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2:0 gegen RB Leipzig : Der FC Bayern ist zurück an der Spitze

Der FC Bayern ist wieder Tabellenführer: Lewandowski und Kimmich jubeln. Bild: Reuters

Der FC Bayern München siegt in einem emotionalen Spiel 2:0 gegen RB Leipzig und ist Tabellenführer. Wieder profitiert das Team von Trainer Heynckes von einem Platzverweis.

          Jupp Heynckes hat am Samstag ein höchst seltenes Jubiläum begehen können. Seit fünf Jahren hat er nun kein Spiel mehr in der Bundesliga verloren. Gut, viereinhalb davon war er im Ruhestand. Doch Siege des FC Bayern, unter dem Vorgänger Carlo Ancelotti in die Ergebnis- und Vertrauenskrise geraten, haben unter dem 72-jährigen Heynckes wieder etwas so Selbstverständliches bekommen wie in der Triple-Saison unter dem 68-jährigen Heynckes, der nun seit dem 1:2 gegen Bayer Leverkusen im Oktober 2012 in 19 Ligaspielen auf 18 Siege und ein Remis kommt. Wichtiger als die Statistik ist, dass dieser 18. Sieg, das 2:0 gegen RB Leipzig durch Tore von James (19. Minute) und Robert Lewandowski (38.), erstmals in dieser Saison dem Meister die Tabellenführung brachte – und dass er einen neuen Herausforderer auf Distanz hielt.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Der Leipziger Kapitän Willi Orban hatte bereits nach 13 Minuten wegen einer Notbremse die Rote Karte erhalten. Damit haben die Bayern in jedem ihrer vergangenen drei Spiele, vor einer Woche in Hamburg und dann zwei Mal, in Pokal und Liga, gegen Leipzig, von einer Hinausstellung profitiert. 182 von 300 Spielminuten konnten sie in Überzahl bestreiten und die entscheidenden Treffer setzen, während sie in der Spielzeit bei Gleichzahl ohne Tor geblieben waren.

          Bundesliga

          So war am Samstag aus dem erhofften Spektakel zweier Spitzenteams schon früh eine spannungsarme, einseitige Angelegenheit geworden. Waren die Leipziger im Pokalduell am Mittwoch bis zur Gelb-Roten Karte für Nabi Keita in der 54. Minute noch die bessere Mannschaft, beraubten sie sich am Samstag schon in der Anfangsphase aller Erfolgsaussichten. Die Abwehr ließ sich durch Sebastian Rudys Steilpass durch die Mitte simpel aushebeln, und als Orban als letzter Mann noch das Schlimmste abwenden wollte, machte er es nur noch schlimmer.

          Er brachte Arjen Robben kurz vor dem Strafraum zu Fall und erhielt nach Videobeweis den Marschbefehl. Weil RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dadurch einen neuen Innenverteidiger brauchte, musste er mit Timo Werner seinen besten Angreifer auswechseln. So blieb Leipzig bis zum Ende offensiv harmlos.

          Schiedsrichter Daniel Siebert zeigt die rote Karte gegen Willi Orban. Bilderstrecke
          Schiedsrichter Daniel Siebert zeigt die rote Karte gegen Willi Orban. :

          Torwart Péter Gulasci hielt Robbens gefährlichen Freistoß, konnte die Bayern-Führung aber nur wenige Minuten hinausschieben. Dann passte Robben von rechts scharf und flach in den Rückraum, wo James, für den angeschlagenen Coman ins Team gekommen, den Ball aus 14 Metern per Direktabnahme ins kurze Eck setzte. Beinahe hätte der spielfreudige Kolumbianer zwei Minuten sogar das zweite Tor erzielt, doch sein abgefälschter Schuss flog knapp übers Tor. Eine feine Flanke von James fand dann die Stirn von Lewandowski – dessen Kopfball parierte Gulasci mit einer Hand, ebenso wie beim Nachschuss von Robben.

          Danach änderten die Bayern den Rhythmus, nahmen etwas Druck aus dem Spiel, ohne Leipzig aus der Umklammerung zu lassen. Und schlugen dann, blitzartig improvisierend, zu. Ein Zuspiel auf Lewandowski misslang zunächst, der Ball prallte ins Mittelfeld zurück. Doch dort erkannte Javi Martinez den sich öffnenden Passweg auf den startenden Polen und spielte ihm geradewegs durch Zentrum den Ball perfekt in den Fuß. Frei vor Gulasci wählte Lewandowski die rechte Ecke – und ließ sich kurz danach, leicht angeschlagen, auswechseln.

          Ein Schonprogramm wie der Bayern-Torjäger konnten auch die geknickten Leipziger gut gebrauchen. So kam ihnen entgegen, dass die Münchner nach der Pause Kräfte für die nächsten Wochen sparten und den Gegner nicht noch mehr bestraften. Ein Freistoß von David Alaba, der nach einer Stunde das Tor knapp verfehlte, blieb eine der wenigen sehenswerten Szenen in der zweiten Hälfte eines Top-Spiels, das schon lange vorher keines mehr war.

          Quelle: FAZ.NET

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