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Fernsehvertrag Sirius und DFL lösen angeblich Milliarden-Vereinbarung

16.09.2008 ·  Der Drei-Milliarden-Euro-Traum für die 36 Klubs der beiden obersten Fußball-Ligen ist angeblich geplatzt. Die DFL und der Rechtehändler Sirius beenden ihre Partnerschaft wohl zum 30. September. Die umstrittene Kartellamtsentscheidung hatte dem Geschäft die Grundlage entzogen.

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Der Drei-Milliarden-Euro-Traum im deutschen Profi-Fußball ist geplatzt: Nach sid-Informationen endet am 30. September die Partnerschaft der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der Sportrechteagentur Sirius von Medienmogul Leo Kirch, der für die Vermarktung der Bundesliga-TV-Rechte von 2009 bis 2015 im Schnitt 500 Millionen Euro pro Saison vertraglich zugesichert hatte.

Nachdem jedoch das Bundeskartellamt die „Empfehlung“ ausgesprochen hatte, die Zusammenfassung von den Samstagsspielen in der Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen auch ab 2009 vor 20.00 Uhr auszustrahlen, war dem Deal quasi die Geschäftsgrundlage entzogen. Sirius, das dem Pay-TV eigentlich mehr Exklusivität sichern wollte und Bilder im Free-TV erst zu einem späteren Zeitpunkt am Samstagabend ausstrahlen wollte, könnte die Garantiesumme nicht mehr refinanzieren.

Trennung hatte sich abgezeichnet

Ein Ende der Partnerschaft hatte sich bereits vor Wochen abgezeichnet. Einiges deutet darauf hin, dass die ARD-Sportschau auch weiterhin als Erstverwerter im frei empfangbaren Fernsehen ab 2009 zum Zuge kommt. Die DFL gab dazu keinen Kommentar ab. In der vergangenen Woche hatte Kirch die Trennung von Sirius-Geschäftsführer Dejan Jocic vollzogen.

In den nächsten Tagen dürfte die Auflösung der Partnerschaft DFL/Sirius offiziell besiegelt werden. Angeblich soll es zu keinen Entschädigungszahlungen kommen, wenngleich Kirch nach Informationen des Handelsblatts einen unteren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag bereits in das Projekt investiert haben soll. Der knapp 82-jährige Kirch wollte mit seiner Firma als Bundesliga-Vermarkter sein Comeback geben. Die Insolvenz von KirchMedia hatte den deutschen Profi-Fußball 2002 in schwere wirtschaftliche Turbulenzen gestürzt.

Einnahmen werden wohl unter 400-Millionen-Marke sinken

Bislang kassieren die 36 Profi-Klubs rund 420 Millionen Euro aus der Inlands-TV-Vermarktung. Selbst diese Summe dürfte angesichts der veränderten Ausgangslage für die Zukunft kaum mehr realisierbar sein - zumal die Zeit drängt und die Ausschreibung noch nicht vollzogen werden konnte. Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, ist nun gefordert. Die Zeit drängt, schließlich müssen die Klubs im Zuge des Lizenzierungsverfahrens für die Saison 2009/2010 wissen, mit welchen Geldern aus der TV-Vermarktung sie rechnen können.

Allerdings waren vor knapp drei Jahren auch erst am 21. Dezember 2005 die Bundesliga-TV-Rechte relativ kurzfristig vergeben worden. Damals gab es in arena ein Konkurrenz-Unternehmen zum Pay-TV-Platzhirsch Premiere, der inzwischen wieder im Boot sitzt und einziger Anbieter im klassischen Abo-TV ab 2009 sein dürfte. Aufgrund der „Empfehlung“ des Kartellamtes kann jeder Free-TV-Sender (neben der ARD auch ZDF, RTL, Sat.1, Pro7, DSF und andere) die Bundesliga unter Marktwert erwerben. Da Premiere nicht mehr Exklusivität aufgrund der Aussage der Wettbewerbshüter zugestanden werden kann, ist auch in diesem Segment auf keinen Fall eine Steigerung zu erwarten.

Ligapokal für Ersatzfinanzierung?

Dass am Ende insgesamt eine Summe erreicht wird, die unter der augenblicklichen von 420 Millionen Euro pro Jahr liegt, ist für die TV-Vertreter wahrscheinlich. „Alle werden ein bisschen weniger zahlen. Am Ende gibt es eine Summe, die etwas unter 400 Millionen Euro liegt“, hatte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von EM.Sport Media (Inhaber des DSF), Rainer Hüther, prophezeit. „Wir werden ein faires Angebot machen und die Liga nicht abtropfen lassen“, kündigte unterdessen ARD-Programmdirektor Günter Struve an. Um geringere Einnahmen im Bundesliga-TV-Bereich auszugleichen, wird derzeit über die Wiedereinführung des Ligapokals in der DFL diskutiert.

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