, er könne sich „nicht erklären“, wie eine solche Meldung zustande gekommen sein könnte. Dabei liegt der Verdacht nahe, daß Vasoskis Berater Fazel Ramadani den Marktwert seines Klienten testen wollte. Daß dieser noch bis zum 30. Juni 2009 in Frankfurt unter Vertrag steht, scheint dabei keine Rolle gespielt zu haben.

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