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Fußball-Bundesliga „Bienvenidos, Raul“: Schalke begrüßt seinen Star

28.07.2010 ·  Der Königliche Raul kommt zu den Königsblauen. Trainer Magath lässt seiner Begeisterung freien Lauf. Statistisch gesehen erhöht der Transfer die Chancen der Schalker, einen Titel zu gewinnen. Und auch Raúl hat große Ziele.

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
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Ein internationaler Star wie Raul wird nicht einfach so vorgestellt wie viele andere Fußballprofis, die in diesem Sommer in die Bundesliga wechseln. Der FC Schalke inszenierte die Präsentation des spanischen Stürmer als Show auf dem Rasen der Arena. Zunächst gab es musikalisch unterlegte filmische Impressionen aus der Karriere Rauls, der sechzehn Jahre für Real Madrid gekickt hatte. Unter dem Motto „Bienvenidos, Raul!“ bat ein Fernseh-Conferencier, bekannt von diversen Boxveranstaltungen, den neuen Angestellten mit affektierter Stimme auf dessen neue Spielwiese.

„Begrüßen sie einen Großen des Weltfußballs, Raul Gonzales Blanco!“, rief der Moderator. Dann schritt Raul in grauer Hose und schwarzem Samtsakko über einen blauen Teppich auf seine neue Spielwiese. Dort warteten schon der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies und der Vorstandssprecher Felix Magath, um den neuen Mitarbeiter zu begrüßen und ihm das Trikot mit der Nummer 7 zu überreichen. Tönnies händigte ihm das klassische königsblaue Hemd aus, Magath das schwarze Auswärtstrikot.

Ein Willkommensgeschenk gab es natürlich auch, um Raul mit der Tradition der Ruhrregion vertraut zu machen. Zwei Kumpel aus dem Bergwerk „Auguste Victoria“ in Marl, angetreten in voller Arbeitsmontur, übergaben dem Neuankömmling einen großen Kohleklumpen; dazu ertönte das Steigerlied. Dann schickte der Mann mit der sonoren Stimme die Protagonisten auf ein Podium im Mittelkreis, damit sie das Wort ergreifen konnten.

„Schalke hat mir das meiste Interesse entgegengebracht“

„Das ist ein toller Tag für Schalke 04“, sagte Tönnies. Dieser Transfer „macht uns stolz“. Auch Trainer Magath, der nicht zum Überschwang neigt, ließ seiner Begeisterung freien Lauf. „Ich bin maßlos erfreut und glücklich, dass Raul uns hier die nächsten zwei Jahre die Ehre erweist. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, einen solchen Ausnahme-Fußballer und Weltklasse-Torjäger für einen Wechsel in die Bundesliga und zum FC Schalke 04 zu begeistern“, sagt Magath.

Die Verpflichtung des 33 Jahre alten Raul sei „ein entscheidender Schritt“ bei dem Bemühen, „die Mannschaft für zukünftige Aufgaben zu verstärken und den überraschenden Erfolg aus der zurückliegenden Saison zu stabilisieren.“ Magath, der auch Manager des Klubs ist, hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, vom Gelingen des Raul-Transfers hingen weitere Personalien in der Offensive ab. Gesucht werden ein weiterer Stürmer, der zu Raul passt, und ein offensiver Mittelfeldspieler. „Damit sich Raul richtig freuen kann, müssen wir noch ein bisschen was tun.“

Magath strebt beim Meisterschaftszweiten der Bundesliga eine Verbesserung der Spielkultur an. Raul bedankte sich höflich für die hartnäckigen Bemühungen des Revierklubs, ihn zu verpflichten. „Schalke hat mir das meiste Interesse entgegengebracht.“ Zudem bedankte der Weltstar sich ausdrücklich bei seinem neuen Mitspieler Hao. Der Chinese hatte ihm die Rückennummer 7 überlassen, die ihm in Madrid kraft Gewohnheitsrecht zustand.

„Raul hat die Legende von Real Madrid maßgeblich geformt“

Statistisch gesehen erhöht der Transfer die Chancen der Schalker, einen Titel zu gewinnen. In 16 Profijahren bei Real feierte Raul 16 Titel, darunter sechs nationale Meisterschaften und drei Triumphe in der Champions League. Auch seine Torausbeute erhob ihn unter den Fans in den Stand einer Legende. In 741 Pflichtspielen für Real erzielte er 323 Tore - im modernen Fußball eine sagenhafte Bilanz. Zudem gelangen ihm in 102 Länderspielen 44 Treffer. Fünfmal wurde er zu Spaniens „Fußballer des Jahres“ gekürt, zuletzt vor acht Jahren. Aufgrund seiner großen Verdienste darf Raul den königlichen Klub ablösefrei verlassen, obwohl sein Vertrag noch bis Juni 2011 gelaufen wäre. „Raul hat die Legende von Real Madrid maßgeblich geformt. Er ist eines der größten Symbole unseres Klubs“, sagt Reals Präsident Florentino Perez.

Ungeachtet dieser beeindruckenden Werte und Worte verpflichtet Schalke einen Spieler, der zuletzt in Madrid nicht mehr zum festen Stamm der Mannschaft gehörte und auch die Titelgewinne der spanischen Nationalmannschaft jüngst bei der Weltmeisterschaft und zwei Jahre zuvor bei der EM nur noch als Zuschauer verfolgte.

„Ich habe den Kontakt hergestellt und ein wenig gedolmetscht“

Raul ist schon der zweite Spieler, der in diesem Sommer von den Königlichen zu den Königsblauen wechselt. Christoph Metzelder, der neue Abwehrstratege des FC Schalke, hatte zuletzt drei Jahre mit Raul bei Real zusammengearbeitet. Auf Dienstreisen hatten sie das Zimmer geteilt. „Ich habe den Kontakt hergestellt und ein wenig gedolmetscht“, sagt er. Alles andere sei „allein ein Verdienst von Felix Magath“. Raul zeigte sich erfreut, in Metzelder ein vertrautes Gesicht zu sehen.

Für den Wechsel zu Schalke hat auch gesprochen, dass der Klub für die Champions League qualifiziert ist. Raul strebt an, als alleiniger Rekordtorschütze in die Geschichte dieses bedeutendsten Klubwettbewerbs einzugehen. Derzeit liegt er mit dem Italiener Filippo Inzaghi gleichauf an der Spitze der Torschützenliste; beide haben in der Champions League 66 Treffer erzielt. Aber Raul formulierte an diesem „besonderen Tag“ noch weitere Ziele. „Wir wollen in der Bundesliga um die deutsche Meisterschaft mitkämpfen und in der Champions League die Gruppenphase überstehen.“

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