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FAZ.NET-Spezial: 6. Bundesliga-Spieltag Frankfurt weiter sieglos - Bayern weiter ratlos

28.09.2008 ·  In der Bundesliga bleibt Frankfurt auch nach dem Sonntags-1:1 gegen Bielefeld sieglos. Der VfL Wolfsburg kassiert beim 1:2 in Karlsruhe die erste Niederlage. Die Bayern stecken schon seit Samstag in der Krise, während sich der HSV an der Tabellenspitze sonnt.

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Hoch gelobt, tief gefallen: Titelverteidiger FC Bayern München steckt nach dem schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren tief im Schlamassel und versinkt nach sechs Spieltagen im Mittelmaß der Fußball-Bundesliga. Vor allem die Extrem-Rotation von Trainer Jürgen Klinsmann ist nach dem 0:1 bei Hannover 96 heftig in die Kritik geraten. (siehe 0:1 in Hannover: Die Bayern verlieren schon wieder und Bundesliga-Kommentar: Auch Klinsmann muss besser werden )

„Die Bayern stehen in der Tabelle da, wo sie derzeit hingehören, nämlich im Mittelfeld“, analysierte „Premiere“-Experte Stefan Effenberg. Bayern-Manager Uli Hoeneß machte keinen Hehl aus seinem Frust über den Absturz auf Platz neun: „Der Blick auf die Tabelle nervt mich.“ (Siehe auch: )

Frankfurt gleich noch aus, Wolfsburg verliert erstmals

Zum Abschluss des sechsten Spieltags gab Eintracht Frankfurt die drohende rote Laterne des Tabellenletzten in den letzten Minuten der Partie gegen Arminia Bielefeld noch ab - nun sind die Hessen Vorletzter mit drei Punkten und stehen nur wegen der Tordifferenz vor Borussia Mönchengladbach. Benjamin Köhlers Tor (86.) sorgte immerhin noch für ein 1:1 - die Eintracht bleibt aber als einziges Bundesligateam weiter ohne Sieg. Top-Torjäger Artur Wichniarek hatte die Ostwestfalen früh in Führung gebracht (7.) (Siehe auch: 1:1 gegen Bielefeld: Köhler verhindert weitere Frankfurter Niederlage ).

FAZ.NET-Spezial: Der 6. Bundesliga-Spieltag im Überblick

Im zweiten Spiel des Tages verpasste der VfL Wolfsburg den Sprung auf Platz drei. Beim Karlsruher SC verlor die Mannschaft von Felix Magath mit 2:1. Massimilian Porcello (51. Minute) und Sebastian Freis (75.) trafen für die Badener, die auch das fünfte Bundesliga-Duell mit ihrem Lieblingsgegner als Sieger beendeten. Die Norddeutschen, die neben den Punkten auch Stürmer Grafite wegen wiederholten Foulspiels durch die Gelb-Rote Karte verloren (71.), kamen nur noch zu einem Treffer durch Ricardo Costa (78.) (Siehe auch: 1:2 in Karlsruhe: Wolfsburg verliert zum ersten Mal).

Hamburgs Trainer Jol: „Es war ein schmutziger Sieg“

Ärgern muss sich auch der FC Schalke 04, der mit dem verdienten 0:1 beim Aufsteiger 1. FC Köln bereits am Freitag seine Spitzenposition leichtfertig verspielte. „Wir sind noch nicht so groß, solche Spiele zu gewinnen“, gestand Trainer Fred Rutten nach der ersten Saison-Niederlage. Sie ist ein herber Rückschlag in dem „Prozess“, von dem der Niederländer stets spricht (Siehe auch: Fußball-Bundesliga: Tabellenführer Schalke verliert in Köln). Schalkes Fehltritt ebnete den Weg für einen abermaligen Wechsel an der Tabellenspitze.

Gleich drei Verfolger zogen tags darauf vorbei: Der Hamburger SV (13 Punkte), Bayer Leverkusen (12) und Werder Bremen (11). „Hätte mir jemand gesagt, dass wir mit 13 Punkten Bundesliga-Anführer sind, hätte ich das nicht geglaubt“, sagte HSV-Coach Martin Jol, der sich über das Ergebnis freute. Die Art und Weise des wenig berauschenden 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach gab allerdings keinen Anlass zum Jubel. „Es war ein schmutziger Sieg“, gestand Jol (Siehe auch: 1:0 gegen Mönchengladbach: Hamburg wieder an der Tabellenspitze).

„Ein 4:1 darf man sich nicht so einfach wegnehmen lassen“

Leverkusen verbesserte sich am Ende einer perfekten Woche mit dem 3:2-Duselsieg beim VfL Bochum auf Platz zwei (Siehe auch: 3:2 in Bochum - Leverkusen trifft und trifft und trifft), Bremen und Aufsteiger 1899 Hoffenheim boten den Fans beim 5:4 ein Torfestival. Die Trainer waren über das Spektakel aber gar nicht so begeistert. „Ein 4:1 darf man sich nicht so einfach wegnehmen lassen“, monierte Werder-Coach Thomas Schaaf. Sein Kollege Ralf Rangnick, dessen Elf eine halbe Stunde lang in Überzahl agierte, war „brutal enttäuscht“: „Es kann 4:4 ausgehen, aber niemals 5:4 für die Heimmannschaft.“ (Siehe auch: Bremen - Hoffenheim 5:4: Ein Bundesliga-Spiel, das man nicht mehr vergisst)

Nicht nur der einstige Weltklassespieler Effenberg sieht die Ursache für die zweite Saison-Pleite der Bayern eine Woche nach dem 2:5-Debakel gegen Bremen in dem ungewöhnlich regen Austausch von Leistungsträgern. Unter anderem ließ Klinsmann die Brasilianer Lucio und Zé Roberto daheim, bot überraschend Breno und Sosa von Beginn an auf. „Sie haben Probleme, weil sie jede Woche mit einer anderen Mannschaft auflaufen“, kritisierte Effenberg. So könne sich zu Beginn einer Spielzeit kein richtiges Team-Gerüst bilden. „Man kann sich nicht einspielen, wenn wie wild rotiert wird.“

„Wir haben uns von Bayerns Rotation verarscht gefühlt“

Für den von Verletzungen und Krankheiten geplagten Gegner war die Aufstellung der Bayern-Elf zusätzliche Motivation. „Wir haben uns verarscht gefühlt. Da hat der Trainer gesagt: Jetzt erst recht“, meinte 96-Stürmer Mike Hanke. Dessen Teamkollege Szabolcs Huszti (23.) erzielte per Freistoß das Siegtor gegen den von den Bundesliga-Trainern vor der Saison einmütig zum klaren Favoriten gekürten Rekordmeister. Der muss nun am Dienstag im Champions-League-Spiel gegen Olympique Lyon unbedingt zurück in die Erfolgsspur finden.

Das ist sowohl dem schwach in die Saison gestarteten Team von Energie Cottbus mit dem 1:0 bei „Lieblingsgegner“ Hertha BSC (Siehe auch: 1:0 in Berlin - Cottbus gibt die rote Laterne ab) als auch Borussia Dortmund nach zwischenzeitlich peinlichen Auftritten gegen Udine und Hoffenheim mit dem souveränen 3:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart bereits gelungen. Die wundersame Wandlung seiner psychisch und personell angeschlagenen Elf erfüllte BVB-Coach Jürgen Klopp mit Stolz: „Man muss bedenken, woher wir kommen. Es ist noch nicht lange her, da wurden uns Selbstvertrauen und Sicherheit genommen.“ (Siehe auch: 0:3 in Dortmund - Stuttgart verpasst Sprung an die Spitze)

„Ich denke, da machen sich viele über den Trainer Gedanken“

Unterdessen ist in der Eliteliga die erste ernsthafte Trainer-Diskussion schon im Gange: Nach fünf Niederlagen in sechs Spielen und dem blamablen Pokal-Aus in Cottbus wächst die Kritik an Mönchengladbachs Coach Jos Luhukay.

Auch wenn für Sportdirektor Christian Ziege die Unruhe von „außen hereingetragen“ wird - der Druck vor dem Kult-Derby gegen Köln am kommenden Samstag nimmt zu. „Ich gehe davon aus, dass ich dann auf der Bank sitze“, sagte Luhukay, der realistisch ist. „Im Moment stimmen die Ergebnisse nicht. Ich denke, da machen sich viele über den Trainer Gedanken.“

Freitag, 26. September:

1. FC Köln - FC Schalke 04 1:0 (1:0)

Samstag, 27. September:

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart 3:0 (2:0)
Hertha BSC Berlin - Energie Cottbus 0:1 (0:1)
Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 5:4 (4:2)
VfL Bochum - Bayer Leverkusen 2:3 (0:2)
Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 1:0 (1:0)
Hannover 96 - Bayern München 1:0 (1:0)

Sonntag, 28. September:

Eintracht Frankfurt - Arminia Bielefeld 1:1 (0:1)
Karlsruher SC - VfL Wolfsburg 2:1 (0:0)

Quelle: FAZ.NET
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