16.12.2007 · Die Herbstmeisterschaft haben sie sich gesichert. Doch großer Jubel mag beim FC Bayern München derzeit nicht aufkommen, zu dürftig sind die Leistungen der vielen Superstars. Verfolger Bremen hingegen ist ordentlich in Feierlaune.
Das erste Etappenziel ist erreicht, der Betriebsfrieden jedoch empfindlich gestört. Beim FC Bayern München hält sich wenige Tage vor Heiligabend die Freude über den Gewinn der 16. Herbstmeisterschaft in Grenzen.
Nicht nur die Schlagzeilen über Torhüter Oliver Kahn und die Diskussionen über die Zukunft von Trainer Ottmar Hitzfeld, sondern auch die zuletzt wenig berauschenden Auftritte der Mannschaft stören den vorweihnachtlichen Frieden (Siehe auch: Der schleichende Abschied von Ottmar Hitzfeld).
Nur mit Mühe und Not verteidigten die Münchner mit dem 0:0 bei Hertha BSC die schon am ersten Spieltag eroberte Tabellenführung. „Wir können nur deutscher Meister werden, wenn hier wieder Ruhe einkehrt“, sagte Hitzfeld. Anders als von Manager Uli Hoeneß prophezeit, benötigt die Konkurrenz indes kein Fernglas, um die vermeintliche Übermacht im Blick zu behalten.
In den Sonntagsspielen gewann Hansa Rostock 2:0 gegen den VfL Bochum, Eintracht Frankfurt siegte 1:0 beim MSV Duisburg.
„Ich konnte mein Tor fünf Sekunden nicht begreifen“
Nach dem 5:2 über Bayer Leverkusen liegt Werder Bremen nur wegen des schlechteren Torverhältnisses einen Platz hinter den Bayern. Unbeeindruckt vom Aus in der Champions League untermauerten die Bremer ihren Ruf als spielstärkstes Team der Liga. Dabei sorgte Doppeltorschütze Ivan Klasnic für einen der bewegendsten Momente der Hinrunde: Die ersten Treffer nach langer Leidenszeit mit zwei Nierenoperationen gingen dem Angreifer nahe.
Für einen Augenblick kniete er an der Außenlinie nieder: „Für mich war es sehr emotional. Ich konnte mein erstes Tor fünf Sekunden lang gar nicht begreifen.“ Nur die Statistik spricht derzeit für einen Durchmarsch der Bayern. In 30 von 44 Fällen stand der Herbstmeister auch am Saisonende in der Tabelle oben. Die Münchner verspielten eine Hinrunden-Führung gar erst zweimal.
„Ottmar Hitzfeld ist unser erster Gesprächspartner“
Dennoch darf sich Werder berechtigte Titel-Hoffnungen machen: Schließlich musste sich der FC Bayern in den letzten sieben Punktspielen viermal mit einem 0:0 begnügen und holte nur zehn von 21 möglichen Punkten. Berichte über die bereits begonnene Suche nach einem neuen Coach wertete Hoeneß als Störmanöver von außen: „Es ist blanker Unsinn, dass wir mit anderen Trainern reden. Hitzfeld ist unser erster Gesprächspartner.“
Nicht nur das Rennen um die Meisterschaft, sondern auch der Kampf um den Klassenverbleib verspricht eine unterhaltsame Rückrunde. Selbst das schon abgeschriebene Team aus Cottbus stellte mit dem höchsten Sieg seiner Bundesligageschichte (5:1 über Hannover) wieder Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze her.
Negativ-Kapitel der Hinrunde durch die Titelträger
Und auch Arminia Bielefeld scheint auf dem Weg der Besserung: Wenige Tage nach der Trennung von Ernst Middendorp feierten die von Interimscoach Detlev Dammeier betreuten Ostwestfalen ein 2:0 über den VfB Stuttgart. Unter der Regie des neuen Fußball-Lehrers Michael Frontzeck, der kurz nach dem Abpfiff als Middendorp-Nachfolger präsentiert wurde, soll es weiter aufwärts gehen. „Das Spiel gegen Stuttgart hat genau das Leistungsvermögen gezeigt, das ich von der Mannschaft im Kopf habe“, sagte Frontzeck.
Die Negativ-Kapitel der Hinrunde schrieben ausgerechnet die beiden Titelträger der vergangenen Saison. Dem Pokalsieger aus Nürnberg steht nach dem 1:2 „auf Schalke“ ein Abstiegskampf bevor. Und auch der Meister aus Stuttgart verliert seine Ziele mehr und mehr aus den Augen. Mit dem 0:2 in Bielefeld, bei dem die Mexikaner Pavel Pardo und Ricardo Osorio des Feldes verwiesen wurden, geriet der VfB im Rennen um einen Europapokalplatz weiter ins Hintertreffen.
„In der Liga haben wir noch viel Luft nach oben“
Anders als die Stuttgarter steuern die Hamburger auf Champions- League-Kurs. Zwar verpassten die Profis von Trainer Huub Stevens beim 1:1 in Karlsruhe erneut die Chance, den Abstand zum FC Bayern zu verringern, liegen aber mit vier Punkten weniger weiter in Lauerstellung.
Darüber hinaus rechnen sich auch Leverkusen und Schalke noch Chancen auf Rang drei aus. Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen mit zehn von zwölf möglichen Punkten stimmte Schalke-Coach Mirko Slomka für die Rückrunde zuversichtlich: „In der Liga haben wir noch viel Luft nach oben.“
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |