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Neuer Geschäftsführer in Köln : Veh schließt die erste Lücke

  • -Aktualisiert am

Die Suche ist beendet: Armin Veh wird neuer Geschäftsführer beim 1. FC Köln. Bild: dpa

Die Suche beim 1. FC Köln nach einem neuen Geschäftsführer ist beendet. Der ehemalige Trainer Armin Veh wird sich künftig an der Seite von Alexander Wehrle um die Geschäfte kümmern.

          Jedes Ende kann ein Anfang sein, auch im Profifußball. Armin Veh etwa hat seine Karriere als Trainer beendet. Und startet prompt einen neuen Anfang. Eine Zeitlang hatte er sich auf die Position eines „Experten“ beim Spartensender „Sport1“ zurückgezogen, doch die Gelegenheit, in neuer Funktion wieder ins operative Geschäfts einzusteigen, lässt sich der Sechsundfünfzigjährige nicht entgehen. In wenigen Tagen kehrt er in die Bundesliga zurück – als Geschäftsführer Sport des Tabellenletzten 1. FC Köln.

          Beim abschließenden Gruppenspiel in der Europa League an diesem Donnerstag bei Roter Stern Belgrad wird sich der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart noch von außen, wenn auch nicht mehr ganz unbeteiligt, ein Bild machen, ebenso bei der Bundesligapartie am Sonntag gegen den SC Freiburg. „Ich drücke der Mannschaft und dem Trainerteam die Daumen, dass sie schon am Donnerstag in Belgrad und dann gegen den SC Freiburg mit Siegen ein echtes Zeichen setzen können“, sagt Veh. Vom kommenden Montag an ist er wieder mittendrin im Geschäft und kann selbst Zeichen setzen.

          Für den Vorstand des 1. FC Köln bietet allein die Verpflichtung Vehs schon Grund zu der Annahme, dass alles wieder gut wird. Den Fußballlehrer im Vorruhestand überzeugt zu haben, „ist ein echtes Aufbruchsignal für den FC und tut uns sehr gut“, sagt Vereinspräsident Werner Spinner. Die Führungsgremien waren bei ihrem Krisenmanagement zuletzt an Grenzen gestoßen – und deshalb in die Kritik geraten, vor allem bei der Trennung von Cheftrainer Peter Stöger, der am Sonntag nach langem Hin und Her entlassen wurde.

          Vor einigen Wochen war Jörg Schmadtke überraschend als Geschäftsführer Sport zurückgetreten. Bei der Suche nach einem Nachfolger kam der Vorstand zunächst nicht voran. Wunschkandidat Horst Heldt hätte die Position gern übernommen, erhielt von seinem aktuellen Arbeitgeber Hannover 96 aber keine Freigabe.

          Wenige Tage nach dem Abbruch der Gespräche mit Heldt nutzte Veh die Gunst der Stunde und unterzeichnete einen Arbeitsvertrag bis 30. Juni 2020. Sehr zur Freude von Alexander Wehrle, der sich beim „FC“ nun wieder auf seine Kernaufgaben als Finanzgeschäftsführer konzentrieren kann. „Ich habe immer gesagt, dass ein Sportler in die Geschäftsführung gehört und bin sehr froh, dass diese Lücke jetzt mit Armin Veh hervorragend besetzt ist“, sagte Wehrle, der seinen künftigen Kollegen noch aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten kennt.

          Veh hat zwar seine meisten Erfahrungen als Trainer – in mehr als sechshundert Spielen – gesammelt. Aber während der Saison 2009/2010 gewann er beim damaligen deutschen Meister VfL Wolfsburg ausnahmsweise Einblick in die Geschäftsführung – als Nachfolger von Felix Magath, der für eine Weile die Doppelfunktion Trainer und Manager in einer Person etabliert hatte.

          Veh sagt, er betrachte seinen neuen Job als „riesige Herausforderung“ und als „Möglichkeit, bei diesem faszinierenden Traditionsklub ein nachhaltiges Projekt anzugehen“. Nicht nur weil nach Schmadtkes Ausstieg einiges liegengeblieben ist, kommt auf den Manager in den nächsten Wochen eine Menge Arbeit zu. Höchste Priorität genießt die Suche nach einem Cheftrainer. Als Stögers Nachfolger wurde am Sonntag Stefan Ruthenbeck eingesetzt, der in Belgrad sein Debüt gibt. Der vormalige U-19-Coach gilt als Übergangslösung, bis Veh einen Fußball-Lehrer mit mehr Erfahrung und mehr Profil gefunden hat. Zudem bedarf es auf mehreren Positionen neuer Spieler, nachdem die Transfers aus dem vergangenen Sommer nicht eingeschlagen haben.

          Wenn Veh sein Sanierungskonzept erarbeitet, wird er auch das mögliche (und realistische) Szenario des Abstiegs berücksichtigen müssen. Mit nur drei Punkten und ohne einen einzigen Sieg nach vierzehn Spieltagen erscheint der FC am Tabellenende fast abgeschlagen; selbst der SC Freiburg als Sechzehnter ist schon neun Punkte entfernt. Sollte der unwahrscheinliche Fall des Klassenverbleibs nicht eintreten, könnte Veh auf seine Erfahrungen aus der zweiten Liga zurückgreifen.

          Vor einigen Jahren führte er die Frankfurter Eintracht zurück in die Beletage und später sogar in die Europa League, ehe es wieder bergab ging. Bei einem zweiten Engagement in Frankfurt gab es sogar Bestrebungen, Veh zum Nachfolger des damaligen Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen zu machen. Diese Pläne durchkreuzte jedoch sportlicher Misserfolg des Trainers Veh. Aber dem Ende in Frankfurt folgte für beide ein neuer Anfang. Bruchhagen managt inzwischen den Hamburger SV – und Veh begegnet seinem früheren Förderer von Montag an als Kollege und Konkurrent aus Köln wieder.

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