Nach dem Münchner Aus im DFB-Pokal in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen (2:4) stellte FAZ.NET in der vergangenen Woche die bange Frage: „Ist Jürgen Klinsmann der richtige Trainer für Bayern München?“ (siehe: ). Nur fünf von 15 möglichen Punkten hatte der große FC Bayern in der Rückrunde zusammengetragen, war nach dem 22. Spieltag auf Platz fünf der Liga abgestürzt.
Eine Tabellensphäre, die mit Mühe noch zum Einzug in den „Cup der Verlierer“ berechtigen würde. Und nun schaffte der Rekordpokalsieger nicht mal den Einzug in die „Final Four“ des nationalen Pokalwettbewerbs. Franz Beckenbauer begann schon wieder mit harmlos getarnten, sich selbst widersprechenden „Ja gut, der Jürgen“-Monologen, Uli Hoeneß' Gesichtsfarbe war in ein gefährliches Kaminrot changiert.
Die meisten wollten Klinsmann nach Kaliforniern schicken
Das Gros der FAZ.NET-Nutzer stellte angesichts der Münchner Gewitterwarnung eine Reiseempfehlung für den westamerikanischen Weltenbummler aus: „Klinsmann sollte den nächsten Flieger nach Kalifornien nehmen“ klickten mehr als 40 Prozent der Abstimmenden an. 30 Prozent unterschrieben ein Ultimatum, wie es in der Fußballbranche eben so üblich ist: „Klinsmann ist nur zu halten, wenn die Bayern eine Siegesserie hinlegen.“
Gerade mal ein Viertel erinnerte sich dagegen an die Weisheit „Gut Ding will Weile haben“, und prognostizierte: „Seine Reformen brauchen Zeit. Nächstes Jahr ist Bayern Weltklasse.“ Und nicht mal fünf Prozent des Publikumsjokers vertrauten auf unmittelbaren Erfolg: „Er gewinnt die Champions League.“
Zustimmung zu Klinsmann hat sich verdoppelt
Eine knappe Woche, zwei Heimspiele und 12:2 Tore später hat sich der bayrische Himmel wieder einige Nuancen von tiefgrau zu blau-weiß gelichtet. Dem 5:1 gegen Hannover in der Bundesliga folgte ein 7:1 gegen Lissabon in der Champions League. Die Münchner sind immerhin wieder Zweiter in der Bundesliga und gehören amtlich zu den besten acht Mannschaften Europas; prompt hat sich die Zustimmung zu Klinsmann verdoppelt: 11,3 Prozent von nun insgesamt 3667 Nutzern trauen dem FCB plötzlich den finalen Coup im Europapokal zu, 33 Prozent sehen die Bayern spätestens im kommenden Jahr als Weltklasse an.
Dagegen haben die Verfechter der Siegesserien-Theorie keine weitere Abstimmungspunkte erhalten - andererseits können sie sich angesichts der jüngsten Resultate in ihrer Prognose bestätigt fühlen. Und die gut 1000 Flieger-Stimmen verloren mit jedem Münchner Tor an prozentualem Gewicht. Vermutlich muss der Sitzplatz umgebucht werden.
Wer weiß, ob sich das Stimmungsbarometer nach dem Auswärtsspiel in Bochum wieder wendet - aber FAZ.NET erklärt die Klinsmannsche Zukunftsfrage erst einmal für beendet.