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Fußball-Bundesliga Schalke dröhnt der Kopf

 ·  Durch die Entlassung von Trainer Stevens sollte der Einzug in die Champions League gesichert werden. Mit dessen Nachfolger Keller gerät vor der Partie beim FC Bayern (18.30 Uhr) sogar die Europa League in Gefahr. Das Problem ist erkannt.

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© AFP Vergrößern Langsam tut es weh: Auch Ciprian Marica bereiten Schalkes derzeitige Leistungen Kopfschmerzen

Der FC Schalke 04 durchlebt eine tiefe Krise. „Wir sind in einer sehr, sehr schlechten Phase“, sagt Manager Horst Heldt. „Es wird ungemütlich.“ Selbst in den Spielen gegen Augsburg und Fürth, die beiden Mannschaften mit der geringsten Ausbeute in der Fußball-Bundesliga, ergatterten die Königsblauen nur insgesamt einen Punkt. Der Trainerwechsel von Huub Stevens zu Jens Keller hat nichts bewirkt, jedenfalls nichts, was zu messen oder wenigstens zu sehen wäre. Schalke läuft Gefahr, das vorrangige Saisonziel, die Teilnahme an der Champions

League, zu verpassen und damit auch in dem Bestreben nach finanzieller Stabilität gebremst zu werden. Auswärtsspiele an diesem Samstag gegen Bayern München (18.30 / Live im FAZ.NET-Bundesligaticker) und eine Woche später gegen Mainz 05 sprechen für die Schwere der Aufgabe, kurzfristig einen Umschwung herbeizuführen. Dennoch herrscht im Logenraum „Knappe“ zwei Tage vor dem BayernSpiel gute Stimmung. Schalke hat gerade den Weltmarktführer unter den Herstellern brauner Brause als „Premium-Partner“ gewonnen.

Ein Übel, das niemand zu benennen weiß

Die Marketingstrategen beider Seiten blicken wesentlich zuversichtlicher drein als die sportlich Verantwortlichen, die vorher ein paar Etagen tiefer versucht haben, mit optimistischen Tönen das Krisenszenario aufzulockern, das sich seit Wochen verfestigt. Coca Cola begründet das Interesse an seinem neuen Partner weniger mit Titeln oder Tabellenplätzen. Das emotional aufgeladene Image der Marke Schalke sei unabhängig von Erfolgen im Tagesgeschäft von enormem Werbewert. Und wenn einer der werthaltigsten Sponsorenverträge Anfang Juli in Kraft tritt, hoffen die Gelsenkirchener, das Mittelmaß überwunden und wieder zur Spitze aufgeschlossen zu haben.

Aber das könnte schwierig werden. Schalke wird seit Wochen und Monaten von einem Übel heimgesucht, das niemand zu benennen weiß; dessen Symptome auch der Trainerwechsel nicht zu bekämpfen vermochte. Insofern rückt Manager Heldt mehr denn je in den Fokus. Er behauptet, er sei voll und ganz davon überzeugt, in Jens Keller, einem Weggefährten aus Stuttgart, den richtigen Krisenmanager gefunden zu haben, auch wenn sich dessen Erfahrungen als Trainer im Wesentlichen auf den Juniorenfußball erstrecken.

Keller hat versucht, das System zu ändern, und sogleich wieder Abstand davon genommen, weil ihm das Personal dafür fehlte. In München muss er neben Ciprian Marica, Ibrahim Afellay, Kyriakos Papadopoulos und dem gesperrten Christian Fuchs auch noch Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar ersetzen. Trotz zahlreicher Ausfälle betont Keller, wie viel Einsatz die Mannschaft im Training zeige, wie entschlossen sie auf die Wende hinarbeite. Und Heldt gewährt seinem Günstling trotz dessen Fehlstart eine Arbeitsplatzgarantie bis zum Saisonende: „Dabei bleibt es.“

Vordergründig rankt sich die Diskussion am Schalker Markt darum, ob Keller der richtige Trainer sei, und viele vermuten, bestärkt von Bildern und Texten des Boulevards, er sei es nicht. Nach dem Wechsel hat sich nicht einmal die oberflächlichste aller Wirkungen eingestellt: der Effekt, den die Befreiung vom vorherigen Fußball-Lehrer zuweilen hervorruft. Die Ergebnisse sprechen gegen Keller, das räumt auch sein Förderer Heldt ein. Der Sportdirektor redet längst nicht mehr drum herum, sieht aber nicht den Trainer als Ursache, sondern ein geheimnisvolles „Grundübel“.

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