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Veröffentlicht: 25.10.2012, 14:32 Uhr

Fußball-Bundesliga Wolfsburg entlässt Magath

Felix Magath muss in Wolfsburg gehen. Der VfL entlässt damit seinen Trainer, Manager und Geschäftsführer. Nachfolger Magaths beim Letzten der Fußball-Bundesliga soll vorerst der Trainer der Amateure, Lorenz-Günther Köstner, werden.

© AFP Tschüss, Wolfsburg: Trainer und Manager Felix Magath muss den VfL verlassen

Volkswagen-Boss Martin Winterkorn hat seinen einstigen Liebling Felix Magath fallen gelassen. Der 59 Jahre alte frühere Meistercoach ist nicht mehr Trainer, Manager und Geschäftsführer des ambitionierten, aber seit drei Jahren chronisch erfolglosen VW-Klubs VfL Wolfsburg. „Der Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg und Felix Magath sind heute übereingekommen, die Zusammenarbeit zu beenden“, teilte der Verein in einer schriftlichen Presseerklärung mit.

Amateurcoach Lorenz-Günther Köstner soll zunächst als Interimscoach beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga fungieren und das Team im schweren Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) bei Fortuna Düsseldorf betreuen. „Ich habe zugesagt, der Verein liegt mir am Herzen“, sagte der 61-Jährige, der den VfL bereits 2010 nach der damaligen Beurlaubung von Armin Veh betreut hatte, zu „Bild.de“. Bereits am Donnerstagnachmittag leitete Köstner seine erste Einheit.

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Der VfL-Mutterkonzern hat mit dem einstigen Heilsbringer Magath angesichts der imageschädigen Auftritte des teuren Kaders in den vergangenen Monaten die Geduld verloren. Das Credo „Da, wo VW drauf steht, wollen wir ganz vorne mitspielen“ gilt schon lange nicht mehr. Trotz teilweise gewaltiger Investitionen seit dem überraschenden Meistertitel 2009 wird der VfL den Champions-League-Ambitionen von VW einfach nicht gerecht.

Am 18. März 2011 hatte Winterkorn Magath im Alleingang zurück geholt, um den damals schon drohenden Bundesliga-Abstieg zu vermeiden. Das gelang, die groß angekündigte Rückkehr in die nationale Spitze wurde verpasst. Dabei versuchte es Magath immer wieder mit neuen Spielern. In drei Transferperioden hat er seit 2011 26 Spieler für rund 71 Millionen Euro verpflichtet.

Die Lage spitzte sich nach dem 0:2 gegen Freiburg zu

Noch im Sommer war der Autokonzern davon überzeugt, beim VfL den nach Bayern München und Borussia Dortmund besten Bundesliga-Kader und das Zeug für die Champions League zu haben. Nach zuletzt vier Niederlagen und 0:10 Toren ist Wolfsburg dagegen zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder Bundesliga-Letzter.

Nach dem erbärmlichen 0:2 am Samstag gegen den SC Freiburg hatte sich die Lage zugespitzt. „Magath-raus“ hallte es durch das Stadion, die Rufe nach Köstner wurden lauter. Dass Magath nicht schon früher von seinen Aufgaben entbunden wurde, lag wohl an einer Auslandsreise Winterkorns, zu der der mächtige VW-Chef bereits am Sonntag aufgebrochen war. Erst am Mittwoch kehrte Winterkorn nach Stationen in Sao Paulo und New York zurück und nahm umgehend Beratungen auf.

Hoeneß empfahl indirekt die Trennung von Magath

In der Zwischenzeit hatte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß seinem Intimus und Bayern-Aufsichtsrat Winterkorn indirekt eine Trennung von Magath empfohlen. „Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer“, hatte Hoeneß gesagt und damit offensichtlich recht behalten, auch wenn Abwehrspieler Emanuel Pogatetz dies als „Blödsinn“ bezeichnete.

Am Dienstagabend traf sich die Mannschaft zur Krisensitzung ohne Trainer. Teile des Teams sprachen sich am Donnerstag beim Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz schließlich gegen den Coach aus. Magath bekam gegen Mittag dann den Laufpass und verließ kurz nach 12.30 Uhr das Vereinsgelände.

Ist Christian Nerlinger ein Kandidat?

Noch ist unklar, wie es nach der Beurlaubung von Magath weiter geht. „Wir werden uns in den nächsten Tagen Gedanken machen, wie die Struktur künftig aussehen soll“, erklärte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Der Abschied von Magath hinterlässt ein Machtvakuum, da der 59-Jährige auch als Manager und Geschäftsführer Sport beim Bundesligaletzten arbeitete.

Nach Informationen von „Bild.de“ gilt der frühere Bayern-Manager Christian Nerlinger als Kandidat in dem entsprechenden Bereich beim Volkswagen-Klub. Magaths Trainerteam um seine Assistenten sollte vorerst in Wolfsburg bleiben. „Nur Trainer Magath und der VfL haben sich getrennt“, bekräftigte Garcia Sanz. Bernd Hollerbach und Werner Leuthard baten aber beide um eine Entbindung von ihren Aufgaben. Der VfL entsprach ihren Bitten.

Felix Magath im Kurzporträt

Geboren am: 26. Juli 1953 in Aschaffenburg

Spieler-Stationen: 1972-1974 Viktoria Aschaffenburg, 1974-1976 1. FC Saarbrücken, 1976-1986 Hamburger SV

Bundesliga-Spiele: 303 (46 Tore)
Länderspiele: 43 (3 Tore)

Erfolge als Spieler: Europameister 1980 mit Deutschland, Europapokalsieger der Landesmeister 1983 mit dem Hamburger SV, Europapokalsieger der Pokalsieger 1977 mit dem Hamburger SV, Deutscher Meister 1979, 1982 und 1983 mit dem Hamburger SV

Trainer-Stationen: 1992/93 FC Bremerhaven, 1995-1997 Hamburger SV, 1997/98 1. FC Nürnberg, 1998/99 Werder Bremen, 1999-2001 Eintracht Frankfurt, 2001-2004 VfB Stuttgart, 2004-2007 Bayern München, 2007-2009 VfL Wolfsburg, 2009-2011 Schalke 04, 2011 bis zum 25. Oktober 2012 VfL Wolfsburg

Erfolge als Trainer: Deutscher Meister 2005 und 2006 mit dem FC Bayern München, 2009 mit dem VfL Wolfsburg, DFB-Pokalsieger 2005 und 2006 mit dem FC Bayern München

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 

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