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Fußball Bundesliga schreibt Rekordzahlen

Die deutsche Eliteliga setzt erstmals über zwei Milliarden Euro um und senkt dazu die Quote der Personalkosten. Gesunde Verhältnisse im Vergleich zum Rest Europas.

© AFP Jung, dynamisch, erfolgreich: Die Dortmunder Reus (links) und Götze stehen für die sportliche Attraktivität der Fußball-Bundesliga

Der große Angriff auf Europa? Die Diskussion über die neuen Möglichkeiten der deutschen Fußballklubs im internationalen Vergleich ist schon vor dem spektakulären Guardiola-Deal des FC Bayern geführt worden. Derzeit rangiert die Bundesliga sportlich betrachtet auf Platz drei hinter Spanien und der englischen Premier League, aktuell ergibt sich dabei immer mehr eine wirtschaftliche Dynamik zu Gunsten der deutschen Eliteklase. Einerseits sind anderswo in Europa die ökonomischen Bedingungen schwieriger geworden, kämpfen dort viele Klubs um einen Ausweg aus der Schuldenfalle. Andererseits geht der Aufschwung der Bundesliga unvermindert weiter. Nach den neuesten Erhebungen, deren Ergebnisse die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch in Frankfurt präsentiert hat, ist die höchste Spielklasse erstmals beim Umsatz über die Zwei-Milliarden-Grenze gesprungen.

Wachstum von 7,2 Prozent

Michael Ashelm Folgen:

Fast 2,1 Milliarden wurden hier während der Bemessungszeit in der Saison 2011/12 erzielt - ein Wachstum von 7,2 Prozent. In der vergangenen zehn Jahren wurde der Umsatz damit verdoppelt. Der Gewinn nach Steuern lag zusammengerechnet bei den 18 deutschen Topklubs bei 55 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote hat sich mit 44,4 Prozent im Schnitt positiv entwickelt. Nur vier Vereine schrieben in der veranlagten Periode rote Zahlen. Die Gesamtverbindlichkeiten sind leicht auf rund 624 Millionen Euro angestiegen. „Die Chancen sind besser als je zuvor. Jetzt gilt es, dieses hohe Niveau zu festigen und im Idealfall weiter auszubauen. Vielleicht erreichen wir dann auch Platz zwei oder eins in Europa“, sagte Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung.

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Bei der Aussicht auf die nächsten Jahre zeigt sich die Liga optimistisch. Von der nächsten Saison an steigt das Fernsehgeld aufgrund des neuen Vertrages um 50 Prozent auf 628 Millionen Euro pro Jahr. Der Expansionskurs der Bundesliga, die mindestens bis zur Saison 2015/16 wie Spanier und Engländer über drei feste Plätze und einen Qualifikationsplatz in der Champions League verfügt, soll sich dabei gerade auf die Solidität beim Einsatz der Finanzmittel gründen. DFL-Chef Christian Seifert wies hier bei der Vorstellung der Zahlen auf eine Art Paradoxon hin, das einmalig sein soll im europäischen Ligafußball. Demnach ist in Deutschland die Personalkostenquote (Anteil der Kosten für Spieler und Trainerstab am Gesamtumsatz) bei steigenden Umsätzen, Gewinnen und Investitionen der Vereine unter dem Strich gesunken. Sie liegt bei rund 38 Prozent und gibt meist Aufschluss über eine gesunde Verteilung der Ausgaben.

Mehr als 100 Milionen Euro für Talentausbildung

Der europäische Schnitt weist bei der Personalkostenquote 64 Prozent aus. Mit einem Seitenhieb auf den französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain, der im Besitz qatarischer Investoren ist, sagte Seifert: „Ich glaube, die haben Personalkosten von über 100 Prozent.“ Als Grund für dieses positiv abweichende Ergebnis nannte er den Output aus den seit Jahren höheren Investitionen der deutschen Klubs in ihre Nachwuchsleistungszentren. Junge, über Jahre unter besten Bedingungen geförderte, selbst ausgebildete Spieler belasten die Bilanzen erst einmal weniger als teurere Einkäufe von außen. Erstmals wurden in der vergangenen Saison von den Vereinen mehr als 100 Millionen Euro in die Talentausbildung investiert, seit Einführung der Nachwuchsleistungszentren sind es 700 Millionen.

Auch die zweite Bundesliga, die der DFL-Chef im vergangenen Jahr noch als Baustelle bezeichnet hatte, soll sich die wirtschaftliche Situation etwas verbessert haben. Der Umsatz ist ebenfalls um mehr als sieben Prozent gestiegen auf 384 Millionen Euro. Das Eigenkapital blieb insgesamt negativ, die Eigenkapitalquote der Zweitligaklubs wird im Liga-Report als „freundlicher“ eingestuft. Die Verbindlichkeiten konnten um 22 Prozent gesenkt werden. Immerhin schrieben zehn der 18 Vereine schwarze Zahlen. Seifert sieht hier „mehr Vernunft“ der Verantwortlichen auf der Kostenseite, aber stellte auch fest, dass gerade im Hinblick auf die prekäre Lage in der dritten Liga mit Insolvenzen wie in Aachen oder hohen Insolvenzrisiken Handlungsbedarf besteht.

Dritte Liga: Gespräche zwischen DFL und DFB

Er kündigte Gespräche mit dem für die dritte Liga verantwortlichen Deutschen Fußball-Bund (DFB) an. „Wir müssen uns zusammensetzen und etwas tun, damit die Klippe zwischen dritter und zweiter Liga nicht zu groß wird“, sagte Seifert. Es kann dabei nur um eine bessere finanzielle Ausstattung des professionellen Unterbaus gehen. Eine Eingliederung der dritten Liga unter das Dach der DFL ist offenbar nicht vorgesehen.

Quelle: F.A.Z.

 
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