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Veröffentlicht: 07.02.2016, 19:28 Uhr

0:2 gegen Darmstadt Hoffenheim wie ein Absteiger

Die Lage für Hoffenheim in der Bundesliga wird immer schlimmer. Die TSG stolpert gegen Darmstadt in die nächste Niederlage. Bei den „Lilien“ werden zwei Abwehrspieler zu Torjägern.

von , Sinsheim
© dpa Die Hoffenheimer möchten sich am liebsten verstecken.

Die TSG 1899 Hoffenheim beweist in diesen Wochen nach dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga eine ähnlich negative Konstanz wie der punktgleiche Tabellenletzte Hannover 96. Das für die Wende zum Besseren auserkorene Duell mit Aufsteiger Darmstadt 98 ging am Sonntagabend auch noch verloren – 0:2 durch Treffer der Innenverteidiger Sulu (33. Minute) und Rajkovic (85.). „Wir müssen jetzt gut zusammenhalten“, sagte Trainer Huub Stevens.

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Die Südhessen aus Darmstadt verdienten sich den Erfolg vor 26.000 Zuschauern in der Sinsheimer Arena durch ihre klügere Spielweise gegen eine meist ungeordnet und manchmal sinnfrei anrennende Hoffenheimer Mannschaft, die als Vorletzter sieben Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt ist. Darmstadt dagegen kommt der Rettung als Elfter immer näher.

1899 Hoffenheim - SV Darmstadt Herzliche Grüße von den „Lilien“: Darmstadt gewinnt bei Hoffenheim. © dpa Bilderstrecke 

Vor dem richtungweisenden Spiel war Stevens demonstrativ um Gelassenheit bemüht. „Ich bin nicht in Panik, weil die ein oder andere Mannschaft nach der Winterpause gewonnen hat“, hob der niederländische Retter vom Dienst hervor, „wir haben noch 15 Endspiele.“ Doch die erhoffte Signalwirkung der Trainerworte zum Sonntag kam bei der Hoffenheimer Mannschaft nicht an.

Sie spielte wie ein Absteiger. Nervös, aufgeregt und eine Spur überdreht starteten die Kraichgauer in die für sie unheimliche Begegnung mit dem frechen Aufsteiger. Darmstadt bestimmte die Startphase und beeindruckte damit sogleich den Gegner, der von Glück reden konnte, dass Rajkovics Kopfball gegen die Latte prallte und nicht im Tor einschlug (5.).

Dann aber kam auch für die Südhessen ein Schockmoment, als Volland im Vollsprint abseits des Spielgeschehens Rausch am Fuß traf (13.) und wenig später zur frühzeitigen Aufgabe zwang (18.). Von zwei Helfern gestützt, humpelte der Darmstädter Außenbahnspieler offensichtlich schwerer getroffen in die Kabine. Später teilte der Klub mit, dass Rausch „nur eine schwere Mittelfuß-Prellung“, aber keine Fraktur erlitten habe.

Für Hoffenheim waren diese Darmstädter Schreckensminuten das Zeichen, endlich die eigene Verkrampfung abzustreifen und druckvoller als bisher ins Spielgeschehen einzugreifen. Neuzugang Kramaric besaß mit seinem Schuss aus kurzer Distanz die beste Gelegenheit zum Führungstreffer, die der am Sonntag hervorragende Innenverteidiger Rajkovic abblockte (17.). Rajkovic war es auch, der dem Wiederaufblühen des „Lilien“-Kampfgeistes kräftig Vorschub leistete, als er nach einem Eckball, Süles „Kerze“ und Torhüter Baumanns Patzer das Spielgerät zu Süle köpfelte.

Ein Doppelkopf-Spiel, denn der Kapitän hielt die Stirn hin und erzielte seinen fünften Saisontreffer (33.). Nun war wieder Hoffenheim obenauf und schüchterte die Nordbadener dermaßen ein, dass deren Fans ihren Spielern die wenig aufbauende Losung, „wir woll‘n Euch kämpfen sehen“ entgegenschleuderten.

Am fehlenden Kampfgeist lag es aber nicht, dass Hoffenheim auch in der zweiten Hälfte keinen Zentimeter vorankam. Die im Gegensatz zu ihrem Coach panischen Spieler verpassten bei aller Feldüberlegenheit jedes Mal den richtigen Moment zum Abschluss und stolperten so in eine weitere Niederlage, die Rajkovics erster Saisontreffer für seinen neuen Klub besiegelte (85.).

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