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Fußball-Bundesliga, 33. Spieltag Bayern praktisch Meister, Hertha faktisch Absteiger

02.05.2010 ·  Der vorletzte Spieltag bringt erste Entscheidungen: Bremen schlägt Schalke und macht Bayern praktisch zum Meister. Bayer kämpft um Rang drei und schickt Hertha BSC in den Abgrund. Und Freiburg ist vorzeitig gerettet. Der 33. Spieltag der Bundesliga.

Von Achim Dreis
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Aus Fan-Sicht müsste an jedem Samstag ein 33. Spieltag sein: kein langes Wochenende mit Salami-Taktik zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag, sondern Fußball kompakt und am Stück: Alle Mannschaften spielen gleichzeitig, in 90 Minuten plus einer Viertelstunde Pause plus ein bisschen Nachspielzeit sind alle Fakten auf dem Tisch.

Am Tag der Arbeit sollte schon die ein oder andere Entscheidung fallen in Sachen Meisterschaft, Abstieg, Champions-League-Qualifikation: 483.383 erwartungsfrohe Zuschauer - neuer Rekord für einen Spieltag in der Fußball-Bundesliga - pilgern in die neun Stadien, Millionen Menschen sitzen vor den Fernsehgeräten und Rundfunkempfängern. Fußball in Zeiten der General-Konferenz mit Tabellenkalkulationen und Quervergleichen in Echtzeit.

Neun Minuten dauert es nach dem kollektiven Anpfiff, dann heißt es um 15:39 Uhr „Tor in Köln“, Zoran Tosic sorgt für die erste Bewegung im Netz und in der Tabelle: der SC Freiburg rutscht damit näher an die Abstiegsränge. Und dann geht es rund auf den Plätzen: „Tor in Hamburg“, „Tor in Leverkusen“, „Tor in Hannover“, „Tor in München“, noch mal „Tor in Hamburg“ und schon wieder „Tor in München“ ruft es binnen zehn Minuten. Die Bayern liegen 2:0 gegen Bochum vorne und somit zwei Punkte vor den Schalkern - bei denen es noch 0:0 gegen Bremen steht. Bochum fällt auf Abstiegsrang 17, Hannover ist erst mal aus dem Gröbsten raus. Nürnberg muss in die Relegation und Hertha atmet wieder.

Noch vor 16.00 Uhr zeigt Hannover dann die vermutlich besten fünf Minuten der ganzen Saison: 2:0 Pinto (23.), 3:0 Ya Konan (27.). Ähnlich Frühlingsmüde wie die Gladbacher agieren nur noch die „Cluberer“ - merken die, dass es für sie noch gegen den Abstieg geht? Nürnberg liegt nach 25 Minuten 0:3 in Hamburg zurück - und das, obwohl die Gastgeber gerade erst mit schweren Beinen und leeren Köpfen aus Fulham zurück kamen. Gut für Freiburg: Idrissou (31.) trifft zum 1:1 in Köln. Der Sportclub Freiburg ist gerettet. Für den Moment.

Wie schnell doch 45 Minuten vorbei sind, wenn 18 Mannschaften gleichzeitig spielen. Zuerst ist „auf“ Schalke Pause, da war aber auch wenig los: 0:0, so wird das nichts mit der Schale. Keine Tore auch in Dortmund - für die Sahin zudem einen Elfmeter verschießt - und in Stuttgart, wo es dennoch etwas zu feiern gibt: „Cacau bleibt“ melden die Schwaben während der ersten Hälfte. Die Champions League können sie nach 45 Minuten bei virtuell vier Punkten Rückstand aber abschreiben. Dreizehn Tore sind in der ersten Halbzeit gefallen, und kein einziges hat einer der vier Anwärter im Kampf um Platz drei geschossen.

Die erste Erfolgsmeldung des zweiten Durchgangs kommt dann prompt aus Stuttgart, aber der Mainzer Fathi ist es, der in der 52. Minute trifft. Damit muss der VfB sogar wieder um Europa-League-Platz sechs bangen, denn der HSV nähert sich bedenklich.

Um 16:43 Uhr ist Bayern München dann praktisch Deutscher Meister. Özil, ausgerechnet Özil, trifft für seinen neuen Verein gegen seinen alten: Schalke liegt 0:1 gegen Werder zurück und hat nun drei Punkte und 16 Tore Rückstand! Pokalfinal-Teilnehmer Werder Bremen wiederum untermauert seinen Anspruch auf die Qualifikation zur Champions League.

Drei Minuten später ist Hertha BSC Berlin abgestiegen! Manuel Friedrich - nicht Namensvetter Arne - köpft in der 59. Minute den Ausgleich für Bayer Leverkusen, wahrt damit Bayers Chancen auf Rang drei - und macht vor allem aus dem Hauptstadtklub endgültig einen Zweitligaklub.

Hugo Almeida (64.) festigt den dritten Platz für Bremen mit seinem Treffer zum 2:0 auf Schalke. Die Königsblauen müssten nun am letzten Spieltag 10:0 bei Mainz 05 gewinnen und gleichzeitig auf ein 9:0 von Absteiger Berlin gegen die Bayern hoffen, die gegen Bochum übrigens gerade das 3:0 schießen - wieder war es Müller - um noch Meister zu werden.

Als würde das Torverhältnis gar nichts zählen, lässt sich Nürnberg noch das vierte Tor in Hamburg einschenken (74.). Und Hannover blüht weiter auf: 6:1 heißt es mittlerweile gegen peinliche Gladbacher. Eintracht Frankfurt stellt um 17.00 Uhr am Tag der Arbeit den Betrieb ein: Hoffenheims Tagoe bedankt sich mit einem Doppelpack. Doch es ist ja nur das Spiel um die „Goldene Ananas“.

Was sonst noch passiert? Freiburg führt zwischendurch sogar in Köln, am Ende reicht das 2:2 aber zum Verbleib in Liga 1 - und das, ohne den Trainer rausgeworfen zu haben: Respekt! Stuttgarts Marica schießt in der 73. und 75. Minute zwei Treffer gegen Mainz, doch Rang sechs ist damit noch nicht gesichert für die Schwaben. Und für Dortmund rettet der junge Stiepermann in der 81. Minute einen Punkt - doch die Champions League ist perdu. Um 17:12 Uhr schießt ein gewisser Christian Fuchs das letzte Tor in München: es ist der Ehrentreffer für den VfL Bochum, der trotzdem Vorletzter bleibt - der Abstand zum Relegationsplatz, auf dem Nürnberg liegt, ist auf zwei Tore geschrumpft.

32 Treffer sind gefallen, nicht alle waren wichtig, nicht alle waren schön, aber wir haben sie alle gehört und gesehen - an einem einzigen Nachmittag. So macht Bundesliga Spaß. Wenn auch nicht für alle. Um 17:20 Uhr ist Schluss. Vor allem für Berlin. Der Abstieg ist besiegelt!

Fußball-Bundesliga, 33. Spieltag

Bayern München - VfL Bochum 3:1 (2:0)
FC Schalke 04 - Werder Bremen 0:2 (0:0)
Bayer Leverkusen - Hertha BSC 1:1 (0:1)
Hamburger SV - 1. FC Nürnberg 4:0 (3:0)
Hannover 96 - Bor. Mönchengladbach 6:1 (4:0)
1. FC Köln - SC Freiburg 2:2 (1:1)
Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 1:1 (0:0)
Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim 1:2 (1:0)
VfB Stuttgart - FSV Mainz 05 2:2 (0:0)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1969, Sportredakteur.

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