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Fußball-Bundesliga, 14. Spieltag Leverkusen ganz vorne - München auf Sicht

30.11.2009 ·  Debakel für Stuttgart, Tristesse bei Hertha, Frust in Franken: Nicht für alle Fußballvereine begann die Adventszeit besinnlich. Zumindest freuten sich die Bremer über ein spätes Tor, die Münchner mal wieder über einen Sieg und die Leverkusener über die Spitzenposition.

Von Christoph Becker
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Advent, Advent - und das erste Licht am Kranz hat Tabellenführer Bayer Leverkusen angezündet. Bayer besiegte den VfB Stuttgart mit einer spielerisch sehr starken Vorstellung und drei Toren von Stefan Kießling 4:0 im Stile der Spitzenmannschaft, die Trainer Jupp Heynckes in dieser Runde aus ihr gemacht hat. Damit nutzten die Leverkusener die Chance, die ihnen die Verfolger aus Bremen (Unentschieden gegen Wolfsburg) und Schalke (Niederlage in Gladbach) geboten hatte und vergrößerte den Vorsprung zum Rest der Liga auf drei Punkte. Alles andere als besinnlich dürften die nächsten Wochen in Stuttgart werden: Der VfB steht nach der blamablen Darbietung auf dem vorletzten Platz der Tabelle.

Weihnachtsstress bei den Schwaben - bayrisch-besinnliche Bundesliga-Stimmung dagegen nicht nur auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern: Gedichte von Karl-Heinz Rummenigge, Bauchpinseleien für den neuen Präsidenten Uli Hoeneß und ein in die Ehrenpräsidentschaft geschickter Franz Beckenbauer. Dazu zum Abschluss des 1. Advent-Spieltags ein 3:0 bei Hannover 96 - da währte die Harmonie sogar an der Säbener Straße über den Abend hinaus.

Kein Licht war vor der Partie am Samstag in Hoffenheim dem Geschäftsführer von Borussia Dortmund Joachim Watzke aufgegangen. Auf der Aktionärsversammlung am vergangenen Dienstag kritisierte er das Hoffenheimer Geschäftsmodell rund um deren „weißen Ritter“ (O-Ton Watzke) Dietmar Hopp - nicht als einziger und nicht das erste Mal. Bei den eigenen Fans rennt Watzke damit offene Türen ein. Sie fielen, ähnlich wie im vergangenen Jahr, schon vor Anpfiff der Partie mit geschmacklosen Spruchbändern auf. Danach gerierte sich dann der Dortmunder Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski wie weiland Knecht Ruprecht - für die bösen Borussen-Fans gab es statt der Rute den Führungstreffer. Für bis dahin brave Hoffenheimer glich Demba Ba in der zweiten Halbzeit aus, doch das Foul von Simunic an Subotic und Sahins verwandelter Elfmeter brachte Dortmund wieder in Führung. Die Hoffenheimer Spieler änderten ihre Gesinnung, Maicosuel flog nach einem Schlag gegen Weidenfeller vom Platz - die Partie ging trotzdem 1:2 verloren.

Die Verantwortlichen des Hamburger SV, der vor wenigen Wochen noch Tabellenführer war, dürften sich wie kleine Kinder auf ein möglichst schnelles Ende der Adventszeit freuen. Dann winken als Erholung die Weihnachtsferien - früher länger und unter dem Namen Winterpause bekannt. Derzeit beschert fast jeder Spieltag Trainer Labbadia einen weiteren verletzten Spieler. In Mainz erzielte Tunay Torun nach zwei Minuten die Führung für die Hamburger, zehn Minuten später musste Eljero Elia nach einem bösen Foul von Nikolce Noveski mit Verdacht auf Bänderriss ausgewechselt werden. Auch Torun humpelte in der zweiten Halbzeit vom Platz, Hoogland glich kurz vor Schluss aus. Das sechste Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg für die Hamburger.

Mertesacker köpft Bremen an die Spitze, Schalke verliert

Einen schönen ersten Advent hatten bis zur Leverkusener Gala die Bremer: mit ihrem Punkt aus dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg hatten sie vorrübergehend die Tabellenführung übernommen. Und das erst durch ein Tor in der Nachspielzeit dank Per Mertesacker zum 2:2 - späte Geschenke sind die schönsten Geschenke.

An Bremens Zwischentabellenführung änderten auch Felix Magaths Schalker nichts: Bei Borussia Mönchengladbach verloren die Gelsenkirchener wegen eines frühen Tores von Marco Reus im Samstagabend-Spiel mit 0:1. Damit blieben sie auf Rang drei hängen - und spüren sogar wieder die Bayern im Nacken.

Hertha weiter trostlos

Ganz düstere Zeiten erlebt derzeit Hertha BSC: Damit die Rückrunde nicht zu einer monumentalen Abschiedstour aus der ersten Liga verkommt, wollten sich die Berliner bis Weihnachten eigentlich reich beschenken. Trainer Funkel hoffte auf eine entsprechend fleißige Leistung seiner Spieler gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt - vergeblich. Nach dem 1:3 in einem weiteren missratenen Nachmittag stehen gerade mal neun Tore und fünf Punkte auf der Gabenseite. Funkels Frankfurter Nachfolger Michael Skibbe durfte sich über Tore von Patrick Ochs, Maik Franz und Alex Meier freuen.

Trist und ohne Tore verlief bereits die Freitagspartie zwischen den Abstiegskandidaten aus Bochum und Köln, wenig weihnachtlich ist auch die Stimmung in der Adventsmetropole Nürnberg nach 0:1 gegen den Mitaufsteiger aus Freiburg. Bei solchen Darbietungen nutzt auch der schönste Wunschzettel nichts.

14. Spieltag
Freitag, 27. November
VfL Bochum - 1. FC Köln 0:0 (0:0)

Samstag, 28. November
Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt 1:3 (0:1)
1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)
Werder Bremen - VfL Wolfsburg 2:2 (0:1)
FSV Mainz 05 - Hamburger SV 1:1 (0:1)
1. FC Nürnberg - SC Freiburg 0:1 (0:1)
Borussia Mönchengladbach - Schalke 04 1:0 (1:0)

Sonntag, 29. November
Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
Hannover 96 - Bayern München 0:3 (0:1)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1978, Sportredakteur.

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