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FC Schalke 04 Der mächtige Multifunktionär Magath wirkt schon

13.05.2009 ·  Für Schalke ist die Saison gelaufen. Immerhin können sie noch das Zünglein an der Waage spielen im Titelkampf. An diesem Mittwoch kommt Stuttgart. Doch das alles wird von Felix Magath überstrahlt. Dessen Verpflichtung hat einiges bewirkt.

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
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Kurz vor dem Saisonende erinnert die Lage beim FC Schalke 04 an die Dezembertage, die der Volksmund als Zeit „zwischen den Jahren“ bezeichnet. Die alte Saison ist noch nicht ganz zu Ende, aber im Grunde gelaufen. Seit der Niederlage in Mönchengladbach (siehe auch: 1:0 gegen Schalke: Gladbach trifft zur rechten Zeit) ist auch das letzte sportliche Minimalziel, ein Platz im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb, so gut wie verfehlt. Wortführer wie Stürmer Kevin Kuranyi und Torwart Manuel Neuer haben mit der verkorksten Spielzeit abgeschlossen.

„Das war's“, sagt der eine. „Der Zug ist abgefahren“, sagt der andere. Die sportlichen Ambitionen beschränken sich darauf, als Zünglein an der Waage die Gewichte im Meisterschaftskampf zu beeinflussen, so etwa an diesem Mittwoch daheim gegen den VfB Stuttgart (20.00 Uhr / FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker) oder drei Tage später in Berlin (15.30 Uhr / FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker). Die Gedanken sind auf das neue Jahr gerichtet und auf den künftigen Trainer-Vorstand Felix Magath, von dem sich der Revierklub den Eintritt in eine neue, endlich wieder erfolgreiche Ära verspricht (siehe auch: FC Schalke 04: Ein Magath und viele Fragen).

Auch wenn der mächtige Multifunktionär persönlich noch nicht anwesend ist, übt er schon eine spürbare wie hörbare Anziehungskraft aus – auf Alt und Jung. Sogar der in die Jahre gekommene einstige Abwehrchef und Meinungsmacher Marcelo Bordon fängt wieder an, sich für Schalke zu interessieren. Vom vorherigen Trainer Fred Rutten zur Ersatzkraft degradiert und durch allerlei Wehwehchen zusätzlich geschwächt, war er nicht nur als Kapitän zurückgetreten, sondern hatte sogar seinen Abschied aus Schalke ins Auge gefasst.

„Wenn so ein Trainer kommt, möchte man gerne dabei sein“

Doch seit bekannt ist, wer sich des Klubs und der Mannschaft annehmen wird, scheint Bordon, der Magath aus Stuttgart kennt, wieder Feuer und Flamme zu sein, am Aufbau eines „neuen“ Schalke mitzuwirken, in dem nicht mehr „so viele ahnungslose Leute eine Menge Blabla reden“. Magath werde eine neue Organisation und Planung in den Verein bringen, sagt Bordon. „Wenn so ein Trainer kommt, möchte man als Spieler gerne dabei sein. Ich will der Mannschaft helfen.“

Kann man mehr Hilfsbereitschaft erwarten von einem Fußballprofi, dessen hochdotierter Vertrag noch zwei Jahre läuft? Die bevorstehende Ankunft des Herrn Magath weckt offenbar sportliche Frühlingsgefühle – auch bei Kuranyi und Kobiaschwili. Beide stehen bis Juni 2010 unter Vertrag, scheinen aber geneigt, vorzeitig zu verlängern, wenn Magath will. Nach der abermaligen Knieverletzung Christian Panders könnte Kobiaschwili, das unscheinbare fleißige Lieschen, als linker Verteidiger wieder an Stellenwert gewinnen, zumal bei begrenztem Budget.

Dank Magath sehen Profis wie er ihren zuletzt nur noch finanziell attraktiven Arbeitsplatz mit anderen Augen, und fast klingt es, als hätten die Gelsenkirchener Profis sich nach den Medizinbällen des neuen Trainers und Managers gesehnt. Disziplin und Härte habe er immer zu schätzen gewusst, behauptet Kobiaschwili, einer der Stillen im Land Schalke. „Ich freue mich darauf.“

Das Mittel Magath fängt an zu wirken - auch bei Lewis Holtby

Kuranyi erinnert sich mit gemischten Gefühlen an die Methoden seines früheren Chefs, dessen Saisonvorbereitung ihm zuweilen mächtig auf den Magen geschlagen ist. Aber die Einsicht, dass die harte Tour nötig ist oder wenigstens sein kann, überlagert die Aussichten, die sich mit dem Training unter Magath verbinden. „Er versucht, den Fußball mit deutschen Tugenden weiterzuentwickeln, das mögen die Menschen im Ruhrgebiet“, sagt Kuranyi. Es gebe nicht viele Trainer, die zu Schalke passen, „aber Magath ist einer von ihnen“.

Erfahrene Fachkräfte also freuen sich auf die Schalker Zeitenwende und wollen gerne dabei sein, wenn dieser Traditionsklub von einem konservativen Fußball-Vordenker neu erfunden wird. Aber auch die ganz Jungen scheint Magath schon zu faszinieren, sogar solche, die noch nicht da sind und eigentlich auch nicht kommen wollten wie etwa Lewis Holtby. Der achtzehn Jahre alte Emporkömmling des Zweitligavereins Alemannia Aachen, von der halben Bundesliga-Elite umworben, hatte Schalke schon abgesagt; auch Wolfsburg interessierte sich für ihn. Inzwischen hat sich das Interesse der Niedersachsen verflüchtigt, aber mit Schalke, oh Wunder, soll der junge Mann sich einig sein. Das Mittel Magath fängt an zu wirken.

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