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Fußball-Bundesliga Trainer Funkel erklärt seinen Abschied

21.05.2009 ·  Schon am Montag bat Friedhelm Funkel um Vertragsauflösung, nun gab Eintracht Frankfurt der Bitte des Trainers auch offiziell statt. Im letzten Saisonspiel gegen Hamburg am Samstag sitzt er noch auf der Bank. Ein Nachfolger steht nicht fest.

Von Marc Heinrich, Frankfurt
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Denkwürdige Momente hat es in der Geschichte der Eintracht schon viele gegeben. An Himmelfahrt 2009 kam ein weiterer hinzu: Der Verein und Trainer Friedhelm Funkel beenden ihre Zusammenarbeit vorzeitig. „Ich habe mit Heribert Bruchhagen gesprochen und ihn gebeten, mein Vertragsverhältnis, das eigentlich bis Sommer 2010 gegangen wäre, zum 30. Juni aufzulösen“, sagte der Fünfundfünfzigjährige vor dem Saisonfinale gegen den Hamburger SV, das an diesem Samstag (15.30 Uhr / FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker) auch zu seinem Abschiedsspiel wird. Ein Nachfolger für Funkel, der den Verein 2004 in der Zweitklassigkeit übernommen und nach dem Wiederaufstieg in der Bundesliga etabliert hatte, steht nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Bruchhagen noch nicht fest.

Die Entscheidung war bereits in den Stunden zuvor von Aufsichtsratsmitgliedern, die Funkels und Bruchhagens Engagement bei den Hessen seit Monaten argwöhnisch betrachten, durch gezielte Indiskretionen an die Öffentlichkeit lanciert worden. „Diese ganzen Ereignisse sind sicher nicht schön“, sagte ein mitgenommen wirkender Bruchhagen.

Er, der vor Ostern als Manager bei Schalke 04 im Gespräch war, schloss aber vehement aus, dass er ähnliche Konsequenzen ziehen und der Eintracht ebenfalls den Rücken kehren könnte: „Ich bin gerne und auch noch lange hier.“ Bruchhagen sagte weiter: „Wir haben Friedhelm Funkel Dank zu sagen, dass er mit stoischer Ruhe einen Verein, der sich bis dahin durch Fragilität ausgezeichnet hat, in ruhiges Fahrwasser führte.“

Vor seinem Amtsantritt war der Frankfurter Trainerstuhl ein besonderer Schleudersitz in der Branche: 16 Übungsleiter versuchten innerhalb eines Jahrzehnts vergeblich, der sogenannten launischen Diva ihre Wankelmütigkeit auszutreiben. Funkel gelang mit seiner Elf auch in dieser Runde trotz großer Verletzungssorgen der Klassenverbleib, das Erreichen des Pokalendspiels (2006) und die anschließende Teilnahme am Uefa-Pokal gehören zu seinen bemerkenswerten Erfolgen.

Spielerisch blieb die Eintracht aber zusehends hinter den Erwartungen zurück, und auch Funkel leistete sich Schwächen, die ihn zur Zielscheibe zum Teil ungezügelter Fanproteste werden ließ. So scheiterte er bei der Integration des bis heute teuersten Spielers der Vereinsgeschichte: Der für fast vier Millionen Euro verpflichtete Brasilianer Caio kam unter seiner Regie nicht über ein Reservistendasein hinaus.

„Mein Beschluss reifte langsam und hat nichts mit den Anhängern zu tun. Ich wollte mit dieser Maßnahme den Druck von der Mannschaft nehmen, da sie offensichtlich Probleme hatte, mit der Situation umzugehen“, sagte Funkel, „die Spieler sollen unbelastet in die neue Spielzeit gehen.“ Chancen, in Frankfurt Funkel nachzufolgen, werden Michael Skibbe, Mirko Slomka und Thomas von Heesen eingeräumt.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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