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Nach obszöner Geste : „Moralapostel Hasenhüttl“

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Nach dem Ärger von Augsburg wird auch Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttel kritisiert. Bild: Picture-Alliance

Die Aufregung nach der obszönen Geste von Daniel Baier lässt nicht nach. Nun nimmt Augsburgs Manager Stefan Reuter den Leipziger Trainer mit heftiger Kritik ins Visier.

          Daniel Baier hat sich für seine obszöne Geste abermals entschuldigt und will das Thema offenbar schnell abhaken – Stefan Reuter ließ sich eine Spitze in Richtung Leipzig aber nicht entgehen. Zwei Tage nach dem viel diskutierten Vorfall im Bundesligaspiel seines FC Augsburg gegen RB Leipzig übte der Geschäftsführer heftige Kritik an Gäste-Trainer Ralph Hasenhüttl, warf ihm Doppelmoral und Scharfmacherei vor. „Das Thema wurde richtig groß gemacht aufgrund der Reaktion von Ralph Hasenhüttl“, sagte der Fußball-Weltmeister von 1990. Dass sich just der Leipziger als „Moralapostel“ aufspiele, sei im Rückblick auf den Dezember 2016 nicht angebracht, fand Reuter.

          „Wir können uns alle noch an die Szene erinnern mit der Schwalbe und dem Elfmeter...“, ergänzte Reuter und meinte eine Unsportlichkeit des Leipziger Nationalstürmers Timo Werner gegen Schalke 04. RB-Trainer war damals schon Hasenhüttl. „Dass er jetzt den Richter spielt, das finde ich ein bisschen verfehlt“, bemerkte FCA-Manager Reuter. Überhaupt kritisierte Reuter das Verhalten Hasenhüttls am Dienstag. Der Trainer soll sich schon während der Partie an der Seitenauslinie unkorrekt benommen haben. „Auch den Gang nach dem Schlusspfiff, wie er auf unsere Spieler zustürmt, finde ich unmöglich“, sagte Reuter.

          Im Spiel hatte Baier eine unsittliche Handbewegung unterhalb der Gürtellinie in Richtung Hasenhüttl gemacht und war deswegen vom Deutschen Fußball-Bund für ein Spiel gesperrt und mit einer Geldstrafe von 20.000 Euro belegt worden. „Ich bin auf eine Provokation eingegangen und habe mich hinreißen lassen. Das darf mir nicht passieren“, sagte der Profi und bat dafür um Entschuldigung.

          Eine Absetzung als Kapitän stand in der Causa nicht zur Debatte, wie der Spieler und sein Trainer Manuel Baum am Donnerstag sagten. Verein und Mannschaft zeichne aus, „Fehler nicht unter den Tisch zu kehren oder irgendwo anders Fehler zu suchen, sondern dass man offensiv damit umgeht und geradesteht“, sagte der Coach. Dass sein Routinier sich schon am Tag nach dem Vorfall öffentlich gemeldet habe und am Donnerstag vor die Presse trat, zeuge von Charakter.

          „Wir brauchen nicht darüber reden, dass die Szene total unangebracht war. Ich kann auch zwei Tage nach dem Spiel nicht erklären, wie ich mich zu der Aktion habe hinreißen lassen“, sagte Baier. Er habe aber „natürlich nicht“ daran gedacht, seine Kapitänsbinde abzugeben. „Ich bin ein Mensch und Fußballer, der einen Fehler gemacht hat. Das hat nichts damit zu tun, ob ich Kapitän bin“, meinte der 33-Jährige.

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