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Fernsehrechte Leo Kirch vermarktet die Fußball-Bundesliga

09.10.2007 ·  Seit Wochen wird über eine Rückkehr des Medienunternehmers Leo Kirch ins Bundesliga-Geschäft spekuliert. Jetzt soll Kirch die Bundesliga im Fernsehen vermarkten. Darauf haben sich die 36 Profivereine geeinigt.

Von Marcus Theurer
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Dem Medienunternehmer Leo Kirch ist die Rückkehr ins Milliardengeschäft mit der Fußball-Bundesliga gelungen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat Kirch nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag mit der Vermarktung der Fernsehrechte von der Saison 2009/2010 an beauftragt. Der 81 Jahre alte Kirch garantiere der Bundesliga Einnahmen aus der Verwertung der Fernsehrechte im Inland von durchschnittlich mindestens 500 Millionen Euro je Saison, teilte die DFL weiter mit. Zur Zeit kassieren die Vereine 440 Millionen Euro je Spielzeit.

Der Vertrag zwischen Kirch und DFL hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Die Rechte würden jedoch nicht auf Kirch übertragen, teilte die DFL weiter mit. Er soll vielmehr als Zwischenhändler die Übertragungslizenzen weiterverkaufen. Die Verkaufsausschreibung für die Übertragungsrechte zunächst von 2009 bis 2012 solle im Frühjahr und damit später als bisher angenommen vorliegen. Um die Auslandsvermarktung will sich die DFL selber kümmern.

Kirch soll über Bankgarantien verfügen

Dem Zuschlag für Kirch ist auf der Mitgliederversammlung eine kontroverse mehrstündige Diskussion unter den Vertretern der Bundesliga-Vereine vorausgegangen. Kirch war bis vor fünf Jahren schon einmal Hauptfinanzier der Bundesliga. Die Milliardeninsolvenz seines damaligen Medienkonzerns hatte auch viele Fußballvereine in Bedrängnis gebracht. Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, gab es eine Gegenstimme und mehrere Enthaltungen.

Kirch soll über Bankgarantien verfügen, welche die Zahlungen absichern. Diese Frage dürfte im Zentrum gestanden haben. Auch auf Seiten von Kirch wurde am Dienstag bekräftigt, dieser habe nicht vor, einen eigenen Fernsehsender aufzubauen. Allerdings beschränkt sich Kirch nicht auf diese Rolle als Zwischenhändler, sondern will etwa Kabelnetz- und Telekommunikationsunternehmen auch komplette Bundesliga-Programme anbieten. Dazu soll eine Gemeinschaftsfirma von Kirch und DFL gegründet werden.

Aktie von Premiere stark unter Druck

Die DFL überlässt durch den Vertrag mit Kirch den rechtlich und wirtschaftlich komplexen Rechteverkauf Kirch und kann zugleich auf höhere Fernseheinnahmen hoffen. Kirch ist seit Jahrzehnten im Handel mit Fernsehrechten tätig und wird von seinem langjährigen Geschäftspartner Dieter Hahn unterstützt. Die beiden haben vor kurzem die erfahrene Sportrechte-Managerin Dagmar Brandenstein von der ARD abgeworben.

Die sich abzeichnende Rückkehr Kirchs in das Milliardengeschäft mit der Fußball-Bundesliga brachte am Dienstag den Aktienkurs des Bezahlsenders Premiere stark unter Druck. Das Papier brach im Handelsverlauf um 8,3 Prozent auf 14,57 Euro ein. Premiere zeigt die Bundesliga-Begegnungen exklusiv und live im Abonnementfernsehen. Die geplanten Angebote von Programmproduktionen durch Kirch könnten es potentiellen Premiere-Konkurrenten erleichtern, ins Geschäft mit der Bundesliga einzusteigen, vermuten Branchenexperten. Dadurch könnte es für Premiere zugleich teurer werden, sich die für den Sender essentiellen Übertragungsrechte für die Fußballspiele auch über 2009 hinaus zu sichern. Als potentielle Interessenten gelten Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationskonzerne.

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