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Fußball-Bundesliga Magath vor dem Wechsel zu Schalke 04

30.04.2009 ·  Der Wolfsburger Erfolgstrainer wird den Bundesliga-Primus VfL nach gesicherten Informationen der F.A.Z. zum Ende der Saison verlassen. Nun reizt den Mann mit der grünen Krawatte die Farbe Königsblau.

Von Roland Zorn
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Kaum hat beim FC Bayern München mit dem Übergangsübungsleiter Jupp Heynckes die Zeit nach der Trennung von Jürgen Klinsmann begonnen, bahnt sich die nächste einschneidende Personalie im großen Trainerwechselspiel dieser Woche an: Beim VfL Wolfsburg, dem Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, wird Trainer Felix Magath nach gesicherten Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Verein zum Saisonende verlassen. Und das trotz der zum Greifen nahen ersten Meisterschaft des vom Volkswagenkonzern nachhaltig unterstützten Werksklubs. Den 55 Jahre alten Unterfranken zieht es trotz seines bis zum 30. Juni 2010 laufenden Vertrages zum Klassenkonkurrenten FC Schalke 04. Der westfälische Traditionsverein hat mit der zwischenzeitlichen Entlassung von Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten eine turbulente Saison in der Fußball-Bundesliga hinter sich und hegt als Tabellensiebter nur noch geringe Hoffnungen auf eine Teilnahme an der neuen Europa League, dem Nachfolgewettbewerb des Uefa-Cups.

„Nichts bestätigen, nichts dementieren“

Magath selbst wollte die Nachricht über seinen bevorstehenden Wechsel „nicht kommentieren“. Im Anschluss an das Nachmittagstraining der Mannschaft kickte er mit seinen Wolfsburger Trainerassistenten fröhlich auf kleine Tore. Gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ hatte der Fußballlehrer gesagt, „dass er nichts bestätigen und nichts dementieren will“. Zweifellos ist Magath, der als Coach des FC Bayern München 2005 und 2006 das Double aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokalsieg gewann, der derzeit am meisten begehrte deutsche Fußballtrainer. Die Erfolgsgeschichte, die er mit den jahrelang im Mittelmaß oder am Rande der Abstiegszone dahindümpelnden Wolfsburgern schrieb, ist außergewöhnlich.

Der seit dem 1. Juli 2007 für den ostniedersächsischen Klub verantwortliche Cheftrainer erreichte im Vorjahr als Tabellenfünfter auf Anhieb den Uefa-Pokalwettbewerb und startete in dieser Saison nach der Rückrunde mit zehn Siegen nacheinander derart eindrucksvoll durch, dass Wolfsburg nun schon in der vierten Woche Tabellenführer ist. Zeigt sich die Mannschaft von den Spekulationen um ihren Vorgesetzten unbeeindruckt, beweist sie also dasselbe professionelle Verhalten wie Magath selbst, kann sie auch unter den nun erschwerten Bedingungen ihre jetzt schon atemraubend erfolgreiche Spielzeit dennoch mit dem Titel krönen. Leichter wird dieses Unterfangen durch die jüngsten Nachrichten über die Zukunftsplanung ihres Trainers jedoch nicht.

Tönnies spricht mit Vertrauten über „große Lösung“

Die Schalker Offiziellen gaben sich am Mittwoch nicht übermäßig abweisend gegenüber der Vermutung, dass Magath demnächst das königsblaue Team von dem bewährten Interimstrainertrio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck übernehmen könnte. Geschäftsführer Peter Peters gab sich auslegungsfähig: „Bei uns werden ja viele Kandidaten gehandelt. Aber wir sagen nur, dass wir nach dem letzten Spieltag am 23. Mai unsere Entscheidung verkünden.“ Zum Namen Magath äußerte er: „Unsere Sprachregelung lässt alles offen.“

Präsident Josef Schnusenberg hob gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervor: „Diese Personalentscheidung hat sich unser Aufsichtsratsvorsitzender vorbehalten.“ Der mächtige Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies war zunächst nicht zu erreichen, hat aber gegenüber Vertrauten schon von einer „großen Lösung“ in der Trainerfrage gesprochen, die er „gefunden“ habe. Damit dürften sich die öffentlich nie bekundeten Hoffnungen von Büskens, Mulder und Reck zerschlagen haben, zur kommenden Spielzeit ihre zuletzt mit vier Siegen in Serie verzierte Wertarbeit in verantwortlicher Position fortsetzen zu können.

Winterkorn längst informiert

Magath soll ähnlich wie in Wolfsburg auch „auf“ Schalke in der Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor tätig sein und damit die komplette sportliche Verantwortung übertragen bekommen. Das ist ihm dem Vernehmen nach zugesagt worden. Seinen dritten Wolfsburger Job als Geschäftsführer versieht bei den Gelsenkirchenern Peter Peters.

Noch vor kurzem hatte Magath eher damit gerechnet, seinen Vertrag beim VfL, wohin ihn der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn gelotst hatte, um mehrere Jahre zu verlängern. Dass es nun anders kommen wird, mag auch mit unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen auf beiden Seiten zusammenhängen. Magath dürfte schon beim Konzernklub glänzend verdient haben; die Schalker scheinen ihm auch in dieser Hinsicht noch eine Zugabe zu gewähren. Wie zu hören, ist Winterkorn, Magaths wichtigster Vertrauensmann in Wolfsburg, über den Wechsel seines ersten und besten Fußballfachmanns längst informiert.

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