04.02.2007 · Nach dem 2:0-Erfolg in Bremen löst Schalke den SV Werder an der Tabellenspitze ab. Im zweiten Sonntagsspiel siegte Stuttgart in Dortmund. Für die neuen Trainer Hitzfeld (FC Bayern) und Stevens (HSV) war der 20. Spieltag ein Start mit Schrecken.
Der FC Schalke 04 hat mit einem 2:0-Erfolg im Spitzenspiel Herbstmeister Werder Bremen gestürzt und die
Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gewann nach einer überzeugenden Leistung durch einen Doppelpack von Peter Lövenkrands (20./73.) das
Gipfeltreffen an der Weser und führt die Konkurrenz nun mit drei Punkten Vorsprung an. Im zweiten Sonntagsspiel sicherte Mario Gomez dem VfB Stuttgart den 1:0-Sieg bei Borussia Dortmund. Damit konnte
der Tabellendritte den Rückstand auf Rang zwei auf vier Punkte verkürzen.
Das neue Trainer-Trio Ottmar Hitzfeld, Huub Stevens und Jos Luhukay wird seinen Einstand an diesem turbulenten Bundesliga-Wochenende so schnell nicht vergessen. Das 0:3-Debakel des FC Bayern
München beim 1. FC Nürnberg öffnete Rückkehrer Hitzfeld bei seinem missratenen Comeback die Augen. Der Hamburger SV setze seine Pleiten-Serie auch unter dem als „Retter“ geholten Stevens mit dem bitteren
1:2 bei Hertha BSC fort. Jubeln über ein perfektes Debüt bei Borussia Mönchengladbach konnte nur Luhukay nach dem 2:0 bei Arminia Bielefeld. Der Lohn: Der Niederländer bekam einen Vertrag als Chefcoach bis zum Saisonende.
„So langsam einen Exorzisten suchen“
„Jetzt weiß ich, dass noch viel Arbeit auf mich zukommt“, sagte Hitzfeld nach dem Derby-Desaster. Nach dem miesesten Rückrundenstart seit 1975 und dem großen Abstand zur Spitze geht es nur noch um
Schadensbegrenzung. „Das primäre Ziel ist ein Champions-League-Platz“, sagte der Magath-Nachfolger. Auch Franz Beckenbauer verabschiedete sich von höheren Zielen. „Ich hoffe, dass wir noch Dritter werden. Die Meisterschaft ist unrealistisch“, sagte er im ZDF-Sportstudio. Es sei „fünf vor zwölf“, aber die Höhe der
Niederlage sei vielleicht ganz hilfreich, weil jeder den Ernst der Lage erkannt habe. „Jetzt gibt es überhaupt keine Ausreden mehr.“
Der erhoffte Trainer-Effekt blieb auch beim HSV aus. Auch unter dem erst 24 Stunden zuvor verpflichteten Thomas-Doll-Nachfolger blieb dem Tabellen-Letzten das Pech treu. Nach dem durch das Traumtor von
Herthas Neuzugang Mineiro (90.+2) besiegelten 1:2 vermuten einige HSV-Profis sogar böse Mächte am Werk. „Langsam sollten wir einen Exorzisten suchen“, sagte Bastian Reinhardt. Stevens ahnt, wie schwer
es wird, die 12 Spiele sieglose und verunsicherte Elf aufzurichten. „Wir müssen die Moral im Training zurückbekommen“, sagte er.
Luhukay bekommt Vertrag bis Saisonende
Dagegen gelang es Luhukay schon in seinem ersten Spiel auf der Borussen-Bank, die Blockade in den Köpfen der Spieler zu lösen. Voller Freude über den ersten Auswärtssieg widmete Luhukay das 2:0 dem zurückgetretenen Jupp Heynckes. „Ich habe großen Respekt vor ihm“, so Luhukay, der am Sonntag offiziell zum Chef befördert wurde. Wie unsicher das Trainergeschäft ist, unterstreichen auch die Entwicklungen in Aachen und Bielefeld.
Alemannias Coach Michael Frontzeck sah sich nach dem 1:4 gegen die von Vorgänger Dieter Hecking betreuten Hannoveraner erstmals Unmutsbekundungen der Fans ausgesetzt. Nach drei Rückrunden-Pleiten steht der Pokal-Halbfinalist am Abgrund und muss nun am Samstag ausgerechnet beim Rivalen vom Niederrhein antreten. „Wir müssen nun alle die Nerven behalten“, sagte Frontzeck, der Verständnis aufbrachte für die Pfiffe der Fans.
Kritik an Frontzeck und von Heesen
Nach acht Spielen ohne Erfolg werden auch die Arminia-Anhänger unruhig. „Von Heesen raus“, brüllten die Fans. Der einst beliebte Coach hat nach der Ankündigung, den Club am Saisonende zu verlassen, viel Kredit verspielt. Eine vorzeitige Trennung scheint nicht ausgeschlossen, zumal in dieser Woche bereits Bruno Labbadia oder Co-Trainer Frank Geideck als Nachfolger für den Sommer präsentiert werden soll. Gleichwohl betonte Geschäftsführer Roland Kentsch: „Von Heesen ist Trainer, und er bleibt Trainer.“
Ähnliche Diskussionen bleiben Marcel Koller, der mit dem VfL Bochum mit dem 0:0 in Cottbus den zweiten Auswärtspunkt nacheinander holte, sowie Energie-Trainer Patrik Sander noch erspart. Dass sich die Treue zum Trainer auszahlen kann, beweist der FSV Mainz 05. Sieben Punkte in der Rückrunde holte Jürgen Klopp mit seiner Elf. Mit dem 0:0 in Frankfurt machte der FSV erneut Boden gut.
Beim VfL Wolfsburg verhinderte Mike Hanke mit zwei Toren zum 3:2-Sieg über Bayer Leverkusen nicht nur den Sturz in die Abstiegregion, sondern auch eine aufkeimende Debatte um Trainer Klaus Augenthaler. Der Nationalstürmer gestand, dass ihn seine Degradierung zum Einwechselspieler gewurmt hatte. „Ich wandle alles in positive Energie um“, sagte er.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |