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Fußball-Bundesliga Die kuriose Jagd auf Kevin de Bruyne

 ·  Der Belgier Kevin de Bruyne ist derzeit das begehrteste Objekt auf dem Transfermarkt. Eine Reihe der Bundesliga-Topklubs interessiert sich für den Chelsea-Spieler. Die kuriose Jagd wird wohl in Wolfsburg enden.

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© dpa Vergrößern Prädikat besonders wertvoll: Kevin de Bruyne

Wann er wohl kommt? Ganz sicher ist es noch nicht, dass Kevin de Bruyne vom FC Chelsea in die Fußball-Bundesliga zurückkehrt. Aber wenn, dann wird der VfL Wolfsburg der Verein seiner Wahl sein. „Zu welchem Verein Kevin wechselt, ist - anders als noch vor Weihnachten - nicht mehr fraglich, das wird der VfL sein“, sagte der Wolfsburger Manager Klaus Allofs am Rande des Trainingslagers in Abu Dhabi. „Wir sind nahe beieinander“, sagte er am Sonntag.

Allofs hatte vorvergangenes Jahr den belgischen Angreifer vorübergehend zu Werder Bremen gelotst. Und weil der damalige Leihspieler wie erhofft seine stürmische Natur unter Beweis stellte, war fortan eine Reihe der Bundesliga-Topklubs auf der Jagd nach ihm gewesen - Dortmund, Leverkusen und jetzt Wolfsburg.

Der Fall de Bruyne war vom ersten Tag an einer der kuriosesten in der langen Bremer Bundesliga-Geschichte. Denn der damals gerade 21 Jahre alte belgische Mittelfeldspieler verheimlichte nie, dass er so schnell wie möglich zu seinem verleihenden Klub zurückkehren wolle, dem FC Chelsea - und Werder bemühte sich allenfalls halbherzig, das Gegenteil zu behaupten. Kaum da, aber eigentlich schon wieder weg: Kevin de Bruyne hat in der Spielzeit 2012/2013 Maximales aus dieser kuriosen Konstellation herausgeholt.

Es begann mit einer guten Leistung beim 1:2 in Dortmund am ersten Spieltag - als Mittelstürmer. Danach rückte der junge Belgier zurück ins Mittelfeld. Nach drei Glanzleistungen zum Ende der Hinrunde sagte der damalige Bremer Manager Klaus Allofs: „Wenn alles normal läuft, ist Kevin im Sommer wieder in London.“

Da hatte Leihspieler de Bruyne auch neben dem Platz schon für einige Aufregung gesorgt. Im ersten Saisondrittel gab er einer belgischen Zeitung ein Interview. Er beklagte deutsche Kälte und Bremer Sprachlosigkeit. Man bemühte sich von Werder-Seite, die Wogen zu glätten, und brachte Verständigungsschwierigkeiten zwischen Spieler und Journalist ins Spiel.

Doch wenig später sagte Kevin de Bruyne ganz offen, dass er alles so oder so ähnlich gemeint hatte. Vielleicht sogar zu Recht. Oft genug sah man Trainer Thomas Schaaf nun, wie er seinen wertvollsten Spieler in den Arm nahm; und de Bruynes Leistungen wurden immer besser, je näher er den Gepflogenheiten seiner Kurzzeit-Heimat kam.

Am Ende einer mehr als zittrigen Saison waren es vor allem die zehn Tore und neun Vorlagen des Nationalspielers, die Werder vor dem Abstieg bewahrten. Und obwohl seit Wochen klar war, dass José Mourinho ihn zur neuen Saison mit dem Versprechen zurück nach London holen würde, einen noch besseren Spieler aus ihm zu machen, vergoss Kevin de Bruyne nach dem besiegelten Klassenverbleib Tränen der Rührung. Es sagt sich leicht, dass da jemand bis zum Ende des (Leih-)Vertrages alles für seinen aktuellen Verein gibt. Bei de Bruyne war es so.

In vielen Partien dieser Spielzeit war er der strahlende Stern inmitten grün-weißer Finsternis, und das wusste er auch. Einige Male musste sich de Bruyne sichtlich auf die Zunge beißen, um nach dummen Niederlagen nicht die fehlende Qualität seiner Mitspieler zu thematisieren. Als im Januar 2013 das Dortmunder Interesse an ihm die Runde machte, beschäftigte das auch ihn und seinen Berater Patrick de Koster. Später hinterließ Bayer Leverkusen ein Angebot für den schnellen, ballsicheren und spielintelligenten rechten Mittelfeldakteur, der trotz äußerlicher Zartheit robust wirkt.

Zum Ende der vergangenen Saison schien eigentlich nur noch Bayer aussichtsreich im Rennen zu liegen - bis die Wolfsburger Millionen lockten. Dem Vernehmen nach soll Bayer bei 16 Millionen Euro Ablöse ausgestiegen sein. Der andere Konzernklub soll bereit sein, zwischen 18 und 20 Millionen Euro für Kevin de Bruyne hinzublättern. Viel Geld für einen Klub ohne Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Viel Geld, bedenkt man, dass sich in Dortmund und Leverkusen Champions-League-Beteiligte abgewendet haben.

Dass er in seinem halben Chelsea-Jahr nur dreimal in der Premier League am Ball war, scheint seinen Wert nicht geschmälert zu haben. Mourinho hat den Daumen jedenfalls gehoben und gesagt, de Bruyne könne gehen: „Über die Transferdetails wird man sich einigen.“ De Bruyne hatte zuletzt auch wegen der WM in Brasilien die Geduld mit Chelsea verloren und auf einen Wechsel gepocht: von der Bank ins belgische WM-Team, das erschien ihm doch waghalsig. In Wolfsburg würde er spielen.

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Sechs Millionen Euro überwies Chelsea vor zwei Jahren an den abgebenden Klub KRC Genk. Ein Mehrfaches nehmen die Londoner ein - auch dank Allofs, der nach längerer Durststrecke noch als Bremer Geschäftsführer wieder sein Näschen bewiesen hatte, als er Kevin de Bruyne im Sommer 2012 holte. Man sieht sich immer zweimal im Leben: Um ernst zu machen mit der Jagd auf Platz drei, würde Allofs und dem VfL ein nächstes Treffen mit Kevin de Bruyne sicher weiterhelfen. Koste es, was es wolle.

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