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FAZ.NET-Spezial: 9. Spieltag Schalke 04 enttäuscht auch in der Liga

30.10.2006 ·  Nach dem peinlichen Pokal-Aus mußte Schalke 04 auch in der Bundesliga beim VfB Stuttgart einen Rückschlag hinnehmen, Bielefeld feierte einen Kantersieg gegen Aachen. An der Spitze bleibt München Werder Bremen auf den Fersen. „Wir kriechen nicht hinterher“, sagte Bayern-Coach Magath.

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Werder Bremen ist mit begeisterndem Spaßfußball die Attraktion und das Aushängeschild der Fußball-Bundesliga. Mit zwölf Toren in zwei aufeinander folgenden Auswärtsspielen, zuletzt dem 6:1 beim FSV Mainz 05, erweist sich der Tabellenführer zumindest schon als Meister der Offensive.

Der FC Bayern München hat so einen Ballzauber derzeit nicht zu bieten, bleibt aber mit solider Arbeit nach dem 2:0 gegen Eintracht Frankfurt den Hanseaten auf den Fersen. „Wir kriechen nicht hinterher, schießen aber auch keine sechs Tore“, stellte Bayern-Coach Felix Magath fest.

Immerhin übernahmen die Bayern vom punktgleichen FC Schalke 04 den zweiten Platz. Die „Königsblauen“ unterlagen am Sonntag beim immer stärker aufkommenden VfB Stuttgart mit 0:3. Die Schwaben rückten nach dem achten Pflichtspiel hintereinander ohne Niederlage an Position vier vor. Direkt dahinter gehört nach dem vierten Heimspielsieg in Serie beim 5:1 gegen Alemannia Aachen auch Arminia Bielefeld zum Top-Quintett.

FAZ.NET-Spezial: 9. Spieltag

Die Bremer haben mit insgesamt 27 Treffern - im Schnitt drei pro Partie - fast doppelt so viele Tore erzielt wie die Münchner (14). Geht die „Tor-Produktion“ so weiter, könnten sie den Tore-Rekord des FC Bayern (101 in der Saison 1971/72) knacken (Siehe auch: 6:1-Sieg der Bremer: Verwirrtes Mainzer Mäuschen, mit Bildergalerie). So oder so steht für den Mainzer Clubchef Harald Strutz schon nach der neunten Runde fest: „Bremen wird Meister.“ Davon wollen die Bayern jedoch nichts wissen. „Irgendwann werden wir Werder überholen, denn der erste Platz ist nicht der richtige für Werder“, tönte Abwehrchef Daniel van Buyten.

„Wir werden immer um den Klassenverbleib spielen“

Außer Bielefeld gehören auch Energie Cottbus und der 1. FC Nürnberg zu den Überraschungen der Saison. Mit Entschlossenheit und Teamgeist setzte Energie seinen Höhenflug bis in die Spitzengruppe fort und gewann gegen Hertha BSC mit 2:0. „Das war ein Beispiel dafür, wie man auch eine spielerisch bessere Mannschaft niederringen kann“, sagte Energie-Trainer Petrik Sander, der sich aber nicht blenden lassen will: „Wir werden immer um den Klassenverbleib spielen.“ Ähnlich auf der Hut bleibt sein Nürnberger Kollege Hans Meyer, obwohl dessen Überraschungs-Team nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund nun als einziges in der Bundesliga noch ungeschlagen ist.

Für den BVB war angesichts der Unruhe um Trainer Bert van Marwijk weniger der Punktgewinn als vielmehr der spielerische Aufschwung von Belang. „Das war ein wichtiges Signal nach den Wochen, die hinter uns liegen“, sagte der niederländische Coach nach der „fußballerisch stärksten Leistung der Saison“. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke forderte zwar nach dem Auftritt in Franken eine „gewisse Nachhaltigkeit“, stärkte van Marwijk aber nochmals den Rücken. „Gehen Sie davon aus, daß er im Januar den BVB auf die Rückrunde vorbereitet - und sie auch überlebt“, sagte Watzke.

Schwierige Zeiten für Jupp Heynckes

Aufatmen konnte auch Leverkusens Chefcoach Michael Skibbe. Mit dem 2:0 bei Borussia Mönchengladbach wurde der Sturz in die Abstiegszone verhindert und der erste Auswärtserfolg nach acht sieglosen Spielen auf fremdem Platz verbucht. „Wir sind nicht auf Wolke sieben. Der Sieg war Pflicht, denn wir haben immer noch zu wenige Punkte“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler erleichtert, jedoch ohne Überschwang. Nach der dritten Niederlage innerhalb einer Woche blickt nun Gladbachs-Trainer Jupp Heynckes schwierigen Zeiten entgegen. „Wir hatten keine Mittel, Bayer zu knacken“, stellte er fest. Das Pokal-Aus beim Drittligisten VfL Osnabrück und die Fan-Proteste hätten Spuren hinterlassen. „Gerade die jungen Spieler konnten das nicht verarbeiten“, sagte Heynckes.

Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg (2:1 in Leverkusen) erhielt der Hamburger SV beim 0:0 gegen Hannover 96 wieder einer Dämpfer. „Ich hätte gedacht, daß wir einen Schritt weiter sind“, sagte HSV-Coach Thomas Doll vier Tage vor dem Champion-League-Spiel gegen den FC Porto enttäuscht. „Wir haben noch einen weiten und harten Weg vor uns.“

Kuntz: „Keine personellen Konsequenzen“

Kandidat Nummer eins für die erste Trainer-Entlassung wird mehr und mehr Marcel Koller vom VfL Bochum. Allerdings räumte die Klubführung des Aufsteigers nach dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg seinem Coach noch eine Schonfrist ein. „Es wird jetzt keine personellen Konsequenzen geben“, versicherte VfL-Manager Stefan Kuntz. Nach der vierten Niederlage im fünften Heimspiel gilt die Arbeitsplatz- Garantie für den Schweizer beim Tabellenletzten aber wohl nur noch bis zur Partie bei Hannover 96 am Freitag. „Wir werden entscheiden, wenn die Niederlagen da sind“, betonte Kuntz.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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