09.08.2006 · Wer Bundesliga-Fußball live schauen möchte, muß tief in die Tasche greifen. Doch bevor der Fan sein Geld los wird, muß er den Weg zum neuen Bezahlsender Arena erst einmal finden - und das ist an manchen Orten in Deutschland gar nicht so einfach.
Von Peer SchaderWaren das noch Zeiten, als uns die Bundesliga lieb und teuer war! Jetzt ist sie günstig und kompliziert, zumindest, wenn man sie zu Hause vor dem Fernseher live sehen will. Seitdem feststeht, daß nicht mehr Premiere, sondern Arena die Spiele im Bezahlfernsehen übertragen wird, überschlagen sich die Meldungen, wer sich wo anmelden muß und wieviel das Fußballschauen kostet. Mit dem Slogan "Aus Liebe zum Spiel" wirbt Arena für seine Monatsgebühr von 14,90 Euro. Für die meisten Zuschauer dürfte die Bundesliga aber wegen Bereitstellungskosten und Anschlußgebühren teurer werden.
Wer in den Kabelgebieten der Betreiber Iesy und Ish wohnt, also in Nordrhein-Westfalen oder Hessen, hat es am einfachsten. In diesem Fall kostet das Arena-Paket 14,90 Euro im Monat, sofern man bereits Kabelkunde ist. Allerdings braucht man für den Empfang einen Digitaldecoder, der bei Arena 49,00 Euro kostet - vorausgesetzt, man verpflichtet sich vierundzwanzig Monate. Wer das Angebot nur zwölf Monate testen will, zahlt 99,00 Euro (jeweils plus 4,90 Versand). Kostenlos ist das Gerät nur, wenn man sich für das Digitalpaket tividi für zusätzliche fünf Euro im Monat entscheidet.
Keine Einigung mit Kabel Deutschland
Kabelkunden aus Baden-Württemberg können Arena direkt über ihren Netzbetreiber Kabel BW bestellen, zahlen aber zu den monatlichen 14,90 Euro zusätzlich eine einmalige "Bereitstellungsgebühr" von 9,90 Euro. Auch hier ist eine Digitalbox notwendig, die bei Kabel BW 99,00 Euro kostet und auch den Empfang von Arena-Konkurrent Premiere ermöglicht, der das Kabel-BW-Angebot vermarkten hilft.
Komplizierter wird es für Kunden in Bundesländern, in denen Kabel Deutschland die Netze betreibt. Kabel Deutschland konnte sich nicht mit Unity Media über eine Einspeisung einigen, deshalb hat Premiere den Arena-Bundesligakanal in sein Angebot aufgenommen. Auch hier kostet das Paket 14,90 Euro. Wer noch keinen Receiver besitzt, muß einen für 79,00 Euro kaufen, hinzu kommt eine "Aktivierungsgebühr" von 49,99 Euro (plus fünf Euro Versand). Wer Arena derzeit bei Premiere im Internet bestellt, erhält 20,00 Euro als Gutschrift. Bei einem Kauf des Premiere-Komplettpakets für 44,98 Euro kostet der Arena-Empfang umgerechnet nur noch 9,99 Euro und der Decoder einen Euro. Die gute Nachricht ist, daß alte Premiere-Decoder weitergenutzt werden können.
Gebühren, Gebühren, Gebühren
Was mit den Haushalten passiert, die von unabhängigen Netzbetreibern versorgt werden, ist offen. Unter anderen Primacom hat noch nicht zugestimmt, Arena über seine Netze zu verbreiten. Davon sind zum Beispiel die Städte Mainz, Leipzig und Aachen betroffen. Die Verhandlungen für die Zusammenschlüsse mit den kleinen Netzbetreibern führt stellvertretend für Arena der Partner Eutelsat mit seinem Angebot Kabelkiosk.
Wer über Satellit fernsieht, wird künftig nicht nur Entschlüsselungsgebühren für freies Fernsehen zahlen müssen, sondern auch tiefer für den Fußball in die Tasche greifen. Zusätzlich zu den beworbenen 14,90 Euro verlangt Arena eine "Satellitenbereitstellungsgebühr" von monatlich fünf Euro, die in Transpondermietgebühren und den Infrastrukturaufbau fließt. Der Decoder ist ebenfalls teurer, zumindest bei vierundzwanzig Monaten Vertragslaufzeit, und kostet statt 49,00 Euro 79,00 Euro. Da Premiere lange verhindern wollte, daß der Konkurrent Arena dasselbe Verschlüsselungssystem nutzt, können Decoder, die bisher für Premiere im Einsatz waren, zumindest über Satellit nicht für Arena verwendet werden. Eine zusätzliche, einmalige "Aktivierungsgebühr" von 29,95 Euro ist fällig.
Internetfernsehen nur in großen Städten
Wer, statt übers Internet zu ordern, lieber in Elektrogroßmärkten Schlange stehen mag und erst einmal testen möchte, ob das Programm seinen Preis wert ist, kann ein Sechs-Monate-Prepaidpaket ("Hinrunden-Ticket") erstehen. Das Paket kostet 99,00 Euro zuzüglich der "Aktivierungsgebühr" in Höhe von 19,90 Euro.
Das Bundesliga-Angebot der Telekom wird im Auftrag von Premiere erstellt und dürfte deshalb dem bisherigen Programm stark ähneln. Außerdem hat sich die Telekom etwas Besonderes einfallen lassen: einen Preis, mit dem Arena unterboten wird - leider aber auch zusätzliche Kosten, die ähnlich verwirrend sind wie bei Kabel und Satellit. Allerdings sendet die Telekom die Bundesliga ausschließlich über ihr neues Internetfernsehangebot, das auf der DSL-Nachfolgetechnik VDSL basiert und vorerst nur in großen Städten wie Frankfurt, München, Hamburg, Leipzig, Köln und Berlin verfügbar ist. Dafür anmelden kann man sich im Internet. Der Anruf bei der Telekom-Kunden-Hotline ist verwirrend, weil sie dort Pakete verkaufen wollen, die T-Com auf Nachfrage in der Pressestelle voraussichtlich erst im Herbst anbieten wird.
„Sportschau“ kostet nur Nerven
Aber immer schön der Reihe nach. Derzeit kostet die T-Com-Bundesliga-Übertragung per Internet-VDSL keinen Cent. Allerdings muß man einen Telefonanschluß haben (15,95 Euro im Monat), die VDSL-Monatsgebühr von 34,99 Euro zahlen, noch einmal 19,95 Euro, um frei im Internet surfen und wie bisher im Kabel oder über Satellit bis zu sechzig Fernsehprogramme frei empfangen zu können. Erst nach fünf Monaten, also zum Ende der Hinrunde, kommen monatlich 9,95 Euro für das Bundesliga-Abo hinzu. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei zwölf Monaten, und der IPTV-Receiver für einmalig 99,00 Euro ist unverzichtbar. Zusammen kostet das T-Com-Paket also 80,84 Euro im Monat inklusive Surfen. Nur telefoniert hat man dann noch nicht.
Man kann sich den ganzen Ärger natürlich auch sparen und am Samstag erst einmal kostenlos bei Sat.1 reinschauen, weil Arena den ersten Spieltag ans freie Fernsehen verschenkt. Oder man geht wie zu Zeiten der Fußball-WM wieder in die Kneipe um die Ecke. Als letzte Alternative bleibt natürlich die ARD-"Sportschau", die von 18.10 Uhr an läuft, aber erst ab 18.30 Uhr Erstliga-Bilder zeigt. Aufgrund der gewohnten Werbeunterbrechungen ist allerdings zu befürchten, daß auch die "Sportschau"die Fans ordentlich was kosten wird: nämlich eine Menge Nerven. Wenigstens ist dafür keine Aktivierungsgebühr fällig.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |