http://www.faz.net/-gtm-89imr

Frankfurter Krise : Nichts geht mehr bei der Eintracht

Ratlosigkeit allerorten: Trainer Armin Veh und die Spieler der Eintracht verstehen die Welt nicht mehr Bild: dpa

Eintracht Frankfurt ist in einer bedenklichen Verfassung. Nach dem Pokal-Aus in Aue ist jede Aufbruchstimmung vertrieben. Und nun kommen auch noch die fast unschlagbaren Bayern.

          Die Zwischenbilanz fällt dürftig aus. Stand heute hat sich die Idee, Armin Veh als Trainer zur Eintracht zurückzuholen, nicht bezahlt gemacht. Das Team, vergangene Runde am Ende Tabellenneunter, hat sich unter seiner Regie bislang nicht auf gehobenem Niveau stabilisiert und schon gar nicht entwickelt. Das Bild, das die Mannschaft abgibt, lässt bislang vor allem einen Schluss zu: In der momentanen Verfassung zählen die Frankfurter nicht – wie von ihnen erhofft – zu den Anwärtern auf das europäische Fußballgeschäft, sondern zu den Vereinen, die besser alsbald zu kämpfen anfangen sollten, wenn sie nicht in den Abstiegsstrudel hinein gerissen werden wollen.

          Das Pokal-Aus in Aue verfestigte einen Trend, der nichts Gutes verheißt. Die Eintracht ist in einer bedenklichen Verfassung: Physisch konnte sie phasenweise selbst mit den unterklassigen Sachsen nicht mithalten, psychisch haben die vielen Fehlschläge der vergangenen Wochen das Selbstvertrauen merklich beschädigt. Nichts geht mehr. Passsicherheit und Zweikampfstärke sind weg, eigentlich verinnerlichte Abläufe nach der Balleroberung funktionieren nicht, Nervosität und Unsicherheit erfassten selbst als Führungskräfte auserkorene Profis wie Stefan Reinartz. Mutlosigkeit und fehlendes Zutrauen in die eigene Stärke verfestigten sich allenthalben. Und ausgerechnet jetzt kommt mit den FC Bayern ein Gegner in die WM-Arena, der unbezwingbar erscheint.

          Die Aufbruchstimmung ist vertrieben

          Veh hat in seiner Enttäuschung über das Debakel im Erzgebirge von einer „ganz leichten“ Aufgabe gesprochen, weil es gegen den Rekordmeister nichts zu verlieren gäbe. Mit feinsinniger Ironie lässt sich die Situation der Eintracht womöglich ein wenig besser ertragen; langfristig hilft Sarkasmus nicht weiter. Drei Monate haben gereicht, um die Aufbruchstimmung, die den Klub nach seinem Comeback in weiten Teilen erfasst hatte, zu vertreiben.

          Schlimmer noch: Sie hat sich ins Gegenteil verkehrt. Einzig sportliche Erfolge können in der sich ausweitenden Krise für Ruhe sorgen. Wie sie jedoch in der Bundesliga zustande kommen sollen, wenn selbst eine Drittliga-Elf in der Lage ist, ihnen Grenzen aufzuzeigen, gehört nach den Eindrücken vom Dienstag zu den Fragen, auf die es – zumal unter wachsendem Druck – keine einfachen Antworten gibt. Team und Trainer stehen vor vielfältigen Herausforderungen, die der Eintracht eine Saison bescheren werden, die besondere Spannung verspricht: Abermals resultiert sie nicht aus den Chancen, sondern den Risiken.

          Weitere Themen

          Sperren für NBA-Prügler

          Basketball : Sperren für NBA-Prügler

          Die Rauferei beim Spiel der L.A.Lakers gegen die Houston Rockets hat Folgen: Drei Spieler müssen erst einmal zuschauen. Dennis Schröder verliert mit Oklahoma auch das dritte Saisonspiel.

          Pause für Messi – Eklat um Mourinho

          Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Pause für Messi – Eklat um Mourinho

          Große Not vor dem Clásico. Ärger nach Chelsea-Tor. Klopp besiegt einen Freund. Ronaldo trifft, Juve patzt. Tuchels Paris beeindruckt. Und auch deutsche Spieler schießen Tore. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Topmeldungen

          Fall Khashoggi : Trumps ungenierte Realpolitik

          Auch im Fall der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zeigt sich die verlogene Dreistigkeit des amerikanischen Präsidenten. Eine Analyse.
          Das Kolosseum in Rom bei Nacht.

          Haushaltsstreit mit der EU : Italiens Anleihekurse steigen deutlich

          Eine amerikanische Ratingagentur schätzt die Kreditwürdigkeit Italiens schlechter ein – doch der Rendite-Abstand gegenüber Deutschland steigt nicht etwa, sondern fällt. Dafür gibt es Gründe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.