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Fußball-Bundesliga-Satire Alles noch viel toller

 ·  Groß, größer, größenwahnsinnig? Ach, woher! Die Bundesliga hat ihre fetten Jahre noch vor sich - und in fünfzig Jahren ist schon wieder Jubiläum. Hier lesen Sie die Festrede zum Hundertjährigen 2063, ein Rückblick auf die Zukunft des Fußballs.

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© Greser & Lenz Vergrößern

Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Fußballfreundinnen, liebe Fußballfreunde,

ich freue mich außerordentlich, Sie an diesem Tag, dem 24. August 2063, dem hundertsten Geburtstag der Fußball-Bundesliga, hier in der Uli-Hoeneß-Football-World in München begrüßen zu dürfen. Lassen Sie mich an dieser Stelle, stellvertretend für viele unserer Freunde in der Fußballwelt, einige der hier anwesenden Exzellenzen aus dem In- und Ausland ganz herzlich begrüßen: unseren langjährigen Weggefährten in Europa, den ehemaligen Präsidenten des südamerikanischen Staatenbundes, Lionel Messi; den ehemaligen europäischen Kulturminister Pep Guardiola; den langjährigen europäischen Integrationsminister Kevin-Prince Boateng; den ersten deutschen und europäischen Fußballminister Philipp Lahm - und natürlich unseren hochverehrten Bundespräsidenten a. D., unseren guten Freund Jürgen Klopp.

Wir blicken heute auf eine einzigartige Erfolgsgeschichte zurück, an die bei unserer Gründung vor hundert Jahren niemand dachte - und an die auch wir Ältere, die wir nun hier stehen, selbst nach unseren bescheidenen Anfängen nach fünfzig Jahren Bundesliga, kaum zu träumen wagten. Die Bundesliga, wie wir sie damals kannten, ist heute längst Geschichte. Es war ein langer und schwieriger Weg, der uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind.

Wer wüsste sich nicht etwa an jenen Rückschlag zu erinnern, der unseren Fußball nur wenige Jahre nach unserer 50-Jahr-Feier der Bundesliga ereilte? Im Zuge der siebenjährigen Verhandlung gegen den großen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wegen angeblicher Steuerhinterziehung, die bekanntlich mit einem Freispruch endete, hatte sich herausgestellt, dass auf zahlreichen anderen Konten für uns heute lächerliche Millionensummen der Bayern lagerten. Strafrechtlich war das selbst damals nicht zu beanstanden, und wie Sie alle wissen, hatten zu dieser Zeit ja nicht nur beim FC Bayern zahlreiche Sponsoren über Jahrzehnte hinweg umfangreiche Aktienpakete auf Auslandskonten bei den jeweiligen Klubs geparkt - und nach der jährlichen Ausschüttung der Dividende wieder in ihr Unternehmen zurückgeführt. Die Dividende verblieb bei den Vereinen, die - zumindest bei den Bayern - auch ordnungsgemäß versteuert wurde. Das war noch Financial Fair-Play (Gelächter im Saal).

Ich ahnte, dass Sie diese Geschichte vom zweiten Bundesliga-Skandal, der dann zum ersten Champions-League-Skandal wurde, erheitern würde. Aber damals hielt man das tatsächlich noch für einen Skandal. Die Bayern konnten damals nur mit Mühe, aber ganz im Sinne des Fußballs glaubhaft machen, dass diese Form der Finanzierung unumgänglich war, um gegenüber internationalen Mitbewerbern, die ganz andere Möglichkeiten der Finanzierung besaßen, in Europa konkurrenzfähig zu bleiben. Außerdem sei niemand ein materieller Schaden entstanden, argumentierten die Münchner damals, und wo kein Kläger, da gäbe es auch keine Klage (großes Gelächter im Saal).

Damals wurde noch unabhängig über Fußball berichtet

In der Öffentlichkeit erhob sich seinerzeit noch ein Sturm der Entrüstung, angeführt von Willi Lemke, dem Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport. Damals wurde in den Medien noch unabhängig und unkontrolliert über Fußball und Sport berichtet, was dem Erfolg und der Glaubwürdigkeit unseres Sports bekanntlich nicht zuträglich war. Das änderte sich glücklicherweise später durch kooperierende Unternehmen, die sich darauf verpflichteten, sich im Sinne des Sports in ihrer Berichterstattung entsprechend zu engagieren und nun längst zu einem wertvollen und unverzichtbaren Teil unseres Unternehmens geworden sind.

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