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FAZ.NET-Spezial Cottbus wieder sieglos - Bayern einsame Spitze

30.09.2007 ·  Energie Cottbus kann auch mit dem neuen Trainer in der Bundesliga nicht gewinnen, gegen Frankfurt gab es für das Schlusslicht nur ein Remis. Im zweiten Sonntagsspiel gewann Hannover gegen Duisburg. Um Bayern München wird es an der Tabellenspitze einsam, Bremen feierte ein Schützenfest.

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Der Unterhaltungswert der Fußball-Bundesliga schnellt in die Höhe. Neun Tore beim 8:1-Erfolg der B-Elf von Werder Bremen über Arminia Bielefeld, Meister VfB Stuttgart, Pokalsieger 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund in der Krise, Aufsteiger Hansa Rostock und Schalke 04 mit dem Optimum von neun Punkten aus der englischen Woche obenauf - und eine aufgefrischte Diskussion um nicht anerkannte Treffer: Langeweile ist in der Eliteklasse ein Fremdwort, obwohl Titelfavorit Bayern München nach dem 1:0-Sieg bei Bayer Leverkusen seine Kreise langsam, aber sicher immer einsamer zieht.

Im Abstiegskampf hat der Tabellenletzte FC Energie Cottbus mit seinem neuen Trainer Bojan Prasnikar die Misserfolgsserie nicht stoppen können. Die Lausitzer kamen am Sonntag durch zwei Tore von Dimitar Rangelow (7./18.) zwar zu einer 2:0-Führung, mussten sich am Ende aber mit einem 2:2 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt begnügen. Ioannis Amanatidis traf für die Hessen (49./79./Foulelfmeter). Der MSV Duisburg verpasste beim 1:2 (1:1) bei Hannover 96 einen wichtigen Zähler. Die Treffer erzielten Christian Schulz (7./63.) für Hannover und Manasseh Ishiaku (20.) für den MSV.

Viele Stimmen für Tor-Kamera

Zum Thema Tor-Kameras gibt es neuen Gesprächsstoff. Weil Schiedsrichter Knut Kircher in der Top-Partie zwischen Bayer Leverkusen und den Bayern (0:1) einem regulären Treffer von Miroslav Klose die Anerkennung verweigerte, geriet Uli Hoeneß in Rage. „Der Ball war einen halben Meter im Tor. Da gibt es überhaupt keine Entschuldigung. Da muss man einfach Tor geben“, wetterte der Bayern- Manager.

Schiedsrichter-Chef Volker Roth will sich nicht gegen die Einführung einer Tor-Kamera stellen: „Wo Innovationen wirklich Sinn machen, sperren wir uns nicht. Im Gegenteil - wir begrüßen sie.“ Zum Glück für den Tabellenführer aus München, der in der BayArena seine Klasse unterstrich und durch Luca Tonis Treffer den Vorsprung an der Spitze im Vergleich mit Schalke auf vier Zähler erweiterte, war das nicht gegebene Tor keine spielentscheidende Szene. Hoeneß-Kollege Rudi Völler adelte die „Roten“: „Das ist eine Weltklasse-Elf.“

BVB: Lustlose Profis und trostlose Bilanz

Obwohl Bielefeld für Champions-League-Starter Bremen nur ein Spielball war, darf das Völler-Prädikat getrost auch auf die Elf von Thomas Schaaf angewandt werden. Die Bremer berauschten sich trotz ihrer zehn Ausfälle und bereiteten Nationalspieler Per Mertesacker einen wundervollen 23. Geburtstag: „Dass es so ein Fest wird, hätte ich nicht gedacht. Das war beeindruckend.“ Schaafs Widerpart Ernst Middendorp dagegen war restlos bedient: „Das ist der schwärzeste Tag meiner Bundesliga-Laufbahn. Wir haben uns abschlachten lassen.“

Von Höhenflügen wie auf Schalke, wo es die „Knappen“ mit dem 1:0 gegen Hertha BSC den Bayern und Aufsteiger Rostock mit dem Optimum von neun Punkten aus drei Spielen gleichtaten, sind Titelverteidiger Stuttgart (1:2 in Rostock), Cupgewinner Nürnberg (3:3) beim VfL Bochum) und Dortmund (1:3 beim Karlsruher SC) weit entfernt. „Was wir zur Zeit abliefern, hat nichts mit Bundesliga-Fußball zu tun“, erboste sich BVB-Chefcoach Thomas Doll über seine lustlosen Profis und die trostlose Bilanz von null Zählern. Erstliga-Rückkehrer KSC dagegen gewinnt rasant an Fahrt und ist bereits Tabellen-Dritter.

Pagelsdorf: „Bleiben auf dem Teppich“

Das sind die Regionen, in denen auch Stuttgart und Nürnberg erwartet wurden. „Wir haben auswärts nur Scheiße abgeliefert. Das ist eines Meisters nicht würdig“, befand VfB-Torschütze Mario Gomez, dessen Treffer zum 1:2 das totale Auswärts-Debakel nicht verhindern konnte. Nürnbergs Coach Hans Meyer wollte trotz des 3:3 in Bochum nichts beschönigen: „Es sieht richtig schlecht aus“, sagte der 64-Jährige angesichts des Verharrens auf Rang 17. Rostock dagegen hat „die perfekte Welle erwischt“, wie Vorstandschef Dirk Grabow über den dritten „Dreier“ in Serie konstatierte. Trainer Frank Pagelsdorf schlug gewohnt leise Töne an: „Wir bleiben auf dem Teppich.“

Beim Hamburger SV wich der Jubel nach dem 3:0 von Dortmund der Ernüchterung. Nur 2:2 im Nord-Derby gegen den VfL Wolfsburg - HSV- Trainer Huub Stevens war trotz der 120-Jahr-Feier und des 1500. Spiels mies drauf. „Einige waren mit den Gedanken noch in Dortmund, wo sie so gelobt worden sind. Ich denke, dass sie damit nicht umgehen können“, rechnete der Niederländer mit selbstzufriedenen Spielern ab.

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