Home
http://www.faz.net/-gtn-tmnr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankfurt gegen Gladbach 1:0 Genieblitz trifft dilettantische Fohlen

06.11.2006 ·  In der ersten Halbzeit boten Frankfurt und Gladbach Fußball zum Abgewöhnen. Nach der Pause brachte immerhin der Schiedsrichter Farbe ins Spiel. Und am Ende reichte eine Aktion, um Trainer Funkel „total glücklich“ zu machen.

Von Tobias Rabe, Frankfurt
Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (0)

Gäbe es Punktabzug für schlechten Fußball, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach wären zumindest nach der ersten Halbzeit heiße Anwärter für diese Art der Bestrafung gewesen. Abenteuerliche Fehlpässe, haarsträubende Mißverständnisse und kaum ein durchdachter Angriff veranlaßten die Fans zu einem lauten Pfeifkonzert. Daß die Hausherren am Ende doch drei Punkte behielten, hatte vier Gründe: ein Gegner ohne Mut, eine Gelb-Rote Karte, eine Fahne und ein „Genieblitz“, wie es Christoph Spycher ausdrückte.

Aber der Reihe nach: Die Gäste vom Niederrhein, mit der beachtlichen Empfehlung von bislang null Auswärtszählern angereist, zeigten von Beginn an, was sie wollten: ein torloses Unentschieden. Zwar betonte Trainer Jupp Heynckes nachher seine neue taktische Variante mit drei Angreifern, zu sehen war davon allerdings nichts. Tatsächlich baute die Borussia in der eigenen Hälfte ein Bollwerk auf, das sie in der 56. Minute dummerweise selber lockerten. Der Däne Thomas Helveg mußte nach seiner zweiten Gelben Karte den Platz verlassen.

Ein Tor mit Ansage beschert den Arbeitssieg

So hatte Frankfurt zwar etwas mehr Platz, doch zwingende Torchancen, geschweige denn Treffer, konnte die Eintracht nicht verbuchen. Statt dessen zappelte der Ball plötzlich im Netz von Oka Nikolov. Die Gladbacher hatten sich doch einmal in den Gästestrafraum getraut und Marvin Compper hatte das Spielgerät listig am Eintracht-Schlußmann vorbeigeschoben (69.). Doch dabei hab der Schiedsrichter-Assistent seine Fahne. Warum er das tat, weiß wohl nur er selber. Der vermeintliche Torschütze jedenfalls stand deutlich nicht im Abseits.

Eine Fehlentscheidung bewahrte Frankfurt also vor dem Rückstand. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Albert Streit auf den eingewechselten Naohiro Takahara ebnete den Weg zum „verdienten Arbeitssieg“ (Streit). Ein Tor mit Ansage. Trainer Friedhelm Funkel habe in der Pause gefordert, ruhende Bälle zügig wieder ins Spiel zu bringen. Nachdem Streit Referee Wack dezent zur Seite geräumt hatte, mußte der völlig freie Takahara nur noch vollstrecken. Heynches kannte für das Abwehrverhalten der Seinen nur einen Ausdruck: „Dilettantisch.“

Bruchhagen zeigt Verständnis für Pfiffe der Fans

Während sich der Übungsleiter der Fohlen noch ärgerte, war sein Gegenüber „total glücklich“. Doch auch Funkel hatte freilich gesehen, daß das Spiel keineswegs Eingang in die ewige Bestenliste der Eintracht-Heimspiele finden wird. Trotzdem freue er sich total für die Jungs, „daß wir dieses Spiel gewonnen haben“. Kein Wunder, wenn man auf die Tabelle blickt. Ohne den dreifachen Punktgewinn wären die Abstiegsränge bedrohlich nahe gewesen, nun liegt man fünf Zähler vor Rang 16. Sein Team sei damit „voll im Soll“, so Funkel.

Punktemäßig liegt die Eintracht also auf Kurs, doch erstmal in der Amtszeit Funkels gab es deutliche Pfiffe. Der Trainer konnte damit ob des Sieges aber „sehr gut“ leben. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, der das „Filigrane“ im Spiel der Eintracht vermißte, zeigte Verständnis, denn „das Publikum wußte um die Wichtigkeit des Spiels und hat entsprechend viel erwartet“. Bereits am Mittwoch warten nun die starken Cottbusser auf die Eintracht, bei der Markus Weissenberger mit einer Adduktorenzerrung erstmal ausfällt.

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)
Frankfurt: Nikolov - Ochs, Kyrgiakos, Russ, Spycher - Fink, Köhler (66. Takahara) - Streit, Meier, Thurk (76. Weissenberger/86. Huggel) - Amanatidis
Mönchengladbach: Keller - Helveg, Levels, Ze Antonio, Compper - Delura, Polanski, Kluge (77. Degen), Rafael (81. Neuville) - Insua (62. Thijs) - Kahe
Schiedsrichter: Dr. Franz-Xaver Wack (Biberbach)
Tor: 1:0 Takahara (78.)
Zuschauer: 50.050
Gelb-Rote Karte: Helveg wegen wiederholten Foulspiels (56.)
Gelbe Karten: Ochs (3), Takahara

Quelle: FAZ.NET @tra
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1983, Sportredakteur.

Jüngste Beiträge

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche
Ergebnisse, Tabellen und Statistik